Manfred Dudek bietet Kabarett vom Feinsten im Talbahnhof

Von: jope
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„Wann ist ein Mann ein Mann?” Der Essener Kabarettist Manfred J.P. Dudek versuchte im Kulturzentrum Talbahnhof Licht in das Dunkel dieser Frage zu bringen. Foto: Joachim Peters

Eschweiler. Man muss rein äußerlich nicht als Bürgerschreck daherkommen, um dann eine mitunter verbale sarkastische Bestandsaufnahme über die Gesellschaft im Allgemeinen und das Verhältnis der Geschlechter im Besonderen abzuliefern. Im Gegenteil: Wenn jemand im scheinbaren Gewand des Spießig-Biederen daherkommt, wirkt er dann gegenüber dem Publikum viel umwerfender in seinen Pointen.

So geschehen jetzt im Kulturzentrum Talbahnhof. Es betrat die Bühne: Manfred J.P. Dudek, glattrasierter Mittfünfziger mit ebenso glatt gekämmtem Haar und dunklem Anzug-Typ unauffälliger Provinzlehrer.

Doch was dem scheinbar drögen Mann mit der sonoren Stimme dann aus seinem frechen Mundwerk zum Thema „Das kleinere Übel sind Männer” entfleuchte, war alles andere als harmlos.

Zugegeben: Es war auch nicht alles original. Manche Weisheiten vor allem zum Thema „Geschlechter-Unterschied” kamen einem irgendwie schon bekannt vor (Mario Barth und Co. lassen grüßen).

Zum Beispiel den Mann immer wieder genetisch als „Jäger” und die Frau als „Sammlerin” hinzustellen, war denn doch wenig originell...

Doch abgesehen von manchem schon Gehörten wurde der eineinhalbstündige Auftritt des Essener Comedian Manfred J.P. Dudek - 1993 Gründer der Ruhrpott-Gruppe „Kabarettich” - zu einem köstlichen Parforceritt durch alle Geschlechter-Klischees.

Merke: An jedem Klischee ist etwas Wahres, sonst würde es sich nicht so hartnäckig halten! Da gab Manfred Dudek den Männern im Saal einen kurzen Benimmknigge gegenüber Frauen.

So beantworte man die Frage der Liebsten „Fällt dir nichts an mir auf?” am Besten mit „Schicke Schuhe”. Da könne man im Unterschied zu Verlegenheitsantworten wie „Neue Frisur” nie etwas falsch machen. Das immer wieder genährte Voruteil, dass Frauen im Gegensatz zu Männern zwei Dinge gleichzeitig erledigen können, sah Manfred Dudek im eigenen Leben nur allzu schön bestätgt: „Meine Lebensgefährtin kann gleichzeitig bügeln und anspruchslose Soap-Serien im Fernsehen anschauen. Ich kann beides nicht!”

Unerklärlich indes ist dem Essener Kabarettisten bis heute, das Frauen trotz berstender Schränke vor jedem Ausgehen stöhnen: „Ich habe nichts anzuziehen!”

Manfred Dudek, der sich zwischenzeitlich auch als fetziger Ted-Herold-Imitator betätigte, gab den Männern dann noch einige Tipps hinsichtlich der beabsichtigten Steigerung ihres Selbstvertrauens mit auf den Weg. Zum Beispiel: „Arrangieren Sie jeden Tag ein Spiegeltreffen und sagen dann: Mein Gott bin ich schön”.

Wenn dies nichts fruchte, sei ein regelmäßiger Besuch des Fitness-Studios mit dazugehörigem martialischen Geräuschen unumgänglich. Wie gesagt: Nicht alles war neu, was da an Kabarettisten-Weisheit verzapft wurde, aber amüsant allemal.

So auch die eingestreuten Witze und Gags. Ein Beispiel gefällig: „Was bedeuten die Buchstaben D und H an den deutschen Autobahn-Raststätten? - Richtig: Damen- und Herrentoiletten.

Im Sommer bekommen die Buchstaben aber dann eine ganz andere Bedeutung. Da steht dann D für „Deutsche” und H für „Holländer”. Klatschmarsch, Abmarsch - kann man da in diesen karnevalistischen Zeiten nur hinzufügen.
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