Eschweiler - „Mörderischer” Trip am absoluten Limit endet mit Gold

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„Mörderischer” Trip am absoluten Limit endet mit Gold

Von: pes
Letzte Aktualisierung:
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Jubelt über die Goldmedaille beim härtesten Duathlon der Welt: Eschweilers Ausnahmeathlet Diethard Gansow.

Eschweiler. Nach seiner am 1. Mai in Oberursel errungenen Deutschen Meisterschaft im Duathlon stellte der 65-jährige Eschweiler Ausnahmeathlet Diethard Gansow nur vier Monate später erneut eine sportliche Höchstleistung auf, mit der er seine bisher überragende Laufbahn krönt.

Im schweizerischen Zofingen beim weltweit härtesten Duathlon (Powerman) holte der Indestädter den Weltmeistertitel auf der Langdistanz in seiner Altersklasse (M65). Nach insgesamt 9 Stunden, 27 Minuten und 44,2 Sekunden durchlief Gansow in der Arena von Zofingen das Zielband und hatte bis dato „Mörderisches” geleistet.

Reinhorchen in den Körper

Bei herrlichem Wettkampfwetter in Sonnenschein und leichtem Wind liefen die 240 Athleten in ihrer ersten Teilstrecke zunächst zehn Kilometer. Trotz des relativ heftigen Anstiegs zu Beginn der Strecke (200 Höhenmeter) stellte dieses Teilstück für alle Athleten keine echte Herausforderung dar.

Auch Gansow absolvierte die „Kurzdistanz” in 45 Minuten, was ihm mehr als eine Minute Vorsprung vor dem letztjährigen Weltmeister und diesmaligen Vize-Weltmeister auf dieser Strecke (Heinz Bauer aus Limbach/Sachsen) einbrachte.

Immerhin hat Bauer bislang schon 21 Ironman-Wettkämpfe (Triathlon) absolviert und startete zweimal auf Hawaii. Diethard Gansow: „Bei einer solchen Herausforderung schaut man aber nicht auf andere Athleten, sondern horcht in seinen eigenen Körper, damit man rechtzeitig Signale für seine physischen Grenzen wahrnimmt.”

Nach dem 10-Kilometer-Lauf begann für Diethard Gansow und alle anderen der wohl härteste Teil des Duathlons: In drei großen Runden zu je 50 Kilometer warteten 150 Kilometer Radstrecke mit einigen schwierigen Bergetappen und insgesamt 1700 Höhenmetern auf das Teilnehmerfeld, das hierbei enorm umgekrempelt wurde.

Rund um Zofingen hatten die Veranstalter eine Strecke ausgesucht, die gleich mehrmals Steigungen von 10 Prozent aufwies. Sogar einige von der Tour de France bekannten „Rampen” mit bis zu 16 Prozent warteten auf die Athleten.

Diethard Gansow meisterte auch dieses Teilstück mit einem Schnitt von mehr als 27 Stundenkilometer nach insgesamt 5 Stunden, 30 Minuten und 56,9 Sekunden, verlor allerdings das direkte Duell gegen Vorjahressieger Bauer.

Gansow: „In der letzten Radrunde stiegen einige Athleten unterwegs gar von ihren Rädern, um ihre Beinmuskulatur zu dehnen. So etwas habe ich noch nicht erlebt. Dieses Teilstück war auch für mich echt ein Trip am Limit.”

Nach dieser Tortur galt es zum Schluss noch einmal 30 km zu laufen. In zwei 15-km-Runden waren insgesamt 650 Höhenmeter zu überwinden. Vor allem die steilen Anstiege auf Wald- und Schotterwegen waren es, die so manchen Athleten ans Aufhören denken ließen. Nicht so Diethard Gansow. Nach drei Minuten „Verschnaufpause” in der Wechselzone kamen nun von seinem mitgereisten Schwiegersohn auf der Laufstrecke wertvolle Hinweise über die Positionierung im Teilnehmerfeld und der Möglichkeit, den vorauseilenden Heinz Bauer noch einzuholen.

Während es beim Radfahren noch alle 25 Kilometer optimal eingerichtete Verpflegungsstellen gab, waren diese beim letzten Teilstück des Rennens alle 2,5 Kilometer angeboten. Diethard Gansow teilte sich auch diesen Abschnitt klug ein und kämpfte sich auf beeindruckende Art und Weise an den härtesten Altersklassen-Widersacher heran.

Am Ende des 30 Kilometer langen „Mörderstückes” hatte Diethard Gansow den Titelkandidaten Bauer nicht nur eingeholt, sondern ihm schier für unmöglich gehaltene 24 Minuten Zeitspanne abgenommen. Diese wahrlich weltmeisterliche Leistung des Athleten aus Eschweiler wurde dann mit dem WM-Titel belohnt.

Nach 16 Wochen Vorbereitung auf dieses Ereignis, in denen Diethard Gansow mit fünfmaligem Training pro Woche insgesamt 3600 Radkilometer und 900 Laufkilometer absolvierte, heißt es nun erst einmal Entspannen und Zurückschauen auf drei mal drei Titel bei Deutschen Meisterschaften, Europameisterschaften und Weltmeisterschaften.
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