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Nach zwei Stunden Bluesrock waren Künstler und Zuhörer dankbar

Von: psi
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Uberbrückte federleicht die Spanne von B.B. King über Hendrix zu Robert Plant: der britische Gitarrist und Sänger Innes Sibun. Foto: Paul Santosi

Eschweiler. Innes Sibun, gebürtiger Brite, ließ sich wie die meisten internationalen Musiker bei „Blues meets Rock” nicht davon abbringen, ein paar warme Worte auf Deutsch ins Publikum zu streuen. Die Leute, die trotz widriger Wetterverhältnisse den Weg ins Kulturzentrum Talbahnhof gefunden hatten, freute es.

Verstärkt durch Steve Hall am Bass und Robbie Brian am Schlagzeug bediente Sibun das gute alte Stereotyp, wonach Bluesrocker live auf der Bühne allemal besser rüberkommen, als durch sterile Studioaufnahmen. Allerdings war der Mann von der Insel stimmlich etwas mitgenommen und legte wohl daher noch mehr Energie in seinen manchmal etwas ausufernden Gitarrenstil. Rund sechzig treue Fans waren beeindruckt.

Nur um Missverständnissen vorzubeugen: Innes Sibun gehört mit seinen Gastspielen unter anderem bei Robert Plant schon zu den ganz Großen seiner Zunft. Allein, die abwechslungsreichere Besetzung mit einem zusätzlichen Keyboarder, so wie bei einem früheren Auftritt in Eschweiler schon gehört, wurde diesmal vor Ort etwas vermisst.

Dabei war das Programm recht differenziert. Die Band begann locker, streute anfangs ein paar swingende Jazzpassagen ein und brachte mit „Honey Hush” auch passable Blues-Klassiker zu Gehör. Die Hendrix-Hommage, bestehend aus Hits wie „The wind cries Mary”, „Hey Joe” und „Little Wing” jedoch klang etwas arg professionell abgespult. Das gab es bei anderen „Blues meets Rock”-Interpreten im Talbahnhof schon innovativer und interessanter.

Mit einem richtig guten RocknRoll von seinem Album „Farmhouse Blues”, an dem auch Chuck Berry seine helle Freude gehabt hätte, holte der Meister am Ende des ersten Sets aber wieder gehörig auf.

Auch nach der Pause war die Rollenverteilung auf der Bühne ziemlich klar: Hall und Brian waren das eingespielte Rhythmus-Team, auf dessen zuverlässiger Basis-Arbeit sich Innes Sibun jederzeit prächtig auslassen konnte.

Höhepunkt des zweiten Sets war sicher „As the years go passing by”, ein Stück, an dem sich schon unzählige Bluesmusiker versucht haben. Hier merkte man vielleicht am deutlichsten den Einfluss, den Plant und Page von Led Zeppelin bei Innes Sibun hinterlassen haben.

Nach zwei Stunden recht guter Blues-Unterhaltung im Talbahnhof war nicht nur das Publikum dankbar, sondern auch Innes Sibun, der zwischendurch einmal launig bemerkte: „Schön, dass Ihr gekommen seid. Jetzt haben wir endlich genug Spritgeld zusammen, um wieder nach Hause fahren zu können.”
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