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Nur die deutsche Grammatik fällt An etwas schwer

Von: Nicola Gottfroh
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Bald naht der Abschied: Die DÀ
Bald naht der Abschied: Die Dürwisser Olaf Olbrich, Bettina Neuburg und der kleine Lars waren für ein Jahr die „Familie” des Gastkindes An aus Thailand. Foto: Nicola Gottfroh

Eschweiler. Olaf Olbrich muss schon ein wenig schmunzeln, wenn er sich an die erste Begegnung mit Wharitta (On-An) Mongkol erinnert. Die fand zwar nur am Telefon statt, hinterließ aber dennoch bleibenden Eindruck bei dem 31-Jährigen. „Das junge Mädchen am anderen Ende der Leitung hat mich direkt Papa genannt.

Das war sehr lieb, aber auch etwas seltsam”, erinnert er sich. Denn immerhin hatte er das Mädchen aus Thailand noch nie in seinem Leben gesehen - und eine Verwandtschaft zwischen beiden bestand auch nicht.

Inzwischen ist es für Olaf und seine Frau Bettina völlig normal, dass ein 17 Jahre altes Mädchen wie eine Tochter in ihrem Haus lebt und die beiden Mama und Papa nennt. Aber das macht natürlich auch den bevorstehenden Abschied nicht leichter. Wharitta, die in der Familie nur An genannt wird, hat nun fast ein Jahr bei der Dürwisser Familie als Austauschschülerin verbracht.

Dank eines Stipendiums wurde der Thailänderin ein Auslandsjahr ermöglicht, das sie in Deutschland bei dem Dürwisser Paar verbrachte. Bereut haben es beide Seiten nie - auch, wenn es nicht immer ganz einfach war. Dabei sind die Gasteltern von der Jugendaustauschorganisation „Youth for Understanding” gezielt auf die Aufgabe als Gasteltern vorbereitet worden. „Trotzdem ist es eine Herausforderung, eine Beziehung mit einem jungen Mädchen aufzubauen, das zunächst einmal kein Wort Deutsch spricht”, sagt Bettina Neuburg.

Heute kann sich An sehr gut in der deutschen Sprache ausdrücken, auch wenn die Grammatik sie manches Mal an den Rand der Verzweiflung gebracht hat. Doch auch gegen das Heimweh musste die 17-Jährige gemeinsam mit ihrer Gastfamilie manches Mal kämpfen: „Oft habe ich Thailand und meine Familie schon sehr vermisst”, erklärt An.

Vor allem der lange und harte Winter habe der sonnenverwöhnten Thailänderin zu schaffen gemacht. „Den ersten Schnee fand An ja noch toll. Aber irgendwann war es ihr dann doch zu viel”, erklärt Bettina Neuburg.

Nun steht nach gut einem Jahr der Abschied bevor. Am 8. Juli reist An zurück in die Heimat, nach Nan, das im Norden des Landes liegt. Und sie verlässt Deutschland und ihre Gastfamilie mit einem lachenden und einen weinenden Auge. „Ich freue mich schon auf meine Familie.

Aber ich werde Mama und Papa dort sehr vermissen”, sagt sie und meint damit ihre deutschen Gasteltern. Vor allem aber fällt es ihr schwer, sich von ihrem Gastbruder Lars (2) zu verabschieden, denn der ist dem Einzelkind An ganz fest ans Herz gewachsen.

Und auch die Freunde von der Gesamtschule Waldschule, in der sie ein Jahr gebüffelt hat - Deutsch gehörte dabei nicht zu ihren Lieblingsfächern, wie An zugibt - werden ihr fehlen. „Doch wir werden in Verbindung bleiben”, verspricht sie. Denn das sei ja heutzutage dank Internet und Skype kein Problem mehr.

Besondere Eindrücke

Bis zu ihrem Abschied hat die Familie noch einige Höhepunkte für die Gasttochter geplant, so geht es noch nach Paris und an die Nordsee. „Dann kann An noch ein paar besondere Eindrücke mit nach Thailand nehmen”, sagt Olaf Olbrich.

Ein Abschied für immer soll es allerdings nicht werden. Die Dürwisser wollen nächstes Jahr nach Thailand fliegen, um dann wieder Mama und Papa aus dem Mund ihrer thailändischen Gasttochter zu hören.
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