Eschweiler - Marathon für Anfänger: Mit Lächeln auf Füßen durch Wald

Marathon für Anfänger: Mit Lächeln auf Füßen durch Wald

Von: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf
Letzte Aktualisierung:
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Jetzt bitte die Knie richtig hoch! Kursleiter Diethard Gansow vom Marathon-Club zeigt, wie man sich auf eine Laufeinheit richtig vorbereitet. Foto: Ebbecke-Bückendorf

Eschweiler. Der Marathonclub Eschweiler hat zwei lachende Füße als Vereinslogo. Weil Laufen ja so viel Spaß macht. Spaß am Laufen? Die 30 Leute in Joggingkleidung, die sich am Donnerstag im Waldstadion treffen, bringen da ganz andere Erfahrungen mit. Mehr Frust als Spaß.

Fast alle von ihnen haben es schon mit Laufen probiert, aber nach ein paar Versuchen erschöpft und genervt aufgegeben. Jetzt versuchen sie es erneut. „Laufseminar für Anfänger” heißt der Lehrgang, den der Marathonclub anbietet. Kostenlos. Mit viel Sachkenntnis, Information und Humor wollen Diethard Gansow, Brigitte und Dania Barth die Füße der Laufanfänger zum Lachen bringen. Oder zumindest die Gesichter.

„Laufen ist Tanzen” ruft Gansow der Gruppe zu und streckt die Arme nach oben, als wollte er nach den Wolken greifen. Die Läufer (und Läuferinnen, es sind viel mehr Frauen als Männer dabei) machen es nach, strecken sich, tänzeln über die Laufbahn des Waldstadions. „Aufwärmübungen aus dem Lauf-ABC sind das”, erläutert Gansow, und dann hüpfen alle wie Kinder auf dem Heimweg von der Schule.

Es ist der zweite Tag des Kurses. Sechs Wochen lang, bis zum 9. Juni, wollen die Jogging-Schüler zweimal in der Woche zusammenkommen, immer dienstags und donnerstags um 17.30 Uhr. Beim ersten Treffen regnete es in Strömen. Und doch waren 26 Lauflernwillige ins Stadion gekommen, staunte Sportwartin Brigitte Barth. 26 von 30, die sich angemeldet hatten. Fünf Jahre alt ist die jüngste Teilnehmerin, der älteste ist 66. Sie alle schwingen nun die Arme, ziehen die Knie hoch. „Laufen kommt aus der Hüfte heraus”, sagt Gansow. Und dann geht es in den Stadtwald, aber bitte ohne Hektik.

Warum das Laufen in der Gruppe neu lernen? Kann nicht jeder einfach so loslaufen? Losjoggen? „Ich habe es allein versucht”, erzählt Teilnehmerin Ursula Paul, „das war ich nach fünf Minuten platt. Jetzt habe ich gedacht, ich versuche es mal mit professioneller Hilfe.”

Diethard Gansow bestätigt, was Ursula Paul sagt: „Die Leute wollen etwas für ihre Gesundheit tun und rennen los. Viel zu schnell.” Langsam angehen lassen, ist im Kursus die Devise. Erst drei Minuten Laufen, dann zwei Minuten Gehen - im Zockeltrab geht es nach dem Aufwärmen durch den Wald, auf idyllischen Wegen, „die Zecken habe ich vorhin alle nach Haus geschickt”, scherzt Gansow.

Er bringt den Kursteilnehmern nicht nur das maßvolle Tempo bei, sondern gleich von der ersten Stunde an die richtige Lauftechnik. Beim ersten Treffen ging es um „das richtige Vorfußlaufen am Berg”. Diesmal wird das Laufen auf unebenem Untergrund geübt, und die richtige Krafteinteilung, wenn es einen Hügel hinauf geht.

Auch wenn ein paar Teilnehmer jetzt schon schnaufen, erschöpfte Gesichter sind nicht zu sehen. Nach einer halben Stunde joggt die Gruppe zurück ins Stadion. Mit Dehnübungen endet das zweite Treffen des Laufanfänger-Kurses vom Marathonclub. Ach nein, eins noch: „Die Hausaufgaben”, grinst Gansow und gibt dem Laufnachwuchs „zwei Trainingseinheiten am Samstag und Sonntag im Stadtwald” auf. Aber die bitte ganz moderat. Sozusagen mit einem Lächeln auf den Füßen.
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