Eschweiler - Mehr Einbrüche in Eschweiler Geschäfte

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Mehr Einbrüche in Eschweiler Geschäfte

Von: Thomas Vogel
Letzte Aktualisierung:
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Urlaubszeit ist Einbruch-Hochsaison. Neben Schutzmaßnahmen an Haus und Wohnung empfiehlt AXA, mit einer Hausratversicherung vorzusorgen.

Eschweiler. Diebe, Schläger, Betrüger – diese Klientel hat die Polizei in Eschweiler im vergangenen Jahr genauso oft beschäftigt, wie schon im Jahr zuvor. Die neue Kriminalstatistik, die Polizeipräsident Klaus Oelze und der frischgebackene Kripochef Ulrich Flocken am Montag im Aachener Präsidium vorstellten, wies für Eschweiler mit 5172 Fällen insgesamt einen einzigen mehr aus, als 2012. Die Aufklärungsquote sank demgegenüber von 51 auf knapp 48 Prozent.

Besonders fallen in der aktuellen Statistik die Anzahl der Wohnungseinbrüche ins Auge. Im Zuständigkeitsbereich der Kreispolizeibehörde Aachen sind 2013 mit 2195 Fällen knapp 21 Prozent mehr Wohnungseinbrüche verübt worden als 2012. Das gilt aber nicht für Eschweiler. Entgegen dem Trend hat die Polizei dort anstatt 224 (2012) nur noch 193 Fälle registriert. Dafür sei vor allem das Präsenzkonzept in Eschweiler verantwortlich, sagte Polizeipräsident Klaus Oelze. In der Indestadt wurden im Zuge dieses Konzeptes vermehrt Beamten eingesetzt, die dann aber an anderer Stelle fehlten. Da werde man in diesem Jahr ausgleichend tätig, sagte Oelze. Im Klartext heißt das: weniger Beamten für Eschweiler. Oelze betonte, das vorhandene Personal solle so effizient wie möglich eingesetzt werden. So sollen nur Beamte aus Eschweiler abgezogen werden, die zeitweise nicht gebraucht würden. Die personelle Situation insgesamt bezeichnete der Polizeipräsident als „Oberkante-Unterlippe“.

Unter den aktuellen Fällen ist auch eine Einbruchsserie in Stolberg und Eschweiler, die durch einen speziellen, nicht näher erläuterten Modus Operandi auffalle. Vom Täter habe man eine DNA-Spur gesichert, sagte Kripo-Chef Flocken.

Geographisch besondere Lage

Auffällig ist die auf 62 Fälle gestiegene Zahl an Einbrüchen in Geschäfte. Im Vorjahr waren es nur 22 Fälle. Die Aufklärungsquote sank, auch aufgrund der gestiegenen Anzahl, von 40,91 Prozent im Jahr 2012 auf 19,35 Prozent 2013. Oelze vermutet hinter der gestiegenen Zahl spezialisierte Täter, die sich auf bestimmte Läden konzentrieren. Die Fallzahl werde schlagartig sinken, wenn die Täter gefasst seien. Allein durch seine geographische Lage habe die Stadt mit erheblich größeren Belastungen in Sachen Kriminalität zu kämpfen, als andere. Den Vorteil eines direkten Anschluß an die Autobahn und die Grenznähe nutzen Kriminelle in ihrem Sinne.

Einen Mordfall hatte die Kriminalpolizei in Eschweiler im vergangenen Jahr nicht zu lösen. Aufgeklärt wurde ein einziger verübter Totschlag 2013. Die Zahl der Vergewaltigungen ist um drei auf acht Fälle gesunken. Mehr Kinder wurden sexuell Mißbraucht. 14 Fälle gibt die Statistik für Eschweiler an, vier mehr als noch im Jahr zuvor. Die Aufklärungsquote sank in diesen Fällen von 80 auf gut 71 Prozent. Insgesamt habe es im Zuständigkeitsbereich der Kreispolizeibehörde Aachen im vergangenen Jahr 13 Fälle der Verbreitung von Kinderpornographie gegeben und 41 Fälle von deren Besitz.

Raubdelikte haben zugenommen, im gesamten Zuständigkeitsbereich wie auch in Eschweiler. Die Zahl stieg in der Indestadt um elf Fälle auf 56, die Aufklärungsquote brach von gut 73 Prozent auf nur noch 48 Prozent ein. Raub sei „der zweite dunkle Punkt“ in der Statistik, sagte Oelze. Das betrifft vor allem den Straßenraub. Er sei ein typisches Jugenddelikt. Das Raubgut seien in der Regel Smartphones und Bargeld, die Taten würden Abends und Nachts verübt. Es handele sich auch um ein Jugenddelikt, was die Opfer angeht. Die wolle man sensibiliseren, nicht mehr so offen mit teuren Geräten umzugehen, um sich vor Raub zu schützen. Die Polizei will diese Form der Kriminalität – in Eschweiler sind Fälle von Straßenraub um zehn auf 27 Fälle gestiegen – verstärkt angehen. Dazu werde man Gruppen, die in der Stadt herumlaufen, ansprechen und identifizieren um zu zeigen, man habe sie im Auge. Abgesehen vom Straßenraub blicke man in der aktuellen Statistik jedoch auf die niedrigste Quote an jugendlichen Tatverdächtigen seit langer Zeit.

Weniger Fälle geklärt

Die Aufklärungsquote insgesamt ist um rund drei Prozent gesunken. Das liege im Schwankungsbereich, zeige die Erfahrung aus vergangenen Jahren. „Wir sind mit unserer Aufklärungsquote nicht zufrieden“, sagte Oelze. Die habe seiner Meinung nach „aber nichts zu tun mit der Leistung des Hauses als solchem“, erklärte der Polizeipräsident weiter, davon habe er sich anhand der Statistiken überzeugt. „Alles was möglich ist, haben wir getan.“ Die Täter seien professioneller geworden. Werde einer festgenommen, lege der nicht automatisch seine Lebensbeichte ab und gestehe alle seine Verfehlungen, sondern nur die eine Tat, wegen der er geschnappt worden sei.

Gefährliche und schwere Körperverletzungen wurden mit 140 Fällen unverändert oft begangen. Vorsätzliche leichte Körperverletzungen sind um sieben auf 332 Fälle zurückgegangen. Die Aufklärungsquote rangiert bei diesen Delikten in Eschweiler um 90 Prozent. Diebstähle wurden insgesamt öfter verübt, die Fallzahl stieg um gut 12 Prozent auf 2260.

Im Rahmen der großen Polizeiaktionen des vergangenen Jahres sprach der Polizeipräsident nicht nur als PR-Aktionen an. Die Verkehrs- und Schutzpolizisten achteten dabei auch auf Einbruchswerkzeuge und andere Gegenstände, die auf Straftaten hinweisen könnten. So profitiere auch die Kriminalpolizei in Form von Hinweisen von den Verkehrsaktionen.

Diebstähle an und aus Autos sind 2013 häufiger verübt worden, als 2012 (von 333 auf 376 Fälle). Das sei zum Teil auch auf das unbedachte Handeln der Besitzer zurückzuführen. Oelze wies auf das Beispiel teurer Laptops hin, die offen im Wagen liegengelassen werden. Fahrzeuge selbst wurden in Eschweiler seltener (16 Fälle) entwendet, als noch im Jahr zuvor (20 Fälle). Die Aufklärungsquote stieg von 20 auf 25 Prozent. In der Aufklärung strebe man die Zusammenarbeit mit den niederländischen und belgischen Nachbarn in sogenannten Joined-Investigation-Teams an, sagte Klaus Oelze. Die seien jedoch schwer zusammenzubringen.

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