Eschweiler - Pianistin von Weltformat gastiert im Talbahnhof

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Pianistin von Weltformat gastiert im Talbahnhof

Von: ran
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Musik ist ihre Leidenschaft: Ana-Marija Markovina gibt am kommenden Dienstag ein Konzert im Kulturzentrum. Foto: Oli Rust

Eschweiler. „Musik ist mein Lebensinhalt. Ich war vom Klavierspielen von Anfang an besessen”, sagt Ana-Marija Markovina. Bald können sich die Liebhaber ernsthafter Musik auch in Eschweiler davon überzeugen. Die Pianistin von Weltformat, die in ganz Europa, aber auch in den USA und Japan Erfolge feierte, gastiert am Dienstag, 23. November, um 20 Uhr im Kulturzentrum Talbahnhof.

Dort wird sie unter anderem mit dem Klavierkonzert a-moll ein Jugendwerk von Felix Mendelssohn-Bartholdy zu Gehör bringen. Unterstützt wird sie während des Konzerts von der Kammerphilharmonie Berlin-Brandenburg, dem kurz nach dem Mauerfall gegründeten ersten deutschen Orchester mit Musikern aus Ost und West, das momentan unter der Leitung des US-Amerikaners David Alexander Rahbee steht.

„Dieses Konzert dürfte einen für Eschweiler außergewöhnlichen kulturellen Höhepunkt darstellen”, freut sich auch Max Krieger auf das Ereignis, das die Herzen der Freunde klassischer Musik höher schlagen lassen wird. Dem Kulturmanager ist es gelungen, die Pianistin und das Orchester zwischen zwei Konzerten in München und Bremen an die Inde zu locken.

Hier wartet auf Ana-Marija Markovina eine besondere Herausforderung. Denn die gebürtige Kroatin mit Wohnsitz in Köln ist größere Konzertsäle gewöhnt. Unter anderem konzertierte sie in der Meistersinger-Halle in Nürnberg vor 2600 Zuhörern. „Einen solchen Saal mit Präsenz zu füllen, kostet Kraft”, weiß sie.

Die Dimensionen des Talbahnhofs sind natürlich andere. „Hier werden die Zuhörer nah dran sein. Es ist so, als ob ich dem Publikum etwas ins Ohr flüstere. So kann eine persönliche Bindung entstehen”, hofft sie voller Vorfreude.

Ihren Zuhörern verspricht sie einen musikalischen Hochgenuss. „Felix Mendelssohn-Bartholdy hat dieses Werk mit 14 Jahren zu Papier gebracht. Ein spritziges, geistvolles Stück, aus dem bereits die gesamte Qualität seines Könnens als Komponist herauszuhören ist. Allerdings war der junge Mendelssohn noch ursprünglicher und dem Pianisten gegenüber rücksichtsloser, als er es in späteren Jahren war.”

Seit Anfang Oktober ist die Pianistin, für die das Klavierspielen den Spiegel der Seele darstellt, auf Konzertreise durch Deutschland. Auch in den Metropolen Berlin, Hamburg und München gastierte sie. Am Jahresende werden rund 70 Konzerte, die für Ana-Marija Markovina jeweils „einen kreativen Akt auf der Bühne” darstellen, binnen zwölf Monaten zu Buche stehen.

Ursprünglich wollte die Pianistin Komponistin werden. „Doch dann habe ich gemerkt, dass alles, was ich geschrieben hätte, schon geschrieben ist. Jetzt vermittele ich Musik und bin quasi Schauspielerin, nicht Regisseurin”, erklärt sie.

20 Jahre nach der Wiedervereinigung entfaltet die Kammerphilharmonie Berlin-Brandenburg als erstes gesamtdeutsches Orchester großen symbolischen Charakter. „Die Akteure stehen musikalisch für die deutsche Einheit”, betont Kulturmanager Max Krieger.

Dies wird auch anhand des musikalischen Programms des Konzerts deutlich. „Die Werke von Carl Philip Emanuel Bach und Felix Mendelssohn-Bartholdy stehen für den Westen, die Stücke von Peter Tschaikowski und Frederic Chopin symbolisieren den Osten”, macht Ana-Marija Markovina deutlich.
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