Photovoltaikanlage liefert auch bei bedecktem Himmel Strom

Von: Rudolf Müller
Letzte Aktualisierung:
Nahmen gestern die Photovolta
Nahmen am Montag die Photovoltaik-Anlage auf dem GeTeCe offiziell in Betrieb: EWV-Projektmanager Franz-Josef Türck-Hövener, EWV-Geschäftsführer Manfred Schönen, Bürgermeister Rudi Betram und Dieter Kamp, Geschäftsführer des Städtischen Wasserwerks Eschweiler. Foto: R. Müller

Eschweiler. Auf ihrem Weg der Förderung nachhaltiger Energien hat die Stadt Eschweiler einen weiteren Schritt getan. Auf dem Dach des Gewerbe- und Technologie-Centers an der Gartenstraße produziert jetzt eine Photovoltaikanlage umweltfreundlichen Strom.

Das tut sie zwar schon einige Tage (um längerfristig in den Genuss der bis dahin geltenden und seither drastisch reduzierten Abnahmevergütung zu gelangen, musste die Anlage bis zum 30. Juni fertig sein), offiziell ihrer Bestimmung übergeben aber wurde sie erst am Montag.

Errichtet von der EWV im Auftrag des Städtischen Wasserwerks Eschweiler - wie auch ähnliche Anlagen auf weiteren städtischen Gebäuden wie beispielsweise dem benachbarten Trakt des Gymnasiums. Auf einem Gebäude, das für Technologie und Innovation steht, wie Bürgermeister Rudi Bertram unterstreicht: „Das Gewerbe- und Technologie-Center Eschweiler verfolgt in seinem zentralen Umweltgedanken das Ziel, Umweltbelastungen und Kosten durch neue Technologien und neue ökologische Erkenntnisse so gering wie möglich zu halten.”

Partner EWV ist auf diesem Weg kein Neuling. „Klima- und Umweltschutz stehen für uns ganz vorne”, betont Geschäftsführer Manfred Schröder. „Vor allem im Bereich Solarenergie ist die EWV sehr aktiv.” Erst Ende Juni hat der regionale Energieversorger in den Nivelsteiner Sandwerken bei Herzogenrath den bis dato zweitgrößten Solarpark Nordrhein-Westfalens fertiggestellt.

Hier erzeugen 42.000 Solarmodule auf 80.000 Quadratmetern - das entspricht mehr als elf Fußballfeldern - eine Spitzenleistung von 10 Megawatt und versorgt mehr als 3000 Haushalte mit umweltfreundlichem Strom: Die Anlage spart jährlich rund 5500 Tonnen Kohlendioxid ein.

Mit solchen Werten kann die jüngste Anlage auf dem Spitzdach an der Gartenstraße natürlich nicht mithalten. Hier wurden auf 317 Quadratmetern 195 Solarmodule verbaut, die jährlich etwa 39?000 Kilowattstunden Energie erzeugen. Das entspricht dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von gut 13 Haushalten und spart dabei jährlich rund 30 Tonnen des Treibhausgases CO2 ein. Bauzeit: gerade mal drei Wochen.

Der auf dem GeTeCe-Dach erzeugte Strom wird ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Dafür erhält das Städtische Wasserwerk Eschweiler (StWE) einen festen Preis je Kilowattstunde. Im Gegenzug zahlt das Wasserwerk der Stadt eine Pacht für die Dachnutzung.

Rund 80.000 Euro hat die Stadt sich die Anlage kosten lassen. Anlagen auf hohen Dächern wie dem des GeTeCe sind zwar generell deutlich teurer als diejenigen etwa auf landwirtschaftlichen Hallendächern, weil hier die Stromleitungen durch mehrere Etagen geführt werden müssen; in diesem Fall aber sorgte die Tatsache, dass die EWV gleichzeitig fünf weitere Anlagen für andere Standorte orderte, für besonders günstige Beschaffungspreise.

Bis auf die Grundschule Bergrath und die Feuerwache am Florianweg, bei denen Gutachter erst die statische Tauglichkeit der Dächer überprüfen müssen, sind damit inzwischen alle in Frage kommenden städtischen Dächer mit Photovoltaikanlagen bestückt, freut sich StWE-Geschäftsführer Dieter Kamp. Das Rathaus eingeschlossen.

Dort allerdings stehen ab Beginn des kommenden Jahres andere umfangreiche energetische Sanierungen an: Die gesamten Außenfassaden müssen ebenso wie die samt und sonders noch aus den 70er Jahren stammenden Fenster erneuert werden. „Davon versprechen wir uns eine Energiekostenersparnis von rund einem Drittel der heutigen Ausgaben”, sagt Bürgermeister Rudi Bertram. Und die betragen derzeit zwischen 150.000 und 170.000 Euro jährlich.

Rechnen sich Photovoltaikanlagen auf Einfamilienhäusern angesichts deutlich reduzierter Einspeisungsvergütung überhaupt noch? „Jein”, sagt EWV-Experte Franz-Josef Türck-Hövener. Sein Rat: Die Rahmenbedingungen für jedes Projekt genauestens im Einzelfall überprüfen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert