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Mit 1000 Säcken Sand gegen die drohende Flut

Von: Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:
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Knochenarbeit: Jeder Sandsack in den Containern der Feuerwehr wiegt zwischen 25 und 30 Kilogramm. 1000 Exemplare stehen bei Hochwasser bereit. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Die Stadt bereitet sich auf den nächsten Wetternotfall vor: 1000 Sandsäcke stehen an der Feuerwache bereit, sollte die Inde über die Ufer treten oder an anderen Stellen Wasser in die Keller laufen.

Am Mittwochnachmittag gab der Deutsche Wetterdienst eine vorläufige Unwetterwarnung für die Region heraus. So drohen heftige Regenfälle und wärmere Temperaturen, die die Schneemassen zum Schmelzen bringen.

Blick auf die Wasserpegel

„Wir wissen nicht, wie viel Wasser von der Eifel in die Inde und dann durch unsere Stadt fließt”, ist Bürgermeister Rudi Bertram auf das Schlimmste gefasst. In seinen Augen habe man alles Erdenkliche getan, dass größerer Schaden verhindert wird. Der Vorrat an Sandsäcken ist nur ein Hilfsmittel. In den vergangenen Tagen schritten Mitarbeiter des Ordnungsamtes die Inde ab, um Hindernisse wie starke Äste und Bäume herausfischen zu lassen. Sollten sie sich schließlich an eine der Indebrücken verkeilen, kann dies zu einem Wasserstau führen. Die Stadt stand deswegen in den vergangenen Tagen im engen Kontakt mit dem Wasserverband Eifel-Rur.

Stadtbrandinspektor Harald Pütz sieht der Situation gelassen, aber aufmerksam entgegen: „Für Hochwasser haben wir einen Einsatzplan in der Schublade.” Der sieht nicht nur vor, bestimmte Löschzüge einzubinden und damit bis zu 250 freiwillige Feuerwehrleute zu alarmieren, sondern bei Bedarf auch weitere Sandsäcke füllen zu können. Jeweils fast 300 Stück liegen derzeit abgepackt in Containern. Jeder Sack wiegt zwischen 25 und 30 Kilogramm. „Wir können deswegen auch nicht mehr Sandsäcke in den Container stecken, weil wir sonst das zulässige Gesamtgewicht überschreiten”, erklärt Wachleiter Axel Johnen. Weitere 3000 Säcke können kurzfristig eingesetzt werden.

Bürgermeister Rudi Bertram bittet allerdings auch die Bürger um Mithilfe: „Wichtig ist, dass alle Straßeneinläufe freigemacht werden, damit das Wasser ablaufen kann.” Und nicht in Keller, Garagen und Häuser fließt. In der vergangenen Nacht sanken die Temperaturen zudem nochmal leicht unter den Gefrierpunkt, sodass es an manchen Stellen nach Mitternacht glatt wurde.

Noch am Mittwoch wurden weitere Straßen vom Schnee befreit. Auch das Technische Hilfswerk war wieder ehrenamtlich im Einsatz, damit die Busse endlich durch Hehlrath und Kinzweiler fahren konnten. Der in den vergangenen Tagen an bestimmten Plätzen gesammelte Schnee stellt übrigens keine Gefahr mehr da, denn er kann vor Ort versickern.

Bis zum Wochenende sollen die Temperaturen auf über zehn Grad klettern. In dieser Zeit will die Stadt immer ein waches Auge auf den Pegelstand der Inde haben. Kritisch kann die Lage vor allem von Röhe bis zur Innenstadt werden. Auch der Omerbach in Nothberg und der Merzbach in Kinzweiler, St. Jöris und Hehlrath wird ständig beobachtet.

Auch durch die Erfahrungen der vergangenen Wochen will man ein Missmanagement beim Hochwasser vermeiden: „Man muss jedoch auch bedenken, dass man ein solches Wetterszenario nicht beeinflussen kann”, so Bürgermeister Rudi Bertram. Umso wichtiger sei es, dass man auf den schlimmsten Fall vorbereitet sei und dabei dennoch hoffe, dass der Kelch an Eschweiler vorübergehe. Erst für Sonntag rechnen die Experten mit einem Rückgang der Wasserpegel. Wie viel Regen droht, weiß allerdings derzeit niemand.

Kanaleingänge von Schnee befreien

Damit das Wasser abfließen kann, bittet die Stadt darum, die Kanaleingänge an den Straßen von Schnee und Eis zu befreien. „Damit schützt jeder auch sein Eigentum”, so der Ordnungsamtsleiter Edmund Müller. An den Hauptverkehrsstraßen haben die Mitarbeiter der Wirtschaftsbetriebe Eschweiler und externe Unternehmen diese Arbeit übernommen.

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