Noch kein Licht am Ende desTunnelstreits

Von: Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:
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Hier geht es eng zu: Die Bahnunterführung Röthgener Straße führt häufig zu gefährlichen Situationen. Ein Ausbau ist geplant, jetzt schert die Städteregion aus: Sie lässt andere Möglichkeiten prüfen.

Eschweiler. Die Röthgener müssen noch länger mit dem Nadelöhr am Sticher Berg leben. Die Städteregion gab jetzt eine Untersuchung in Auftrag, ob man die gefährliche Situation nicht durch eine andere Verkehrsführung und Ampelanlage entschärfen könnte.

Dies ist neu, denn die Städteregion, die Deutschen Bahn AG und die Stadt Eschweiler handelten vor Monaten eine sogenannte Planungsvereinbarung aus, wie die Durchfahrt für den Verkehr erweitert werden kann. Geschätzte Baukosten: sechs Millionen Euro, wovon die Stadt und die Städteregion 1,2 Millionen Euro zu tragen hätten.

Doch die hohen Kosten schrecken die Städteregion ab: Sie will Alternativen untersuchen lassen. Zudem geht sie davon aus, dass die Bahn selbst das Bauwerk bald sanieren würde und auch das dritte Gleis auf der Trasse Aachen-Köln noch nicht vom Tisch sei. Die Expertise, ob eine Änderung der Ampelschaltung oder eine neue Ampel an der Einmündung Eisenbahnstraße Abhilfe verschaffen, lässt sich die Städteregion 13000 Euro kosten. In einem Schreiben an die Stadt Eschweiler begründet Dezernent Uwe Zink von der Städteregion den Schritt auch mit der „derzeitigen Haushaltssituation der Stadt“.

In der Eschweiler Stadtverwaltung hat man für die Expertise und die daraus resultierende erneute Verzögerung allerdings wenig Verständnis. „Ohne dem Ergebnis der Untersuchung vorgreifen zu wollen, ist absehbar, dass die Unzulänglichkeiten und Gefährdungen, die aus einer zu engen Geometrie resultieren, nur durch eine Optimierung der Signaltechnik vorhersehbar nicht beseitigt werden können“, teilt die Stadt den Kommunalpolitikern mit. Diese werden in der kommenden Woche auch im Planungs- und Umweltausschuss informiert.

Im Rathaus behauptet man auch, dass die Städteregion von falschen Voraussetzungen ausgehe. Das dritte Gleis werde von der Deutschen Bahn nicht weiter verfolgt, heißt es. Zählungen hätten zudem ergeben, dass sich der Verkehr Richtung Stolberg bereits von der Röthgener Straße auf die Röher und Phönixstraße verlagert habe. Eine weitere Entlastung durch den 2. Bauabschnitt der Landesstraße 238 n sei demnach nicht zu erwarten.

An einer Stelle hakt die Argumentation der Städteregion aus Sicht der Stadt jedoch besonders: „Es stehen bei der Forderung nach einer Aufweitung des Bauwerkes nicht die Fragen der Leistungsfähigkeit, sondern der Sicherheit im Vordergrund“, entgegnet die Stadtverwaltung. Sie bedauere, dass der Ausbau durch die Vorgehensweise der Städteregion in weitere Ferne rücke.

Immer wieder kommt es in dem Tunnel zu gefährlichen Begegnungen von Fußgängern, Radfahrern und Autofahrern. Wegen der geringen Höhe können Lkw die Unterführung nur in der Mitte durchqueren. Auch die Rettungsfahrzeuge der Feuerwache müssen bei einem Einsatz durch das Nadelöhr.

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