Neuer Waldbesitzer bremst Reiter aus

Von: Daniel Gerhards
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Der ehemalige Besitzer duldete Pferde auf nicht ausgewiesenen Reitwegen. Der neue Eigentümer des Bovenberger Waldes verbietet das Reiten auf diesen Pfaden. Das sorgt für mächtig Ärger, denn die behördlich gekennzeichnet Reitwege sind in schlechtem Zustand. Foto: Daniel Gerhards
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Kompromissbereitschaft: Reiterin Vera Erhardt würde gerne mit dem Waldbesitzer über eine Lösung sprechen. Foto: Daniel Gerhards

Eschweiler-Nothberg. Im Bovenberger Wald könnten sich Reiter eigentlich richtig wohlfühlen. Durch den Forst zwischen Nothberg und Heistern führen einige schöne Wege – genau das Richtige für einen Ausritt. Ärgerlich für Ross und Reiter ist, dass es im Bovenberger Wald kaum noch einen Weg gibt, den man benutzen darf oder oder auf sichere Weise nutzen kann.

Der neue Besitzer, ein Privatmann aus Mönchengladbach, hat nicht ausgewiesene Reitwege, auf denen das Reiten bislang geduldet wurde, für Pferde gesperrt. Dort hängen nun Reitverbotsschilder. Und das ärgert viele Berittene.

„Wir können nicht verstehen, warum der Eigentümer den Wald einfach dicht gemacht hat“, sagt Reiterin Vera Erhardt. An den Wegen gebe es keine Schonung und die Pferde machten auch nichts kaputt. „Wir reiten nicht kreuz und quer, sondern halten uns an die Wege. Und da galoppiert auch niemand lang wie ein Cowboy“, sagt Erhardt.

Fünf Höfe, 135 Hektar Wald

Rechtlich klar ist vor allem eines: Ein Besitzer darf seinen Wald nicht komplett abriegeln. Für Fußgänger gilt ein allgemeines Betretungsrecht. Das gelte aber zunächst nicht für Reiter, sagt Johannes Frings vom Regionalforstamt Rureifel-Jülicher Börde: „Wenn in einem Wald Reitwege vorhanden sind, dann sind die Reiter daran gehalten, diese Wege auch zu benutzen.“ Also: Reiten ist nur auf den gekennzeichneten Wegen erlaubt. Um zu den Wegen zu gelangen, dürfen Reiter auch Wanderwege benutzen. Andere Wege, die Frings „Trampelpfade“ nennt, dürfe man nicht bereiten. Faserwurzeln könnten durch die Hufe geschädigt werden, sagt Frings.

Auch die Städteregion steht auf der Seite des Waldbesitzers. „Wege, die nicht als Reitwege ausgewiesen sind, darf der Besitzer sperren. Es ist sogar seine zwingende Pflicht. Das Verhalten des Besitzers ist also in Ordnung“, sagt Robert Flader von der Pressestelle der Städteregion. Anders sehe es bei den ausgewiesenen Reitwegen aus: „Die Städteregion hat mit dem Vorbesitzer einen Vertrag über die Reitwege geschlossen“, sagt Flader, deshalb dürfe man diese nicht ohne weiteres sperren.

Für Frings scheinen Reiter im Wald ohnehin häufiger der Auslöser von Problemen sein. „Im Bovenberger Wald gibt es ein erhöhtes Reitaufkommen“, sagt er. Rund um den 135 Hektar großen Wald gebe es fünf Reiterhöfe. Zudem verhielten sie sich oft falsch, ritten in größeren Gruppen auf Wanderwegen oder hätten ihre Plaketten nicht dabei.

Das Plakette genannte Reitkennzeichen gibt Auskunft darüber, ob die Reiter ihre jährlich fällige Abgabe bezahlt haben. Die Gebühr beträgt im ersten Jahr 39 Euro, in folgenden Jahren 30,40 Euro für Privatpersonen. Mit diesem Geld sollen die Reitwege in Stand gehalten werden. Und das sei im Bovenberger Wald bisher nicht geschehen. „Die Reitwege sind teilweise nicht benutzbar“, sagt Vera Erhardt.

Dort seien zu viel Matsch, dicke Kieselsteine, auf denen die Pferde nicht laufen können, und „riesige Krater“. Erhardt: „Man steht mit dem Pferd davor und weiß nicht, ob man es schafft oder stürzt.“ Außerdem seinen die Reitwege so zugewachsen, dass man sich an Ästen und Zweigen Schrammen hole. „Wenn wir schon für die Reitplakette bezahlen, dann sollen die Wege auch in Ordnung sein.“

Handlungsbedarf sieht Frings dagegen nicht: „So wie es ist, ist es in Ordnung“, sagt der Forstbeamte. „Jede Autobahn hat mal ein Schlagloch. Das kann man erst dann sanieren, wenn Geld da ist. Genauso ist das bei den Reitwegen“, sagt er. Bei der Städteregion habe man dagegen erkannt, dass an den Wegen etwas zu ist. „Die Reitwege sollen im Frühjahr in Stand gesetzt werden“, sagt Flader. Was die Kosten abgeht, gehe die Behörde von einem „Betrag im unteren fünfstelligen Bereich“ aus.

Das könnte eine erste Verbesserung bringen. Dennoch würden die Reiter auch die anderen Wege gerne wieder benutzen. Sinnvoll wäre sicher ein Gespräch zwischen Besitzer und Reitern. Vielleicht könne man so eine vernünftige Regelung finden, mit der beide Seiten Leben können.

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