Eschweiler - Musik ist Familientradition bei Deutschles in Röthgen

Musik ist Familientradition bei Deutschles in Röthgen

Von: mic
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Spielmannszug
Naja, die dicke Tromm und die Lyra sind nicht unbedingt ihre Instrumente, denn das ist eindeutig die Marschtrommel. Willibert Deutsche, sein Sohn Guido und Enkel Maurice halten bei Blau-Weiß die lange Familientradition hoch.

Eschweiler. Seit vielen Jahrzehnten ist der Spielmannszug Blau-Weiß Röthgen eine feste Größe in Eschweilers bunter Musiklandschaft. Wer in der Chronik blättert, stößt unweigerlich auf einen Namen, der untrennbar mit dem Werdegang des Korps´ verknüpft ist: der der Familie Deutschle. Und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Seinen Ursprung hat der Spielmannszug Blau-Weiß in der 3. Kompanie der St.-Rochus-Bruderschaft Röthgen. Damals, an einem Novemberabend im Jahr 1925, saßen die Schützenbrüder in ihrem Stammlokal, der „Krim” an der Odilienstraße, zusammen und kamen überein, ein Trommlerkorps zu gründen.

Die Idee wurde schnell in die Tat umgesetzt, bereits beim folgenden Karneval begleitete der Spielmannszug die Blauen Funken bei einem Umzug. Doch 1939, als der Krieg begann, endete die Geschichte des Spielmannszuges jäh. Erst 1946 gelang unter großen Schwierigkeiten ein Neubeginn. In diesen Tagen war auch schon Peter Deutschle sen. dabei, der einige Jahre später seinen Sohn Willibert mit dem Musikervirus „infizieren” sollte.

Als Vater, der Flöte spielte, zu Hause probte, habe er irgendwann Feuer gefangen, erinnert sich Willibert Deutschle. Irgendwann ist er mit zu den Proben bei Flatten gegangen und feierte dann 1953 beim Schützenfest der St.-Rochus-Schützen seine Premiere. Seitdem hat ihn Blau-Weiß nicht mehr losgelassen.

Im Jahr darauf folgte der erste große Auftritt, das war bei der Prinzenproklamation des unvergessenen Jupp Carduck. Heute, als 64-Jähriger, blickt Willibert Deutschle mit Stolz auf die lange Zeit zurück, die ihn mit dem Spielmannszug Blau-Weiß verbindet. Und stolz ist der 1. Vorsitzende und Korpsführer auch darauf, dass seine Familie die Tradition wie selbstverständlich fortführt.

Sein Sohn Guido und dessen Sohn Maurice haben seine Liebe zur Marschtrommel geerbt und gehören zum festen Stamm der Spielleute. Sieben, acht Jahre alt sei er gewesen, als er mit dem Musizieren angefangen hat, blickt Guido Deutschle zurück. Doch dann kamen Jahre, in denen andere Dinge wichtiger wurden, vor allem der Fußball.

Als C-Jugendlicher hat er bei der ESG angefangen und spielte dort bis zur A-Jugend. 1985 fand er dann zurück zum Spielmannszug, wo er, wie es sein Vater lange getan hat, den Nachwuchs an der Marschtrommel ausbildet.

15 Aktive zählt das Korps heute, das seit langem auch Regimentsspielmannszug der Roten Funken ist. „Es gab Zeiten, da waren wir über 30”, sagt Willibert Deutschle. „Da hatten wir einen ziemlich starken Jungmännerbereich.” Der Nachwuchs ist rarer gesät als in früheren Jahren, das geht vielen Vereinen heute ähnlich.

Umso glücklicher ist Willibert Deutschle, dass sein Enkel Maurice in die Fußstapfen seines Vaters getreten ist. Vor drei Jahren hatte er seinen ersten großen Auftritt als Solotrommler, das war beim Großen Zapfenstreich auf dem Weisweiler Schützenfest. „Da war ich ziemlich aufgeregt”, erinnert sich der 13-Jährige. Aber das Lampenfieber war schnell verflogen und Maurice machte seine Sache prima. Hinterher flossen Freudentränen, Opa und Papa waren mächtig stolz.

Mit seinem Soloauftritt hat Maurice die Familientradition der Deutschles fortgesetzt, und zu der gehört auch, dass Guidos Ehefrau Ramona und seine Mutter Ute voll hinter dem stehen, was ihre Männer bei Blau-Weiß tun. „Ich kenne das nicht anders, für mich ist das alles ganz normal”, sagt Ute Deutschle. Ihr Mann weiß, was die Spielleute an ihren Frauen haben: „Wenn die Familie nicht mitmacht, kannst du alles vergessen.”

Probe ist normalerweise einmal in der Woche, doch vor großen Ereignissen treffen sich die Trommler und Pfeifer auch häufiger. Und ein solches Ereignis steht unmittelbar bevor: Das kommende Wochenende gehört ganz den Spielleuten. Gemeinsam mit dem Spielmannszug Grün-Weiß Lohn und dem der Freiwilligen Feuerwehr hat Blau-Weiß den 3. Tag der Eschweiler Spielleute vorbereitet, der am 10. und 11. September mit großem Programm daherkommt. Dann werden auch Willibert, Guido und Maurice Deutschle dabei sein und dem Eschweiler Publikum gemeinsam mit ihren Spielfreunden von Blau-Weiß einige schöne Stunden bereiten.
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