Pilgern im Regen, das liegt nicht jedem

Von: fe
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Eschweiler. Der Weg von Eschweiler nach Heimbach in der Eifel ist 38 Kilometer lang. Ein Pilgerweg, den viele katholische Christen aus Eschweiler in jedem Jahr betend und singend gehen: 38 Kilometer hin, am nächsten Tag 38 Kilometer zurück.

Am vergangenen Wochenende zogen 33 Männer und Frauen der Heimbach-Bruderschaften aus dem Pfarrgemeinden St. Antonius Röhe und St. Antonius Bergrath nach Heimbach diesen Pilgerweg. 33 - das sind weniger als in den vergangenen Jahren, was eindeutig am nasskalten Wetter lag. Über 70 Kilometer in nassen Kleidern zu wandern ist nicht jedermanns Sache.

Rosenkranz zur Erinnerung

Seit 160 Jahren existiert die Heimbach-Bruderschaft Röhe, die inzwischen gemeinsam mit den Gläubigen aus Bergrath pilgert. Brudermeister Hartmut Kirst aus Röhe hatte auch in diesem Jahr die Gesamtleitung der Wallfahrt. Traditionell führte der Weg der Pilger von Schevenhütte den Rennweg hinauf. Dort steht seit 2007 ein Wegezeichen dieser Bruderschaft. Über Kleinhau, das Kalltal und die Schmidt geht der Pilgerweg hinab ins Rurtal nach Heimbach. „Wir sind ordentlich nass geworden”, berichtete einer der Teilnehmer. Gegen 16 Uhr kamen die Eschweiler Pilger am Samstag in Heimbach an und zogen dort in die Wallfahrtskirche St. Salvator ein, mit einer Kerze, die einer der Teilnehmer gestiftet hatte. Sie wurde dort in Heimbach gesegnet.

Besonders geehrt wurde Anita Hendricks. Sie pilgerte in diesem Jahr zum 40. Mal nach Heimbach. Auf dem Weg nach Heimbach würdigte Brudermeister Kirst die Pilgerin bei einem Aufenthalt in Schevenhütte mit herzlichen Worten und überreichte ihr einen Rosenkranz zur Erinnerung.

Das Ziel der Fußwallfahrt ist die „Schmerzhafte Mutter Gottes”. Dabei handelt es sich um eine spätgotische Marienpieta, die seit 1981 in der Salvatorkirche direkt neben der vorherigen Wallfahrtskirche St. Clemens im Eifelort Heimbach steht. Alljährlich besuchen rund 60.000 Pilger die Wallfahrtskirche und dieses Standbild. Es stammt aus Köln. Ein Heimbacher Strohdachdecker hatte es im Jahr 1490 dort gekauft. Anschließend habe der Mann, so berichten Chroniken, als Einsiedler im Kermeterwald gelebt und eine Kapelle für die Pieta errichtet - der Beginn der Verehrung der „Schmerzhaften Mutter von Heimbach”.

Neun Stunden sind die Fußpilger jeweils unterwegs, mit Andachtspausen und Frühstücks- sowie Mittagspausen in Kleinhau und Schmidt. Am Sonntag kam die Gruppe gegen 16 Uhr wieder in Eschweiler an.
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