Eschweiler - Neuer Bandsammelpunkt sichert Versorgung des Kraftwerks Weisweiler

Neuer Bandsammelpunkt sichert Versorgung des Kraftwerks Weisweiler

Von: Patrick Nowicki
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Der Blick vom Aussichtspunkt Inden auf den neuen Bandsammelpunkt im Tagebau: 100 Millionen Euro investierte RWE Power in die neue Anlage. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Für den Tagebau Inden war es eine notwendige Investition: 100 Millionen Euro steckte die RWE Power AG in den neuen Bandsammelpunkt. Um drei Kilometer nach Osten rückte das Unternehmen die Anlage, wo sämtliche Förderbänder des Tagebaus zusammenlaufen. Von dieser Stelle aus soll das gesamte Abbaugebiet bis zum Lucherberger See erreicht werden. Am Mittwoch ging der fünfte und somit letzte Förderweg in Betrieb.

Für 25 Jahre ist der Standort und die Versorgung des Weisweiler Kraftwerks mit Kohle damit garantiert. Mehr noch: „Dies ist auch eine Sicherung von vielen Arbeitsplätzen in der Region”, betont der Leiter des Tagebaus Inden, Arthur Oster. 850 Menschen zurzeit arbeiten im Tagebau, 570 Leute im Kraftwerk. Hinzu kommen noch 180 Auszubildende in der Eschweiler Werkstatt der RWE Power AG.

Eine leichte Aufgabe war die Versetzung des Bandsammelpunktes nicht. Oster spricht sogar von einer „ingenieurtechnischen Meisterleistung” und betont: „Wir haben mit dieser Investition den Sprung in die Neuzeit der E-Technik gemacht. Das war die größte Herausforderung für die Mitarbeiter.” Das Unterfangen gestaltete sich vor allem deswegen schwierig, weil die Versorgung des Kraftwerks mit Kohle gewährleistet bleiben musste. Die Rede ist immerhin von 75000 Tonnen Kohle täglich. Um so mehr erleichtert war der Tagebauleiter am Mittwoch, als das Ende der Bauarbeiten erreicht wurde - und dies „ohne einen einzigen Arbeitsunfall”. Auch der Zeit- und Kostenrahmen sei eigehalten worden.

Ein Lob erhielten vor allem die Mitarbeiter im Tagebau: „Viele mussten sich mit der neuen hochkomplizierten Technik beschäftigen, aber sogar die älteren Mitarbeiter setzten sich damit auseinander und eigneten sich das nötige Wissen an”, so Arthur Oster. Alleine zehn Millionen Euro zahlte der Konzern für eine neue Betriebsüberwachung.

20000 Kubikmeter Beton

Etwa zwei Jahre nahmen die gesamten Arbeiten in Anspruch. Der neue Bandsammelpunkt befindet sich auf einem wieder aufgeschütteten Boden. Da dieser bekanntlich noch leicht nachgibt, musste eine Platte so groß wie zehn Fußballfelder aus 20000 Kubikmetern Beton und 700 Tonnen Monierstahl gegossen werden. „Dadurch haben wir die Möglichkeit zu reagieren, wenn der Boden etwas sackt”, erläutert Arthur Oster. Auf dieser Platte, die im Oktober 2007 fertiggestellt war, wurde schrittweise der neue Bandsammelpunkt errichtet. Ausschließlich deutsche Unternehmen erhielten bei den europaweiten Ausschreibungen den Zuschlag, auch einige Firmen aus der Region waren beteiligt. „Es handelt sich vielfach um sehr spezifische Gewerke, die Unternehmen in der Region nicht anbieten”, so Andr Bauguitte, Sprecher der RWE Power AG.

Für den Bau selbst wurde auch auf das vorhandene Material des alten Bandsammelpunktes zurückgegriffen. „Diese Konstruktion ist etwas mehr als 20 Jahre alt gewesen und sehr stabil”, erklärt Arthur Oster. Zwischen 70 und 80 Prozent des alten Materials konnten genutzt werden. Allerdings wurde die gesamte E-Technik erneuert. Auch die Berieselungsanlage funktioniert nun nach den neusten Erkenntnissen. Um den gesamten Bandsammelpunkt mit Strom zu versorgen, installierten die Arbeiter eine 110-KV-Leitung an zwölf 30 Meter hohen Masten. Bisher verliefen die Leitungen auf dem Boden. Der erste Förderweg ging dann im Juni des vergangenen Jahres in Betrieb.

Vom Aussichtspunkt in Inden aus kann der gesamte neue Bandsammelpunkt in Augenschein genommen werden. Von dort aus erschließen sich die Ausmaße der 100 Millionen Euro teuren Anlage. Die Kosten setzen sich übrigens wie folgt zusammen: 60 Millionen Euro für die Bandanlagen und den Sammelpunkt, 12 Millionen Euro für die Fundamente und Flächen, 18 Millionen Euro für die Stromversorgung und 10 Millionen Euro in die Betriebsüberwachung.

Diese Investition gewährleistet den Zugang zu geschätzten 500 Millionen Tonnen Braunkohle und garantiert drei Prozent der jährlichen Stromerzeugung in ganz Deutschland für die nächsten 25 Jahre.
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