Scherpenseel - Neues Leben auf dem Ponyhof in Scherpenseel

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Neues Leben auf dem Ponyhof in Scherpenseel

Von: Andreas Gabbert
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Ziemlich flott auf den Beinen: Obwohl das Island-Fohlen erst wenige Tage auf der Welt ist, galoppiert es mit seiner Mutter schon im hohen Tempo über die Weide. Foto: Andreas Gabbert

Scherpenseel. Das Island-Fohlen ist erst wenige Tage alt, aber dafür schon ziemlich flott auf den Beinen. Mit seiner Mutter galoppiert es wild über die Wiese und freut sich des Lebens. „In der freien Wildbahn müsste das Fohlen der Herde bei Gefahr folgen können, sagt Züchterin Ulrike Carduck.

Deshalb hat es die Natur so eingerichtet, das ein Fohlen bereits eine halbe Stunde nach der Geburt auf eigenen Beinen stehen kann. Die fünf Tage alte Stute trägt den Namen Draumsyn und ist das Nesthäkchen der „Isis vom Schwarzenweg”. Wie seine Mutter trägt es auch einen isländischen Namen. Draumsyn heißt übersetzt so viel wie „Die im Traum Erschienene”.

Kindergarten für Pferde

Mit der Geburt des Fohlens ist auch für Ulrike Carduck ein Traum in Erfüllung gegangen. Seit sie vor 15 Jahren mit der Uroma des Fohlens ihre Zucht begann, hat sie sich ein falb-geschecktes Fohlen gewünscht. Die kleine Stute mit dem cremefarbenen Fell und der dunklen Mähne hat ihr diesen Wunsch nun erfüllt.

Allzu lange werden Mutter und Kind aber nicht mehr auf ihrer Weide am Schwarzen Weg in Scherpenseel grasen. Noch in dieser Woche reisen die Beiden in die Eifel, wo sie mit anderen Stuten und Fohlen in einer Gruppe zusammenleben werden.

„Das ist wie im Kindergarten”, sagt Rudolf Carduck und lacht. Er ist der Mann fürs Grobe, er selbst würde sich wohl als Hausmeister bezeichnen. Zu seinen Aufgaben gehört das Reparieren der Zäune, das Mähen und vieles andere mehr.

In der Eifel wird sich auch ein Hengst zu der „Kindergartengruppe” gesellen. „Zehn Tage nach der Geburt sind die Stuten wieder rossig und lassen sich decken”, erklärt Ulrike Carduck. Im nächsten Jahr soll es bei den „Isis vom Schwarzenweg” nämlich wieder Nachwuchs geben und Draumsyn ein Brüderchen oder ein Schwesterchen bekommen.

Aber was fasziniert die Züchterin so an den Islandpferden, dass sie ihr Hobby vor drei Jahren endgültig zum Beruf gemacht hat? „Wenn man mit den Islandpferden umgeht, lässt sich gut entspannen. Die Tiere sind sehr genügsam”, sagt Carduck. Und natürlich saß sie als Kind schon hoch zu Ross und träumte von einem eigenem Pferd.

Mittlerweile steht gleich ein ganzes Dutzend Stuten in ihrem Stall. „Aber auf dem Ponyhof ist das Leben eben doch kein Ponyhof. Man muss mit Leib und Seele dabei sein”, sagt die Eschweiler Züchterin.

Eine Besonderheit der Islandpferde sind die Gangarten Tölt und Pass. Auf langen Strecken sei dies bequem und angenehm für den Rücken, erläutert die Chefin des Ponyhofs. Wer sich selbst einmal davon überzeugen möchte, hat bei verschiedenen Ausflügen die Gelegenheit dazu. Auf dem Ponyhof werden kurze Ausritte von 45 Minuten angeboten, aber auch mehrtägige Tagesritte. Zuletzt stand ein Dreitagesritt zur Kalltalsperre in der Eifel auf dem Programm.

Bis jemand auf Draumsyns Rücken Platz nehmen kann, wird es wohl noch eine Weile dauern. In der Regel beginnt das Einreiten im Alter von etwa 4,5 Jahren. Mit sieben Jahren geht es dann auch auf längere Touren. Bis dahin hat die kleine Stute noch etwas Zeit und darf sich im Eifeler „Kindergarten” austoben.
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