Neubaugebiet „Alter Sportplatz“: Schlicht, bunt, aber immer ein Blickfang

Von: jana Röhseler
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Individuell und doch vielfältig: die außergewöhnliche Wohnhofanlage in Dürwiß. Foto: Jana Röhseler

Eschweiler. Etwas Uniformes und dennoch Vielfältiges gestalten. Mit kleinen Mitteln viel erreichen und das große Ganze in den Vordergrund stellen. Das waren wohl die primären Ziele des Architekten Thomas Widynski, als er sich an die Planung der ersten Wohnhofanlage in Eschweiler-Dürwiß begab.

Das Ergebnis dieser spannenden Idee findet sich im Neubaugebiet „Alter Sportplatz“, genauer gesagt am Raiffeisenweg. Dort wurden seit 2011 fünf Einfamilienhäuser gebaut, die sich perfekt zu einer Wohnhofanlage zusammenfügen. Alle fünf Häuser – ein sechstes befindet sich noch im Bau – zeichnen sich vor allem durch zwei Dinge aus: Einfachheit und Funktionalität. Diese Kriterien kennzeichneten schon die große Baukunst der Zisterzienser.

Gemeinschaft der Nachbarn

Zwar sind die Bewohner des Raiffeisenweges keine Klosterbrüder, allerdings leben auch sie in einer besonders aufeinander bezogenen Gemeinschaft. Alle Häuser sind hellgrau, beschirmt werden sie von schlichten Satteldächern aus Tonziegeln. Die bunten Haustüren dienen quasi als Ersatz für die Hausnummern.

So begegnen sich die Bewohner dort – zurzeit sind es zehn Erwachsene und sieben Kinder – auch schon mal mit folgenden Worten: „Komm´ doch mal auf einen Kaffee vorbei. Ich wohne hinter der blauen Tür!“ Die Farbgebung von Türen und Fassaden in Anlehnung an die Ende der 1920er Jahre entwickelte puristische Farbklaviatur erinnert an einen großen Bauhausarchitekten.

Passend zum „Tag der Architektur“, der am Sonntag in ganz Nordrhein-Westfalen stattfand und bei dem vor allem architektonische Besonderheiten in privaten Wohnungen im Mittelpunkt standen, konnte eines der Häuser in der Wohnhofanlage besichtigt werden. Und dabei handelte es sich nicht um irgendein Haus, sondern um das Haus des Architekten Widynski selbst. Ja, auch er ist in die Wohnhofanlage gezogen. „Ich hätte mir früher nie vorstellen können, in ein Neubaugebiet zu ziehen“, gibt der Baufachmann, der vorher lange in Aachen gelebt hat, zu. „Aber ich dachte mir: Wenn ich das schon mache, dann möchte ich mir meine Umgebung auch aussuchen können und am besten gleich mitplanen.“ Doch as war gar nicht so einfach. Die Grundstücksfläche am Rande des Dürwisser Neubaugebietes war dabei ein echter Glückgriff. „Es war eine große Herausforderung, Leute zu finden, die sich solch ein besonderes Zusammenleben vorstellen können“, erklärt der Baukünstler weiter.

Zwischen 15 und 18 Uhr traf man sich vor der orangenen Haustür. Dort führte Thomas Widynski Interessierte in Kleingruppen durch sein Reich und erklärte, was man mit optischen Tricks und kleinen Mitteln alles erreichen kann. „Hier zählen keine individuellen baulichen Eitelkeiten“, so der Architekt, der sich stets Gedanken darüber macht, wie man konzeptionell wie auch formal in hoher architektonischer Qualität kostengünstig einen schönen Lebensraum schaffen kann. Zum einen durch das äußere Erscheinungsbild, zum anderen durch die klar strukturierten und wohlproportionierten Räume im Inneren, die sich durch schlichte Eleganz auszeichnen.

Dass die außergewöhnliche Wohnanlage in Dürwißm durchaus gut bei den Bürgern ankommt, zeigte sich am Ende des Tages der Architektur. Dort stellte ein frisch gebackenes Elternpaar die Frage: „Ist das sechste Haus schon verkauft?“

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