Per Funk von St. Jöris aus in die Datenwelt

Von: pan
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Internet per Kabel: Die Grüne
Internet per Kabel: Die Grünen sehen die Zukunft eher im Funk und stimmen deshalb gegen einen Ausbau des DSL-Kabelnetzes in Eschweiler. Foto: imago/McPHOTO

Eschweiler. Die Bürger im Nordwesten der Stadt freuen sich schon, wenn die ersten Bagger anrücken. Zumindest, wenn sie seit Jahren auf eine schnellere Internetverbindung warten.

In nicht-öffentlicher Sitzung brachten die Kommunalpolitiker schließlich den Ausbau des DSL-Netzes auf den Weg. 200.000 Euro stehen dafür im - noch nicht genehmigten - Haushalt der Stadt bereit.

Da das Geld wahrscheinlich nicht komplett im Nordwesten verbuddelt wird, wittern andere Orte internettechnische Morgenluft: So wollen die Christdemokraten auch Lohn und Fronhoven aus dem Internet-Mittelalter holen.Doch nicht alle Parteien plädieren für den Leitungsbau.

Die Eschweiler Grünen stimmten schon gegen die 200.000 Euro im Stadtetat. Und dies aus mehreren Gründen: „Wir befürchten, dass dieses Geld dann im sozialen Bereich gespart wird”, meint die Stadtverordnete Gabriele Pieta. Der Grünen-Fraktionschef Franz-Dieter Pieta geht sogar noch weiter: „Man muss sich doch fragen, wie viel man der Stadt zumuten kann?” Bei den Umfragen in St. Jöris und Hehlrath seien nur wenige Bürger bereit gewesen, für einen schnelleren Anschluss auch zu bezahlen.

Zu den grundsätzlichen Bedenken gesellen sich bei den Grünen auch technische: Pieta hält die Kabeltechnik schlichtweg nicht für modern und zu teuer. Als Stichwort nennt er die „Long Term Evolution” (LTE). Dieses System, das noch in diesem Jahr aktiviert werden soll, verspricht eine Datenverbindung per Funk. „Es ist vor allem für die ländlichen Gebiete gedacht”, betont Pieta. Für die Kommune habe dies den Vorteil, dass sie sich komplett aus der Tasche bleiben könnte.

Den Ausbau des Netzes in St. Jöris, Hehlrath und Kinzweiler stemmt die Stadt jedoch keineswegs alleine - der Bund überweist einen Zuschuss. Auch ein Netzbetreiber ist mit im Boot, der sich allerdings das kalkulatorische Risiko mitbezahlen lässt. Für die Ratsmehrheit zählt die Anbindung ans DSL-Netz inzwischen jedoch zur „Daseinsfürsorge” und damit zur Aufgabe der Stadt. „Dies kann schließlich auch ein Kriterium sein, ob eine Familie in einen Ort zieht”, meinte schon der Technische Beigeordnete der Stadt, Herrmann Gödde.

Wann die Arbeiten im Nordwesten beginnen, steht allerdings noch nicht fest.
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