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Namen der Richter seit 1420 nachweisbar

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Gesetzbuch, Handschellen, Justitia: Sie gehören im Gericht zur täglichen Arbeit. Foto: imago/INSADCO

Eschweiler. Eigene Gerichtsbarkeit lässt sich bis in die fränkische Zeit zurückverfolgen. Königshof und Dorf Eschweiler wurden erstmals 830 von Einhard, dem Biografen Karls des Großen, urkundlich erwähnt. Der Besitz wechselte mehrfach die Herrschaft, aber dem Vorsteher des Hofes – zunächst iudex oder advocatus, später Schultheis (scoltetus) und seit Jülicher Zeit Vogt genannt – oblag stets die sogenannte niedere Gerichtsbarkeit.

Die Bedeutung des Richteramtes wuchs mit seiner im Spätmittelalter einsetzenden Vererblichkeit, so dass die Namen der Eschweiler Richter seit 1420 nachzuweisen sind.

Eine eingreifende Änderung in Organisationsstruktur und Aufgabenzuweisung erfuhr das Gericht erstmals in nachrevolutionärer französischer Besatzungszeit. Es wurde ein Friedensgericht gebildet, das auch nach Eingliederung des Rheinlandes in den preußischen Staatsvertrag unangetastet blieb. Eine weitere eingreifende Änderung war die Umwandlung des Friedensgerichts in das Amtsgericht heutiger Prägung am 1. Oktober 1879.

Königliche Verordnung

Wechselvoll ist die Geschichte der räumlichen Unterbringung des Gerichts. Über Jahrhunderte vollzog der Richter die Amtsgeschäfte in seiner Wohnung und erhielt dafür eine Entschädigung von seinem Dienstherrn. Anlässlich der Zuständigkeitserweiterungen des Friedensgerichts zum 1. September 1821 bestimmte eine königliche Verordnung vom 7. Juni 1821, dass dem Gericht in Eschweiler folgende Räume zur Verfügung zu stellen seien: ein Sitzungssaal, ein Beratungszimmer, das zugleich Dienstzimmer des Friedensrichters sein sollte, ein Zimmer für den Gerichtsschreiber und einen Raum für die Gerichtsakten.

Diese Räume wurden von einem Privatmann aus Eschweiler für 300 Francs jährlich angemietet, nach zwei Jahren jedoch wieder aufgegeben, da der Behörde der Preis zu hoch war. Das Gericht wurde wieder in die Wohnung des Richters verlegt, der dafür eine jährliche Entschädigung von 200 Francs erhielt.

Erst 1862 stellte die Stadtgemeinde Eschweiler dem Gericht einen Sitzungssaal und zwei weitere Räume mietweise zur Verfügung. Da mit der Aufgabenerweiterung zum 1. Oktober 1879 der Raumbedarf weiter wuchs, zog das Gericht zwei Jahre später in ein angemietetes Haus unweit der Stelle, an der es sich heute befindet.

Angegliedertes Gefängnis

Als auch dort die Zustände insbesondere im Bereich des angegliederten Gefängnisses unhaltbar wurden, entschloss sich die Justizverwaltung zu einem Neubau. Fertigstellung und Bezug des Gebäudes nebst Gefängnis erfolgte am 17. Januar 1907. Am 25. September 1969 ging das Grundstück in das Eigentum des Landes NRW über. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude an der Kaiserstraße zeigt im Bereich der Hauptfassade, im Treppenhaus und im großen Sitzungssaal Ausstattungsmerkmale der Hochrenaissance unter Verwertung heimischer Motive.

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