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Music Festival: Sex & Drugs & Rock´n´Roll? Von wegen!

Von: Rudolf Müller
Letzte Aktualisierung:
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Bekommen mit dem EMF alle Hände voll zu tun: Sina Müller (oben) und Ceylan Efeoglu studieren in Aachen Eventmanagement und absolvieren bei Max Krieger ein Praktikum. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Max Krieger sitzt völlig entspannt in seinem Büro am Markt. Die Vorbereitungen fürs Eschweiler Music Festival 2010 laufen vollkommen nach Plan. Und gerade das macht ihn nervös. „Wenn alles läuft, geht meistens etwas schief...”

Andererseits: 19 Jahre Festival-Erfahrung geben dem Kulturmanager die nötige Routine, auch dieses EMF bis ins Kleinste so vorzubereiten, dass Überraschungen ihn nicht schrecken können.

In Koblenz ist Ludwig „Lulu” Castell zur selben Zeit am Mittwochnachmittag mit seiner Crew dabei, die EMF-Bühne in Einzelteilen auf zwei große Trailer zu verladen. An die 35 Tonnen Material kommen da zusammen.

Die Bühne ist dieselbe, die sonst beim Aachener Kultursommer auf dem Katschhof zum Einsatz kommt: 21 Meter breit, 14 Meter tief, 11,76 Meter hoch. Per Handy hält „Lulu” Kontakt zu Max Krieger: „Hier läuft alles ordentlich, da braucht sich keiner Sorgen zu machen.”

Donnerstagmorgen gegen acht rollen die beiden Lkw mit ihren Anhängern auf den Eschweiler Marktplatz. 14 Mann machen sich dann an den Aufbau der Bühne. Gegen 18 Uhr soll sie stehen - Lichtinstallation inklusive. Die Tonanlage folgt tags darauf.

Sina Müller und Ceylan Efeoglu sitzen derweil in Max Kriegers Büro und versuchen sich an einem Computerprogramm zur Herstellung eines Leitsystems, sprich: Beschriftungen von „VIP-Bereich” bis „Garderobe”.

Die 24-Jährige aus Aachen und ihre 20-jährige Kommilitonin aus Siegen machen bei Max Krieger ein dreimonatiges Praktikum, Teil ihres fünfsemestrigen Studienganges „Event-Management” an der privaten Europäischen Wirtschafts- und Sprachenakademie (EWS) in Aachen, an den sich ein weiteres, sechsmonatiges Praktikum anschließt.

Die drei Monate bei Krieger dürften für die Beiden erlebnisreich werden: Neben der Veranstaltungsserie „Stolberg goes France” fallen das EMF samt dem von der Städteregion angebotenen Nina-Hagen-Konzert am Samstag, das Pur-Konzert auf dem Eschweiler Marktplatz am Wochenende darauf und die Monschau-Klassik-Konzerte in diese Zeit.

„Wir bekommen hier praktische Einblicke in viele Dinge, die wir zuvor nur in der Theorie behandelt haben”, sagt Sina Müller. „Und unser Praktikum ist ganz bestimmt das aufregendste unseres Jahrgangs, wie uns unsere Kommilitonen bestätigen”, ergänzt Ceylan Efeoglu.

Die Beiden werden in den nächsten Tagen in der Künstlerbetreuung eingesetzt. „Ich hoffe, dass Nina Hagen genau so ist, wie sie im Fernsehen rüberkommt”, sagt Sina: „Lustig, gut, laut und schrill.”

Studentenfutter und Ingwertee

Betrachtet man ihre Verpflegungs-Wunschliste, so scheint die schrille Diva ein ganz normaler Mensch zu sein: In der Gaststätte „Tilli”, die ganz als Backstagebereich für die Künstler dient, sollen für die zwölf Leute ihres Trosses verschiedene Teesorten, ein Obstkorb, Studentenfutter, belegte Brötchen, eine Flasche Whiskey, Salznüsse und Softdrinks bereitstehen.

Nichts Ausgefallenes - bis auf die ganz speziellen Bio-Joghurt-Drinks, auf die Frau Hagen Wert legt. Die Garderobe solle „freundlich dekoriert” sein, und nach Möglichkeit solle ein rotes Sofa vorhanden sein. „Tilli”-Inhaberin Gerda Zuleger-Mertens, selbst Künstlerin, hat ein solches und stellt es dem Star gerne zur Verfügung.

Und der Innenhof des „Tilli”, in dem nun Nina Hagens Garderobenzelt steht, wird eigens durch einen Holzfußboden stöckelschuhtauglich gemacht.

Chris Thompson, den Ceylan am Freitag in Düsseldorf am Flughafen abholt - Thompson kommt aus Stockholm und fliegt am Samstag nach London weiter - ist in Sachen Catering noch bescheidener.

Von wegen „Sex & Drugs & Rock´n´Roll”: stattdessen eine Käseplatte, Vollkornbrot, Säfte, Bier und Ingwertee.
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