Orchester der Freiwilligen Feuerwehr lässt die Wände beben

Von: ran
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Präsentierten dem begeisterten Publikum einen Parforceritt durch die Musikgeschichte und die verschiedensten Stilarten: die Musiker des Orchesters der Freiwilligen Feuerwehr Eschweiler. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Im Laufe des Samstags hatte er sich noch zurückgehalten. Vollkommen zu Recht, schließlich fiel der offizielle Startschuss erst am Abend. Doch nun ist er da: der Frühling! Begrüßt wurde er während des traditionellen Frühlingskonzerts des Orchesters der Freiwilligen Feuerwehr Eschweiler in der gutbesuchten „Delio-Arena“ des Hauses Flatten.

Wobei in diesem Jahr die eine oder andere Tradition neu interpretiert wurde. Und dies aus sehr gutem Grund. Die Freiwillige Feuerwehr Eschweiler feiert in diesem Jahr ihr 125-jähriges Bestehen!

Standesgemäß zog zum Auftakt des Jubiläumskonzerts der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr unter der Leitung von Hans Krott in Richtung Bühne, wo die Spielleute gemeinsam mit den Orchestermusikern den Marsch „Erinnerung an Riga“ erklingen ließen. Bevor Moderator Dr. Hanns-Joachim Vögeli erstmals an diesem Abend voll beschwingter Musik das Wort ergriff, interpretierte das Orchester, natürlich unter der Leitung von Musikdirektor Wolfgang Krieger, die quirlige Titelmelodie des Films „Mission Impossible“ voll frühlingshaftem Elan.

„Für mich war dieser Titel hoffentlich kein Wink mit dem Zaunpfahl“, kokettierte der Moderator, der im Vorfeld des Konzerts so manches recherchiert hatte. „Das Schicksal hat Stadtbrandinspektor Harald Pütz und mich auf eigenartige Weise zusammengeführt. Denn zusammengezählt ergibt unser beider Alter genau 125 Jahre“, sah er Parallelen zum Jubiläum der Wehr.

In die Weiten des Wilden Westens aus der Sicht eines freiheitsliebenden Mustanghengstes entführte das Orchester das Publikum mit einer weiteren Filmmusik: „Spirit: Stallion of the cimarron“ brachte das Blut der Zuhörer weiter in Wallung. Etwas ruhiger und mit einem Schuss Melancholie wurde kurz darauf die weltberühmte Frage der „Bee Gees“ in den Raum gestellt: „How deep is your love?“

Unter dem Motto „Hier kommt die Maus“ machte dann der erste Überraschungsgast den Musikern und dem Publikum seine Aufwartung: René Külzer erinnerte sich dabei dunkel, „in jugendlichem Leichtsinn“ dereinst den Verantwortlichen der Wehr versprochen zu haben, bei Bedarf bereit zu stehen. „Und seitdem stehe ich jeden Karnevalsfreitag bereit“, erinnerte er augenzwinkernd an den jährlichen Empfang in der Hauptwache der indestädtischen Feuerwehr. Seine zugestandenen fünf Minuten weitete der Redner gekonnt aus, indem er den Konzertgästen verriet, dass Walter Münchow einen engen Draht zum lieben Gott unterhält. Eine Tatsache, die Manni Wienands laut René Külzer jedoch nicht immer zu seinem Vorteil zu nutzen weiß.

Ein weiteres Kapitel im Parforceritt durch die Musikgeschichte schlug das Feuerwehrorchester mit Celine Dions „A new day has come“ auf, um anschließend mit „California Dreaming“ und „It never rains in southern california“ in die Hippie- und Flower-Power-Zeit der 70er-Jahre abzutauchen.

Einen kurzen Ausflug in die Historie unternahm Dr. Hanns-Joachim Vögeli: „Als die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Eschweiler im Jahr 1889 gegründet wurde, zählte die Indestadt knapp 20.000 Einwohner und entwickelte sich zu einer aufstrebenden Industriestadt. Bereits zehn Jahre zuvor hatte der erste Karnevalsprinz sein Zepter geschwungen. Und so lautete damals die Frage: Feiern oder Löschen? Wobei es zu bedenken gilt, dass der Prinzenempfang auf der Wache noch nicht erfunden war“, so der Moderator.

Vor der Pause ließen es dann noch die Inde-Singers auf der Bühne krachen: „Tatü Tata“ aus dem Jahr 1989 und der „Löschzug Numero 4“ bildeten einen stimmungsvollen Abschluss der ersten Konzerthälfte. Monumental startete der zweite Abschnitt mit der Titelmelodie des Filmklassikers „Backdraft - Männer, die durchs Feuer gehen“, bevor die Instrumentalisten des Orchesters mit viel Liebe „con amore“ präsentierten.

Da bei den „Fischer-Chören“ ein Sänger erkrankt war und die Formation deshalb nicht singfähig, sprang kurzerhand „Funkendoktor“ Peter Deutschle in die Bresche. Um der NSA mit hundertprozentiger Sicherheit ein Schnäppchen zu schlagen, hielt das Bühnen-Urgestein seine kurze und knackige Rede schlauerweise „op Eischwiele Platt“.

Uwe Müller, Stimme der Eschweiler Coverband „Unlimited“, begeisterte anschließend vom Orchester unterstützt mit dem ergreifenden Song „the last unicorn“ (das letzte Einhorn). Und weiter ging es Schlag auf Schlag: Einen großartigen Big-Band-Sound entwickelten Wolfgang Krieger und seine Musiker beim Glen-Miller-Klassiker „In the mood“, bevor der Musikdirektor selbst zum Instrument, also zur Posaune griff, und einen spritzigen „Tequila“ bestellte.

Während die Bestellung noch lief, wurde es auf der Bühne jedoch „brandgefährlich“: Denn niemand geringeres als die „Schlabberschnüss van Bersch“ Josi Brandt hatte Neuigkeiten „us em Dörp“ im Gepäck.

Zahlreiche Konzertgäste dürften sich dann die Frage gestellt haben, wer an der Uhr gedreht hat, denn nach zweieinhalb Stunden, die wie im Flug vergangen waren, kündigten Dr. Hanns-Joachim Vögeli und Wolfgang Krieger die (vorerst) letzte Runde an. „Rock around the clock“ und der „Mitternachts-Blues“ schlugen das Publikum noch einmal in den Bann des Orchesters, bevor diejenigen, die das Konzert eröffnet hatten, es auch würdig abschlossen. Der Spielmannszug intonierte „Preußens Gloria“. Und das Publikum applaudierte lautstark und langandauernd.

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