Nadine Leonardt ist neue SPD-Fraktionsvorsitzende

Von: Patrick Nowicki
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Eschweiler. Die neue Legislaturperiode des Rates hat noch gar nicht offiziell begonnen, schon präsentiert uns die Mehrheit eine Überraschung. Sie trägt den Namen Nadine Leonardt.

Die Kinzweiler SPD-Ortsvereinsvorsitzende schob sich schließlich in dieser Woche an die Spitze ihrer Fraktion. Nicht Favorit Peter Gartzen, auch nicht Stephan Löhmann, den einige auch vorne sahen, sondern eine vermeintliche Hinterbänklerin. Dabei wissen Insider schon seit Jahren, dass Nadine Leonardts Wort in der SPD-Fraktion Gewicht hat. Die 37-Jährige ist allerdings keine Lautsprecherin bei öffentlichen Sitzungen, vielmehr gilt sie als engagierte Arbeiterin.

Dazu kommt noch der politikwissenschaftliche Hintergrund, denn die zweifache Mutter hat ein Studium absolviert. Dies schien der Mehrheit in der SPD-Fraktion das bessere Paket zu sein als Peter Gartzen. In den nächsten Wochen wird es bei der SPD vor allem darauf ankommen, dass nach der Kampfabstimmung kein Riss entsteht, sich keine Lager bilden. Denn eines konnte man den Genossen an der Inde in den vergangenen Jahren nicht absprechen: Sie demonstrierten auch bei schwierigen Entscheidungen Geschlossenheit. Daran ist die Opposition mehr als einmal zerschellt wie ein alter Kahn an scharfen Klippen.

Geschlossenheit dürfte auch bei der Eschweiler CDU auf der Wunschliste stehen. Bis Donnerstagabend war noch nicht klar, wer die Partei im Rat führen soll. Der bisherige Fraktionsvorsitzende Bernd Schmitz war ebenso ein Kandidat wie der Stadtverbandsvorsitzende Willi Bündgens. Die Union hat sich Zeit gelassen, aber nicht zu viel Zeit. Die Wahl für Bündgens ist zumindest ein Signal, dass die Partei in der Gesamtheit in Eschweiler aus ihren Fehlern lernen will.

Nicht mehr und nicht weniger. Jetzt wird sich zeigen, wie der in der Kommunalpolitik erfahrene Willi Bündgens die Weichen für die Zukunft der Union in Eschweiler stellt. Seine Hauptaufgabe wird vor allem darin bestehen, eine schlagfertige Truppe um sich zu scharen, die bei den nächsten Kommunalwahlen ein besseres Ergebnis für seine Partei erzielt.

Das Duell der Ratssitzungen lautet also vorrangig Leonardt gegen Bündgens. Das verspricht zumindest interessante Diskussionen im Ratssaal. Es prallen dann zwei unterschiedliche Charaktere, zwei unterschiedliche Politikergenerationen aufeinander. Ein Ergebnis gibt es schon vorneweg: Bündgens Wahl war erwartet worden, Leonardts Wahl weniger. Insofern gelingt den Genossen der erste Coup! Ob ihnen das für die nächsten Jahre hilft, wird sich zeigen.

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