„Neue Wege zur Kunst”: Entscheidung für Entwurf von Koko Bi

Von: mic
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Naja, nicht wirklich so, aber
Naja, nicht wirklich so, aber so ähnlich könnte das „Denk-Mal” gegenüber der Volkshochschule wirken. Bereitwillig folgte die Jury dem Wunsch unserer Zeitung, sich als Skulptur zu versuchen. Foto: Michael Cremer

Eschweiler. Die „Neuen Wege zur Kunst 2011” werden Bleibendes hinterlassen, und zwar mehr als Spuren. Auf der Grünfläche gegenüber der Volkshochschule wird im September eine Skulptur des Künstlers Jems Robert Koko Bi installiert, die auch von der Zweideutigkeit ihres Titels lebt: „Denk-Mal”.

Eschweiler und seine Bürger dürfen sich also auf ein Geschenk freuen, das die Innenstadt weiter bereichern wird. An diesem Geschenk haben die Bürger mitgewirkt, denn sie waren an der Abstimmung, die der Eschweiler Kunstverein initiiert hatte, beteiligt.

Am 18. September wird es eine Neuauflage der „Wege zur Kunst” geben, mit der der Verein Kunst dorthin bringen will, wo Menschen sich tagtäglich bewegen und zusammenkommen: mitten in der Stadt. An diesem Tag wird ein Kunstwerk offiziell übergeben, das die Flüchtigkeit eines solchen Events überdauert. Dazu hatte es eine Ausschreibung gegeben, die sich an professionelle Künstler richtete und an der sich zwölf Kunstschaffende mit insgesamt 18 Entwürfen beteiligten. Die Künstler hatten sich bei einer Ortsbesichtigung ein Bild des Standortes und seiner Umgebung machen können.

Die Jury bestand aus sechs stimmberechtigten Gruppen, von denen fünf am Dienstag zum Votum in der Sparkasse an der Marienstraße zusammenkamen. Sechstes Jurymitglied war die Bevölkerung, die bis zu diesem Tag per Stimmzettel Punkte für die Entwürfe vergeben konnte, die allesamt in der Sparkasse ausgestellt waren.

Insgesamt landeten 63 dieser Zettel in der Glasbox; das Bürgervotum sah den „Zeitwandel” von Klaus Gehlen mit 62 Punkten knapp vor dem „Denk-Mal” von Jems Robert Koko Bi, für das 57 Punkte vergeben wurden. Bei der Sitzung der fünf anderen Jurygruppen am Dienstag landete das „Denk-Mal” noch weiter vorne, und zwar deutlich auf Platz eins. Die Wahl war somit getroffen.

„Ich bin froh, dass sich das Bürgervotum in der Entscheidung wiederfindet”, sagte Sparkassengebietsdirektor Klaus Wohnaut. Die Sparkasse und die Kulturstiftung des Unternehmens sind Sponsoren der Kunstaktion. Karl Heinz Hennerici als 2. Vorsitzender und Monika Kendziora als Geschäftsführerin des Kunstvereins hoben die Bedeutung des Standorts der Skulptur in der Anna-Klöcker-Anlage als verbindendes Element zwischen dem Talbahnhof und dem Skulpturenpark am Parkhaus Kaiserstraße hervor: Wege zur Kunst eben. Einen solchen beschreitet der Kunstverein auch mit einem Skulpturenführer. Die Broschüre, die Eschweilers Open-Air-Galerie vorstellt, soll bis September fertiggestellt sein. Darin wird sich dann auch das „Denk-Mal” von Jems Robert Koko Bi wiederfinden.

Der Künstler stammt von der Elfenbeinküste, ist Meisterschüler von Prof. Klaus Rinke (Düsseldorf) und lebt in Essen. Bereits 2002 hat Koko Bi bei den Eschweiler „Wegen zur Kunst” in der Dreieinigkeitskirche ausgestellt. Sein aktueller Entwurf sieht sieben jeweils drei Meter hohe Säulen vor, die er als Gruppe aufstellen will. Die Stelen schließen nach oben mit Händen und einem überdimensionalen Kopf in Denkerpose ab. Jurymitglied Prof. Dr. Wolfgang Menges sieht im „Denk-Mal” und seinem Standort vor der VHS eine ideale Verknüpfung. „Mich hat der Titel sofort fasziniert.” Die Zweideutigkeit trage eben auch die Aufforderung in sich nachzudenken.

Jems Robert Koko Bi habe sich riesig gefreut, als er am Dienstag von der Entscheidung erfuhr, sagt Monika Kendziora. Im Juni wolle er im Odenwald mit den Arbeiten beginnen. Dort habe er sich vom Forstamt 250 Jahre alte Eichenstämme reservieren lassen.
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