Eschweiler - Peter Schöner nimmt an Empfang zu EU-Beitritt Kroatiens teil

Peter Schöner nimmt an Empfang zu EU-Beitritt Kroatiens teil

Von: ran
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Begrüßte Kroatien als 28. Mitglied der EU: der GPB-Vorsitzende Peter Schöner (Mitte) mit Generalkonsul Vjekoslav Krizanec und in Landestracht gekleideten Kroaten während des Empfangs im Düsseldorfer Ständehaus.

Eschweiler. Seit dem 1. Juli ist Kroatien als 28. Mitgliedsstaat Teil der Europäischen Union. Anlässlich dieses Ereignisses luden NRW-Europaministerin Dr. Angelica Schwall-Düren und der kroatische Generalkonsul Vjekoslav Krizanec zu einem Empfang in das Düsseldorfer Ständehaus ein, an dem mit Peter Schöner auch der Vorsitzende des Europavereins „Gesellschaftspolitische Bildungsgemeinschaft“ (GPB) teilnahm.

Dieser nutzte die Gelegenheit, die Arbeit des in Eschweiler beheimateten Vereins vorzustellen und die Bemühungen Kroatiens, Teil der Europäischen Wertegemeinschaft zu werden, zu würdigen. „Mit dem EU-Beitritt Kroatiens findet ein fast 13 Jahre dauernder Prozess sein Ende. Bereits im November 2000 erklärten die Verantwortlichen der Europäischen Union Kroatien zu einem potenziellen Beitrittskandidaten. Die formellen Beitrittsverhandlungen dauerten dann von Oktober 2005 bis Ende Juni 2011“, blickte er zurück.

Krieg mit tausenden Opfern

Auch danach habe Kroatien weitere von der Kommission erteilte Auflagen zu erfüllen gehabt und erfüllt, wie der Fortschrittsbericht der Kommission vom März dieses Jahres gezeigt habe. Doch seien mit dem EU-Beitritt noch lange nicht alle Probleme Kroatiens und vor allem des Nachbarstaates Bosnien und Herzegowina gelöst, gab Peter Schöner, der vor allem auf das Dayton-Abkommen verwies, zu bedenken. „Dieses Abkommen aus dem Jahr 1995 beendete einen Krieg mit tausenden Todesopfern. Doch es bescherte Bosnien und Herzegowina auch eine ethnische Aufteilung, in der die autonomen Regionen ‚Republika Srpska‘ und die ‚Bosniakisch-Kroatische Föderation‘ weitgehend unabhängig agieren. Die Folge sind drei Präsidenten, 14 Parlamente und 180 Ministerien – unbezahlbar für ein Vier-Millionen-Volk.“

Denn um das Gleichgewicht der Macht zwischen den meist katholischen Kroaten, den muslimischen Bosniaken sowie den orthodoxen Serben zu garantieren, würden Regierungsposten nicht nach fachlicher Qualifikation sondern nach ethnischer Zugehörigkeit verteilt, was der Korruption Tür und Tor öffne. „Das Dayton-Abkommen war in vielfacher Hinsicht ein Fehler“, schlussfolgerte Peter Schöner.

Zuvor hatte Generalkonsul Vjekosla Krizanec seine Freude über den EU-Beitritt seines Landes zum Ausdruck gebracht: „Kroatien ist ein Land mit einer 14 Jahrhunderte alten mitteleuropäischen und mediterranen Geschichte. Es wird mit seiner Tradition und Kultur, aber auch mit seinen zeitgenössischen Werten und Errungenschaften einen Mehrwert für Europa darstellen.“

Die EU-Mitgliedschaft biete den Kroaten eine Perspektive auf ein Leben in Frieden, Freiheit, Sicherheit und Prosperität. Dies unterstrich auch Dr. Angelica Schwall-Düren. „Kulturell, politisch und wirtschaftlich ist Kroatien schon lange ein wichtiger Teil Europas und ein geachteter Partner“, so die NRW-Ministerin. Das Land habe mit Engagement, Reformeifer und Beharrlichkeit den Beitrittsprozess eindrucksvoll gemeistert. „Wir heißen Kroatien herzlich willkommen in der Europäischen Union. Dies gilt besonders auch den mehr als 36.000 Kroaten, die in Nordrhein-Westfalen leben“, betonte Dr. Angelica Schwall-Düren.

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