Nachwuchs-Planer stellen Konzepte zur Umgestaltung des Ortskerns vor

Von: Rudolf Müller
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Öd und ungenutzt: So präsent
Öd und ungenutzt: So präsentiert sich der historische Frankenplatz heute. Junge Planer stellen sich auf einem wie früher baumbestandenen Platz inmitten verkehrsberuhigten Raums Wochenmärkte und andere Veranstaltungen vor. Die Konzepte werden nun dem Planungsausschuss vorgestellt und gemeinsam mit Bürgern weitzer ausgearbeitet. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Dass Weisweiler sich als Stadtteil Eschweilers ein wenig stiefmütterlich behandelt fühlt, ist seit Jahrzehnten fast ein geflügeltes Wort. Tatsache ist: Der Ort wirkt in vielen Bereichen vernachlässigt und alles andere als attraktiv.

Tatsache ist aber auch: Die Stadt ist engagiert dabei, dies zu ändern und dem Ort neue Perspektiven zu geben.

Nach der unter reger Beteiligung der Bürger stattgefundenen „Bürgerwerkstatt” und der Projektwoche im alten Feuerwehrgerätehaus im vergangenen Oktober folgte jetzt der nächste, deutlich konkretere Schritt des Projekts „Weisweilern im Wandel”.

Am Donnerstagabend präsentierten Studenten des Masterstudiengangs Städtebau im Foyer der Weisweiler Festhalle einem halben Hundert interessierter Bürger das, was sie sich auf der Basis der Bürgerwünsche und -anregungen unter dem Weisweiler der Zukunft vorstellen. Unter Leitung von Prof. Dr.-Ing Hildegard Schröteler-von Brandt (Uni Siegen) und Prof. Yasmin Utku (TU Dortmund) haben die Studenten in Gruppenarbeit Ideen und Konzepte entwickelt, die selbst Fachleute - hier namentlich Eschweilers Technischer Beigeordneten Hermann Gödde - in anerkennendes Staunen versetzten.

„Da finden sich diskussionswürdige Ideen und Konzepte, auf die wir selbst nie gekommen wären”, lobt Gödde. Konzepte, denen eines gemeinsam ist: die Nachteile des Ortes (zum Beispiel die Belastung des Ortskerns durch Lkw-Verkwehr) zu minimieren und vorhandene Qualitäten auszubauen und hervorzuheben. Und davon gibts viele: „Wohnen am Fluss” ist eines der Stichworte, „Naherholung” ein anderes.

Und weil Geld nun mal überall knapp ist, setzten die jungen Planer Schwerpunkte auf Dinge, die mit wenigen Mitteln umzusetzen sind und dem Ort dabei ein neues, freundliches, unverwechselbares Gesicht geben. Dazu gehört unter anderem die Betonung fränkischer Wohnhöfe wie auch das Einfamilienhaus mit Garten. Und weil aus jungen Bürgern zwangsläufig ältere werden, wird auch das Miteinander groß geschrieben: Vor allem im Ortszentrum, am alten Feuerwehrgerätehaus, sehen die Entwürfe seniorengerechten Wohnbau vor. In Unmittelbarer Nähe von Angeboten für die Jugend: einem Jugendtreff in der Feuerwache, einem Spielplatz an der Schützenhalle, Cafés und Gaststätten mit Außengastronomie am „Lindenplatz” nahe der Sparkasse.

Handel stärken, Grün erleben

Der Frankenplatz, historischer Ausgangspunkt der Entwicklung Weisweiler, soll seinem Dornröschenschlaf entrissen werden und - mit neuem Belag und weiteren Bäumen, wie es sie früher dort gab - als Marktplatz sowie Veranstaltungsort von Festen und Themenmärkten dienen. Auch die Umgebung des Frankenplatzes soll als „Begegnungszone” Fußgängern mehr Rechte einräumen und den Lkw-Verkehr aus dem Ort fernhalten.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Ortskerns ist es die neben der Euregiobahnlinie liegende Großkreuzung mit ihren ständigen Verkehrsstaus, die vielen ein Dorn im Auge ist. Vorschlag der jungen Planer: ein Kreisverkehr. Zwischen Frankenplatz und Inde soll die Tankstelle an den Bahnhaltepunkt verlegt un d das so freiwerdende Areal an der Hauptstraße für einen Discounter mit Vollsortiment genutzt werden.

Baulücken im Ortsinneren zu schließen und neben jungen Familien älteren Mitbürgern in Mehrgenerationenhäusern Wohnraum zu bieten, bedeutet schließlich auch, die Versorgungsmöglichkeiten zu den Bewohnern zu bringen, statt sie auf die für viele kaum erreichbare „grüne Wiese” zu verlagern. Stattdessen sollen Hauptstraße und Lindenallee durch eine Linie von Lichtpunkten, durch abgestimmt verschönerte Fassaden, durch einheitlich farbig gestaltete Gehwege vor den Geschäften, durch Hinweistafeln auf „Points of interest” und besondere Läden und ähnliches mehr zu einem starken Rückgrat des Ortes werden.

Gedacht ist auch an eine „Energieroute” mit einem Minikraftwerk am nördlichen Ortseingang, einem „Energiespielplatz” an der Feuerwache, einer Energieberatungsstelle an der Sparkasse und ähnlichem mehr.

Vorhandende Trampelpfade sollen ausgebaut und zu einem Rundwanderweg durch Weisweiler, Hücheln, die Indeauen und über die Kippe werden. Dort könnten Outdoor-Brettspiele, Kunstwerke und ein Klettergarten das wilde Grün in ein Naherholungsparadies verwandeln. Denkbar, so die jungen Planer, sei sogar ein Naturfreibad an der Inde.

Und nicht zuletzt empfahlen sie die Gründung einer Werbegemeinschaft Weisweiler, damit der Einzelhandel dort gemeinsam erstarken könne. Zum Beispiel mit „Treuekarten” für eben solche Kunden. „Testexemplare”, die großen Anklang fanden, gabs schon Donnerstag.
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