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Neben der Schule an der Uni büffeln: Stress, der Freude macht

Von: anka
Letzte Aktualisierung:
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Maik Luu (Mitte) und Michael Mertens (r.) vom Städtischen Gymnasium studieren zur Freude ihrer Lehrerin Christine Müller neben der Schule bereits an der RWTH Aachen. Foto: Anne Karduck

Eschweiler. Auf den ersten Blick unterscheiden sich die beiden eigentlich von niemandem in ihrer Altersklasse: In einer Band spielen sie, haben einen großen Freundeskreis und treiben Sport. Doch schaut man genauer hin, so stellt man fest, dass Maik Luu und Michael Mertens ein spezielles Hobby haben, das sie wohl kaum mit anderen aus ihrer 12. Jahrgangsstufe des Städtischen Gymnasiums Eschweiler teilen.

Ihre Leidenschaft gehört den Naturwissenschaften, die sie seit den Herbstferien neben der Schule ausleben dürfen. Die beiden Gymnasiasten sind nämlich als Schülerstudenten an der RWTH Aachen eingeschrieben - „eine tolles Angebot, das wir da wahrnehmen können”, zeigen sich Maik Luu und Michael Mertens mehr als begeistert von ihrem „Nebenjob”.

Während es Maik in die Chemie verschlagen hat, widmet sich Michael dem Studium der Mathematik. „Nachdem mir die beiden Schüler von Kollegen wegen ihrer hervorragenden Leistungen empfohlen wurden, habe ich ihnen gleich das Schülerstudium vorgeschlagen”, erinnert sich Christine Müller, Lehrerin am Städtischen Gymnasium, dass Maik und Michael nicht lange zögerten, um ihre Entscheidung für ein Studium neben der Schule zu fällen.

Veränderter Tagesablauf

„Das bedeutet allerdings auch, dass ich mindestens zwei Mal in der Woche vormittags zu den Vorlesungen fahren und somit den verpassten Schulunterricht später selbstständig nacharbeiten muss”, erläutert Maik Luu, der in der Mittelstufe auch eine Klasse übersprang, seinen veränderten Tagesablauf. „Stressig ist diese Doppelbelastung deshalb schon”, räumt der 16-Jährige ein.

Michael hat mit den Zeiten an der Uni etwas mehr Glück: Immer direkt nach der Schule oder abends stehen bei ihm die Vorlesungen und Übungen auf dem Programm. „Ein sehr zeitraubendes Vergnügen”, resümiert der 18-Jährige, der schon in der Unterstufe an der Begabtenförderung für Mathematik am „Städtischen” teilnahm. „Wenn allerdings die Lebensqualität der Schüler leidet, sollte mit dem Studium Schluss sein”, betont Christine Müller, dass das Studium vor allem Spaß bereiten solle.

Umso erfreulicher ist es, dass die Klausuren, die die jungen Naturwissenschaftler an der RWTH ablegen, anerkannt werden. So haben sie nach dem Abitur schon einige Pflichtprüfungen in der Tasche. „An der Uni geht einfach alles ungezwungener zu. Da sind Eigenverantwortung und Selbstdisziplin gefragt”, berichten die Schülerstudenten, dass die Materie, in die man sich hineinversetze, an der Hochschule eine ganz andere Dimension habe. „Klar denken einige unserer Mitschüler, wir seien Freaks”, schmunzeln sie über Klischees. „Von den Studenten an der Uni hingegen wird uns Respekt für das, was wir machen, gezollt.”

So oder so: Das Schülerstudium bleibt für beide eine tolle Erfahrung.
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