Eschweiler - Mit einem guten Gefühl soll es über die Straße gehen

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Mit einem guten Gefühl soll es über die Straße gehen

Von: fe
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Eschweiler. Da ist die Nachbarstadt Stolberg den Eschweilern diesmal voraus. An einigen Kreuzungen und Einmündungen sind dort die Bürgersteige so gestaltet, dass sowohl Rollstuhlfahrer als auch Blinde mit größtmöglicher Sicherheit die Straße überqueren können. Eine Kombination aus Betonnoppenplatten und Betonrippenplatten macht das möglich. Eschweiler zieht nun nach.

Kreuzungen behindertengerecht auszubauen ist schwierig. Denn für Rollstuhlfahrer und inzwischen auch für die vielen älteren Personen mit Rollator wäre es am besten, dass da gar kein Bordstein mehr ist: Bordsteinhöhe Null. Blinde hingegen brauchen genau das Gegenteil, nämlich einen deutlich zu tastenden Bordstein. Sonst kann es passieren, dass sie auf einmal versehentlich mitten im Verkehr stehen.

„Aufmerksamkeitsfeld“

In Eschweiler wurde das Problem bisher so gelöst, dass dort, wo Fußgänger die Straße überqueren, der Bordstein auf drei Zentimeter abgesenkt und mit Betonnoppenplatten markiert wird. „Aufmerksamkeitsfeld“ nennt sich das. Diese drei Zentimeter sollen einerseits ausreichen, Blinden die Kante zu signalisieren, andererseits aber den Rollstuhl- und Rollatorfahrern das Überqueren ohne fremde Hilfe ermöglichen.

Seit 2006 werden Überwege in Eschweiler so gestaltet. Nun gibt es einen neuen Ausbaustandard. Er ist zwar immer noch nicht amtlich, aber die Gemeinden tun gut daran, sich schon an diese Ideen zu halten.

Dieser neue Standard sieht vor, dass die Querungen für Sehbehinderte und für Gehbehinderte getrennt werden. Für die Gehbehinderten gibt es die Absenkung des Bordsteins auf Null. Vor dieser Nullabsenkung liegt dann ein Sperrfeld – das besteht aus Betonrippenplatten, deren Rippen quer zur Straße liegen. Ein Signal für Blinde: Achtung, nicht weitergehen!

Querungshilfen

Die Sehbehinderten werden durch Noppenplatten und Rillenplatten zur Bordsteinkante neben dieser Absenkung geleitet. Dort ist der Bordstein dann deutliche sechs Zentimeter hoch. Der Clou: Vor der Kante liegen Rippenplatten, deren Rillen genau in die Richtung weisen, in der man die Straße überqueren soll. Das ist bei Querungen in Kurven, zum Beispiel bei schrägen Einmündungen, wichtig.

Dieser neue Ausbaustandard wird künftig in Eschweiler angewandt, wenn Einmündungen, Kreuzungen und Überwege neu gestaltet werden. Die bisherigen Querungshilfen bleiben allerdings wie sie sind, und werden nicht erneuert, teilte die Stadtverwaltung in der jüngsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses mit.

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