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Pfarrer Schippers zieht nach neun Jahren Bilanz

Von: Silvia Kurth
Letzte Aktualisierung:
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Der von Sichtbeton geprägte Ort der Friedenskirche in Eschweiler regte ihn zum Experimentieren an: Nun bricht Pfarrer Friedhelm Schippers in Richtung Geilenkirchen auf. Foto: Silvia Kurth

Eschweiler. Es bellt und blökt auch schon einmal in der Friedenskirche. Der Tiergottesdienst im Februar vergangenen Jahres, als gleich eine ganze Schafherde in das Gotteshaus einzog, gehört zu den schönen Erinnerungen, die Pfarrer Friedhelm Schippers aus Eschweiler mitnehmen wird.

„Da hatten wir zwei Hirten in der Kirche. Das hat sehr viel Freude gemacht.”

Nach neun Jahren in Eschweiler hat Schippers am kommenden Montag seinen ersten Arbeitstag in Geilenkirchen. „Morgens um 7.50 Uhr muss ich auf der Matte stehen - das wird eine Herausforderung”, lacht er. Denn der Hirte von 2800 Eschweiler Schäfchen „wechselt die Herde” und wird Berufsschulpfarrer am Berufskolleg Wirtschaft des Kreises Heinsberg.

26 Stunden in der Woche wird er unterrichten, Schulgottesdienste halten und als Ansprechpartner für die jungen Leute, die „sonst gar nicht mehr im kirchlichen Leben vorkommen”, zur Verfügung stehen.

Mit 52 Jahren sucht der Pfarrer noch einmal einen Neubeginn. „Ich habe hier sehr viel erreicht für mich persönlich und für die Gemeinde”, zieht er Bilanz. Unkonventionelle Wege ist er dabei gegangen, angeregt auch von der modernen Schlichtheit der Kirche aus dem Jahr 1963.

„Diese Architektur behindert nichts. Es hängt von der Kreativität des Pfarrers ab, was er daraus macht”, schwärmt er. „Ich habe mich richtig verliebt in dieses Gebäude.” Das ihn zum Beispiel auch dazu inspirierte, darin Ausstellungen zu veranstalten oder eben besagte Tiergottesdienste. „Die Gemeinde hat das sehr geschätzt: diese außergewöhnlichen Gottesdienste oder auch die Kanzelreden.”

Bei Letzteren haben Prominente aus der Umgebung einen Bibeltext aus ihrer, der heutigen Sicht interpretiert. Erreicht hat Schippers damit, „dass Menschen, die seit 30 Jahren in Eschweiler leben, zum ersten Mal diese Kirche da oben auf dem Berg wahrgenommen haben”.

Wie einst Gerhard Schröder ein Medienkanzler war, so nutzt Friedhelm Schippers die medialen Möglichkeiten für seine Kirche. Das betrachtet er ganz pragmatisch als Marketing. „Wir sind ein Anbieter unter vielen Sinnanbietern. Wir müssen auch qualitativ etwas bieten.” Und das sieht eben anders aus als zu Luthers Zeiten. „Mein Ziel war es, die frohe Botschaft und den Glauben unter den Bedingungen des 21. Jahrhunderts darzustellen.”

Manchmal ist er damit angeeckt, aber er hat auch viel Unterstützung erfahren. „Es war ganz toll, dass Geschäftsleute immer freudig mitgemacht haben, wenn ich Hilfe brauchte.” So hat er auch mal Konfirmanden mit der Stretch-Limousine von zu Hause abgeholt. „Ich kann mich nicht beklagen”, sagt er über die „große Offenheit”, die ihm erlaubte, „experimentell etwas zu machen”. Nicht in Erfüllung gegangen ist allerdings sein Wunsch, einen Anbau für die Jugendarbeit zu bekommen.

Aber dem Nachfolger oder der Nachfolgerin soll ja auch noch etwas bleiben... Mit auf den Weg gibt er wem immer, der da kommen mag: „Das ist eine ganz tolle Gemeinde mit ganz hervorragenden Menschen, die gerne mitarbeiten.”
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