Eschweiler - Nach Mathe Clown in der Manege

Nach Mathe Clown in der Manege

Von: pan
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Mit Brot fängt man Ziegen: Benito Ortmanns zeigt ein kleines Kunststück mit dem Vier-, pardon: Zweibeiner. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Benito Ortmanns kann es kaum erwarten. Nur noch wenige Tage, dann kann der Zwölfjährige wieder seiner Leidenschaft nachkommen, die einmal sein Beruf werden soll: Der Junge möchte in die Fußstapfen seines Vaters treten und im Zirkus als Artist arbeiten.

Eigentlich macht er das schon heute, denn wenn der Zirkus Amany zur Vorstellung ruft, dann ist Benito dabei. In der Manege tobt er als Clown, vollführt Kunststücke mit dem Lasso und lässt Ziegen nach seiner Pfeife tanzen.

Erste Station

Derzeit hat der Zirkus seine Zelte auf dem Eschweiler Drieschplatz aufgeschlagen. Die Indestadt ist die erste Station nach dem langen Winterquartier. Seit Ende Oktober war Stolberg-Atsch die Heimat der Artistenfamilien. Benito besuchte die Schule an der Kogelhäuserstraße. Jetzt besucht die Zirkusschule zwei Mal in der Woche die Familie auf ihrer Tour durch Deutschland. „Die bekommen ganz schon viele Hausaufgaben auf“, berichtet Vater Alfons Ortmanns.

Seit sechs Generationen betreiben die Familien Neigert und Ortmanns einen Zirkus, reisen von Stadt zu Stadt. Genau das aber macht einen Reiz des Zirkuslebens aus, wie Alfons Ortmanns betont. Der 42-Jährige steht in der Manege, seit der denken kann. „Und immer noch bin ich vor Vorstellungen so nervös wie am ersten Tag“, sagt er. Es sei ja nicht so, dass man einfach eine DVD einlege und alles laufe. Manches kann auch schiefgehen. Ortmanns wirft in der Show Messer und spuckt Feuer. Einmal hat eine Klinge das Bein seiner Frau gekratzt. Das war auch schon der schlimmste Unfall in seiner Karriere. „Die Wunde war nach zwei Tagen verheilt, aber der Ehekrach hat mindestens vier Wochen gedauert“, erzählt er lachend. In einem kleinen Familienzirkus muss sich jeder an vieles versuchen: Ortmanns selbst war schon auf dem Hochseil, auch die Tierdressur liegt ihm. „Am liebsten allerdings bin ich der Clown!“ Sohn Benito ist da schon wählerischer.

Auf dem Drieschplatz wurde extra für den Zirkus der Schnee beseitigt, bis zur Premiere am Donnerstag soll der Matsch getrocknet sein. Warten wollte und konnte der Zirkus im Winterlager nicht mehr. Schließlich kommen dann keine Zuschauer. Das Geld wird knapp für die drei Familien, schließlich sind nicht nur die Menschen, auch die über 40 Tiere zu versorgen. Zum Amany-Stall gehören Hühner, Tauben, Ponys, Ziegen und Lamas. Nicht alle kommen sie in der Manege zum Einsatz, aber geprobt wird täglich.

Kein Zuckerschlecken

Das Zirkusleben klingt abenteuerlich, ein Zuckerschlecken ist es aber nicht. 400 verschiedene Familienbetriebe touren durch Deutschland. „Da gibt es durchaus den Konkurrenzgedanken“, sagt Ortmanns. Auch die Suche nach einem geeigneten Gelände gestaltet sich nicht immer einfach. In Eschweiler habe man aber sehr gute Voraussetzungen gefunden, lobt er.

Zwei Stunden Programm will man den Zuschauern bieten. Noch am Sonntag wird abgebaut, dann zieht der Tross weiter nach Merkstein.

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