Eschweiler - Neuer Kämmerer: Das Personenkarussell dreht sich

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Neuer Kämmerer: Das Personenkarussell dreht sich

Von: Patrick Nowicki
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Wer wird der Nachfolger des Stadtkämmerers Manfred Knollmann im Verwaltungsvorstand mit dem Technischen Beigeordneten Hermann Gödde (links), Bürgermeister Rudi Bertram und dem Rechtsamtsleiter Dieter Kamp (rechts). Die SPD favorisiert den derzeitigen Leiter des Bürgermeister- und Pressebüros, Stefan Kaever. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Das Personenkarussell im Rathaus dreht sich in den nächsten Wochen gewaltig. Im Mittelpunkt steht die Wahl des neuen Kämmerers. In dieser Woche schauten sich die Parteien einige Kandidaten an. Die SPD-Mehrheit will in der Ratssitzung am 18. Februar für den derzeitigen Leiter des Bürgermeister- und Pressebüros, Stefan Kaever, stimmen.

Die Oppositionsparteien haben sich nicht auf einen einheitlichen Weg geeinigt. Einige von ihnen wollen erst gar nicht wählen lassen, sondern die Entscheidung erst nach der Kommunalwahl am 25. Mai treffen. Dies lehnen die Sozialdemokraten ab.

Zwei Bewerber lud die SPD zum Vorstellungsgespräch ins Rathaus. Lediglich die Ratsmitglieder nahmen an der Runde teil. „Stefan Kaever ist der aus unserer Sicht beste Kandidat“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Leo Gehlen. Der Sozialdemokrat begründet diese Entscheidung auch mit dem weit gespannten Aufgabenfeld des künftigen Kämmerers. Er sei schließlich als Dezernent auch für Jugend und Soziales verantwortlich.

„Einen reinen Finanzfachmann können wir da nicht gebrauchen“, teilt Gehlen mit. Für Kaever spreche auch, dass er in seiner derzeitigen Position schon an den Sitzungen des Verwaltungsvorstandes teilnehme. Er kenne die wichtigsten Interna im Rathaus.

Alles deutet also darauf hin, dass Kaever in der Sitzung am 18. Februar gewählt wird, denn die SPD besitzt mit der Stimme des Bürgermeisters Rudi Bertram (SPD) die absolute Mehrheit im Stadtrat. Die Diskussion und das Votum werden im öffentlichen Teil stattfinden. Die Wahl selbst wird aller Voraussicht nach nicht per Akklamation erfolgen. Mehrere Oppositionspolitiker kündigten bereits an, eine geheime Wahl zu beantragen.

Wahl erst nach der Wahl

Zunächst wird der Rat allerdings darüber befinden, ob die Stelle des Kämmerers noch vor dem 25. Mai, also der Kommunalwahl, neu besetzt wird. Der derzeitige Amtsinhaber Manfred Knollmann scheidet zum 1. August aus. Die Grünen, UWG, FDP und Linke wollen erst den neuen Rat entscheiden lassen. „Es ist einfach demokratischer, schließlich muss der neue Rat mit dem Kämmerer sechs Jahre lang eng zusammenarbeiten“, sagt Franz-Dieter Pieta, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen. In die gleiche Kerbe schlägt Albert Borchardt von den Linken: „Drei Viertel seiner Amtszeit muss der neue Kämmerer mit dem nächsten Rat zusammenarbeiten, da ist es sinnvoll, wenn dieser auch entscheidet.“

Dennoch gingen in dieser Woche mehrere Kandidatenrunden über die Bühne. Die CDU und UWG schauten sich gemeinsam fünf Bewerber an, die übrigen Oppositionsparteien nahmen vier Anwärter unter die Lupe. In den nächsten Tagen sollen Gespräche stattfinden. „Wenn wir mit unserem Antrag scheitern, die Wahl des Kämmerers zu verschieben, dann sollte sich die Opposition auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen“, sagt Manfred Waltermann von der UWG. Gleiches streben auch andere Parteien an.

Die größte Oppositionspartei im Rat, die CDU, macht keinen Hehl daraus, dass sie lieber an Manfred Knollmann als Kämmerer festhalten möchte. „Er hat das Haushaltssicherungskonzept aufgestellt und sollte es auch zu Ende führen“, argumentiert der CDU-Fraktionsvorsitzende Bernd Schmitz. Rechtlich möglich wäre eine Verlängerung über das Pensionsalter hinaus, das Knollmann im Jahr 2016 erreicht. Wie sich die Christdemokraten bei der Ratssitzung am 18. Februar verhalten, steht noch nicht fest. Die UWG hat im Vorfeld ohnehin klargestellt, gegen Knollmann zu stimmen, sollte dieser wieder zur Wahl stehen. Die Union kann sich in diesem Fall lediglich auf die FDP stützen, die ebenfalls den Amtsinhaber halten würde.

Letztlich läuft alles auf einen Alternativkandidaten aus. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP, Konstantin Theuer, gibt ein Anforderungsprofil heraus: „Wir brauchen in dieser Situation einen klaren Fachmann.“ Zu den Bewerbern zählen neben Stefan Kaever ein Dozent der Fachschule für Verwaltung, der zuvor als Bereichsleiter in einer Kämmerei tätig war, der Kämmerer einer Gemeinde sowie ein Amtsleiter bei der Städteregion Aachen.

Eine gemeinsame Linie, der alle Oppositionsparteien im Moment folgen, ist im Moment noch nicht zu erkennen. „Einen gemeinsamen Nenner in der Opposition zu finden, ist ein Wunsch. Mal sehen, was am 18. Februar passiert“, sagt Franz-Dieter Pieta von Bündnis 90/Die Grünen. Die verbleibende Zeit wollen die Oppositionspolitiker für intensive Gespräche nutzen.

Der derzeitige Amtsinhaber Manfred Knollmann soll nach Informationen unserer Zeitung der Stadtverwaltung in einer Funktion erhalten bleiben. Er soll weiterhin als Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe Eschweiler (WBE) tätig sein. Dies gehört derzeit auch zu seinen Aufgaben als Dezernent der Stadtverwaltung. Nach dem Rückzug der Firma Schönmackers Anfang des vergangenen Jahres ist Knollmann alleiniger Geschäftsführer der WBE.

Drei weitere leitende Positionen werden im Rathaus in den nächsten Monaten vakant: die Leitung der Volkshochschule, die Leitung des Amtes für Wirtschaftsförderung, Liegenschaften und Tourismus sowie die Leitung des Jugendamtes. Das Personenkarussell nimmt Fahrt auf...

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