Musikmix aus springenden Tänzen und melodiösen Chansons

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„Auf den Spuren von Dufays ‚Le Serviteur‘“ lautet der Titel der „Tonspur Nr. 45“. Spielen wird das Ensemble 714 bestehend aus Laura Frey, Claudia Nauheim und Anna Janui. Foto: F. Sachsenröder

Langerwehe/Eschweiler. Drei junge Musikerinnen sind am kommenden Montag, 16. Juni, bei den „Tonspuren“ im Töpfereimuseum Langerwehe zu hören, die Musik des 15. Jahrhunderts mit ihren Instrumenten (Blockflöten und Gamben) zu interpretieren verstehen.

Laura Frey, Claudia Nauheim und Anna Janui feierten als Ensemble 714 ihr Debüt beim internationalen Bachfest Leipzig 2012. Das Konzert beginnt um 20 Uhr, Einlass ist ab 19.30 Uhr.

Geführt von der „Chanson Le Serviteur“, die wahrscheinlich aus der Feder Dufays stammt, begeht das Programm eine klangliche und „formelle“ Reise durch das 15. Jahrhundert. Zwischen springenden Tänzen, melodiösen Chansons, intellektuell verschachtelten Instrumentalstücken und schwebenden Messsätzen begegnet der Zuhörer der Serviteur-Melodie schließlich wie einem guten alten Bekannten.

Somit werden wichtige Bearbeitungstechniken der Zeit vorgeführt wie die Parodiemesse, die Intavolierung und die Kontrafaktur. Auch dem unerfahrenen Hörer werden ganz nebenbei auf höchst angenehme und unterhaltsame Weise die Techniken und Spielarten der Renaissancemusik nahegebracht, indem er immer wieder Melodien oder Abschnitte der bekannten Chanson erhaschen kann.

Das Lesen aus Faksimile (Notenoriginalen) wirft spieltechnisch völlig andere Fragen auf als das Lesen aus Neuausgaben – und führt zu Ergebnissen, die die andere Herangehensweise nie hätte vermuten lassen. Nicht nur das unmittelbare Zusammenspiel ist davon geprägt, sondern Tempo und Vorzeichenbehandlung ebenso wie Klangfärbung und Besetzungsfragen.

Die Gruppe geht damit in Sachen Aufführungspraxis einen entscheidenden Schritt auf das Musikstück zu. Die Musikerinnen sind im Bereich der Alten Musik auch in anderen Formationen sehr aktiv und erfolgreich, ihre Einspielungen werden in der internationalen Fachpresse hoch gelobt. Sie spielten unter anderem bereits im Rheingau-Musikfestival, MDR-Musiksommer, Internationales Bachfest Leipzig, Tage Alter Musik im Saarland, Händelfestspiele Göttingen, Musica Viva Osnabrück, sowie in Holland, Belgien, Ungarn, Frankreich, Österreich, Italien und der Schweiz.

Neben ihrer konzertanten Tätigkeit unterrichten sie unter anderem an der Musikhochschule Leipzig in der Abteilung Alte Musik. Die „Tonspuren“ veranstaltet der Förderkreis für das Töpfereimuseum seit vier Jahren; „Tonspuren“ heißt Kammermusik mit historischer Aufführungspraxis auf hohem Niveau in lockerem Ambiente. Der Eintritt beträgt zwölf Euro, Schüler haben freien Eintritt. Karten können unter Telefon 02423/4446 reserviert werden.

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