Offene Ganztagsschule: Von Fußball bis Kochen ist vieles möglich

Von: Elisa Zander
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Zeit für sich: Entspannen, spielen, Freunde treffen. Die Offene Ganztagsschule ist bei den Schülern beliebt. Foto: Elisa Zander

Eschweiler. „Mit Lego spielen ist blöd“, ruft Dillen. Und läuft mit seinem Freund in die andere Ecke des Raumes und beginnt, Bauklötze nebeneinander zu legen. Neben den Matratzen wickeln sich Mädchen Tücher über die Kleider und verkleiden sich so mit einem orientalisch wirkenden Wickelkleid. Jeder darf das machen, wozu er gerade Lust hat. Andere Kinder kommen in den Raum, packen ihren Ranzen in die Abstellfächer.

Es ist gerade Wechselzeit in der Offenen Ganztagsschule (OGS) Kinz-weiler. Bis zu 54 Ganztagskinder und 23 Kinder in der Vormittagsbetreuung wuseln dann durcheinander, die einen kommen, die anderen gehen. Freitags ist es besonders voll, denn alle Schüler der angrenzenden Grundschule starten nach der fünften Stunde ins Wochenende.

Ein starker Wandel

Das, was vor fünf Jahren mit 18 Kindern begann, hat in den Jahren darauf einen starken Wandel erlebt. „Im Lauf der Zeit ist der Bedarf stark gestiegen. Vielleicht, weil es sich etabliert hat“, vermutet Sigi Eichendorf-Kamp, Koordinatorin der OGS Kinzweiler. „Ich hoffe auch, dass die Eltern entspannter arbeiten gehen können, wenn sie wissen, dass ihre Kinder bei uns gut aufgehoben sind.“

Sieben Betreuer sorgen nach Schulschluss dafür, dass den Kindern zwischen sechs und zehn Jahren die Betreuung zukommt, die sie brauchen und wollen. Jeder ist eine potenzielle Bezugsperson für die Schüler. „Wir wollen für sie so etwas wie eine Familie sein, dass sie sich wohlfühlen, zu uns kommen, wenn sie ein Problem haben oder einfach etwas erzählen wollen“, sagt Eichendorf-Kamp. Wohlfühlen und lernen unter einem Dach – so will die OGS wahrgenommen werden. Wenn man den ausgelassenen Kindern zuschaut, die ihre Betreuer mit Umarmungen und strahlendem Lachen entgegen kommen, scheint dieser Vorsatz aufzugehen.

An erster Stelle in den Nachmittagsstunden steht natürlich das Erledigen der Hausaufgaben. In kleinen Gruppen und nach Schuljahren getrennt arbeiten die Schüler mit einem OGS-Betreuer und im engen Kontakt zu den Lehrern. Hier lege man Wert auf den engen Austausch untereinander, so Eichendorf-Kamp.

Internes OGS-Fernsehen

Sind die Aufgaben erledigt, steht Freizeit auf dem Plan. Viele Kinder nutzen gern das Entspannungsangebot in einem extra dafür geschaffenen Raum. Doch die Abwechslung macht die OGS für sie spannend. Jeden Tag gibt es andere Kursangebote: Fußball, Ju-Jutsu, Backen, Kochen, Lesen, Basteln, sogar ein internes OGS-Fernsehen gibt es, für das kleine Beiträge in Interviewform entstehen. Mittlerweile bieten die Malteser ein Kompetenztraining zur ersten Hilfe an.

Die OGS Kinzweiler steht, wie auch die OGS Bergrath und die OGS Bohl, in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt (Awo). In den Augen von Sigi Eichendorf-Kamp ein Vorteil: „Ich kann immer Fachleute ansprechen, die mir helfen und Unterstützung geben.“ Etwa, wenn sie neue Kursleiter benötigt. Denn Ideen für weitere Angebote hat sie viele – aber Betreuer dafür fehlen. Ein Theaterprojekt würde sie gerne wieder initiieren. „Das haben wir vor zwei Jahren gemacht, das hat bei den Kindern sehr viel Anklang gefunden.“ Oder ein Sachkundekurs mit Bezug zu Biologie und Chemie. „Da wäre auch toll, wenn sich zum Beispiel ein Rentner finden würde, der das mit den Kindern macht.“ Die Kurse werden finanziert, es gibt für die Anbieter eine Aufwandsentschädigung. Vor allem sucht die Koordinatorin aber intensiv nach jemandem, der ein Tanzangebot macht. „Beim Sportlichen sind alle Kinder sofort dabei. Es ist anstrengend für sie, so viele Stunden hier zu sein. Da muss es Möglichkeiten zum Austoben geben, damit sie sich auch wieder konzentrieren können.“ Die OGS ist für die Kinder eine Art Oase. Betreuer sind als Aufsicht immer da, aber man will den Schülern auch Freiheiten zugestehen. „Sie müssen sich den ganzen Tag an Regeln halten“, sagt Eichendorf-Kamp. „Da brauchen sie auch mal kleine Auszeiten.“

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