Nichtraucher-Schutz sorgt für dicke Luft

Von: Patrick Nowicki
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Diskutierten über Bettensteue
Diskutierten über Bettensteuer, Nichtraucherschutz und Restaurantampel: die Gastronomen aus dem Süden der Städteregion. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Den Gastronomen ist die Laune verschalt. Schließlich steckt das Gewerbe in einer schwierigen Zeit, was sich auch in den zahlreichen Kneipenschließungen bemerkbar macht. „Das Geld sitzt nicht mehr so locker”, sagen die Wirte in der Region unisono.

Als der Rettungsdienst gegen 8.15 Uhr zu einem medizinischen Notfall an die Straße Atzenach gerufen wurde, da ahnten Anwohner und Sanitäter noch nicht, welche weitaus größere Bedrohung im wahrsten Sinne in der Luft lag: Kohlendioxid strömte durch das Haus, unbemerkt von den Anwohnern.

Furcht vor Verschärfung

Bei einem Thema ziehen gleich dunkle Rauchschwaden auf - das Nichtraucher-Schutzgesetz. Die Kneipiers befürchten eine Verschärfung und damit weit reichende Konsequenzen. „Aktuell liegt der Jahresumsatz einer Gaststätte im Durchschnitt bei 140 000 Euro. Da kann man keinen Speck ansetzen”, sagt Rainer Spenke, Geschäftsführer des Geschäftsbereich II in der Dehoga Nordrhein.

Viele seiner Mitglieder hätten viel Geld investiert, um die aktuellen Vorgaben umzusetzen. „Über Schlecker wird überall gesprochen, über das Kneipensterben nicht”, so der Gastwirt Karl-August Lersch.

Die Argumente, die die Gastronomen und Politiker austauschen, sind bekannt. Von „Eingriff in die Persönlichkeitsrechte” ist die Rede, davon, dass „die meisten Mitarbeiter in der Gastronomie rauchen”. Auch wenn die Meinungen der Politiker etwas auseinander gehen, an einem lassen sie keinen Zweifel: Das Nichtraucher-Schutzgesetz wird nicht aufgehoben.

Aber auch eine Verschärfung ist nicht vom Tisch, wofür sich vor allem der Sozialdemokrat Stefan Kämmerling scharfe Kritik anhören musste, denn seine Partei schließt das nicht aus.

Noch höher kocht des Wirtes Seele, wenn von der Restaurantampel die Rede ist, die als Hinweis für Verbraucher Gastronomiebetriebe kennzeichnen soll. Um die Kunden besser zu informieren, soll die Farbe der Ampel anzeigen, ob der Betrieb bei den Prüfungen der Behörden Punkte zur Beanstandung hatte. So führt ein Riss in einer Fliese schon zu Punktabzügen.

„Wir haben nichts gegen Kontrollen, aber dagegen, dass einem gesamten Berufsstand ein Stempel aufgedrückt wird”, meinte Marc Lersch vom Wirteverein Eschweiler. In die gleiche Kerbe schlug Kneipier Michael Esser: „Ich habe noch keinen Bauunternehmer gesehen, der eine rote Plakette trug, nur weil er einmal nicht sauber gearbeitet hat.”

Weiteres Ungemach deutet sich für die Hotels an. In der Städteregion Aachen denken einige Kommunen über die Kulturabgabe nach. Eine einhellige Meinung zur Bettensteuer, die manche Stadt schon eingeführt hat, haben die Wirte natürlich auch: „Die Reduzierung der Gewerbesteuer hat unserem Gewerbe sehr gut getan, eine Bettensteuer würde uns wieder hart treffen”, so die Hotelleiterin Anita Kloth.
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