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Malmsheimer zeigt dem Publikum, wer der Herr im Haus ist

Von: ran
Letzte Aktualisierung:
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Geklebte Bahnhöfe, Schulterprellungen, orange Telefone oder ein Oachkatzlschwoaf: Kabarettist Jochen Malmsheimer wusste im Talbahnhof stets wortgewaltig Rat. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Schon bevor er am Mittwochabend die Bühne des Talbahnhofs betrat, forderten die zahlreichen Zuschauer und -hörer mit rhythmischem Klatschen sein Erscheinen. Und Kabarettist Jochen Malmsheimer ließ sich nicht zweimal bitten. Schnell machte er deutlich, was er während seiner Auftritte so gar nicht mag: Das Klingeln eines Handys und Blitzlicht.

„Zirpt es im Publikum, und der Schuldige ist kein Arzt in Bereitschaft, gibt es ein Desaster”, warnte er das Publikum. Derart eingeschüchtert, lauschten die Gäste andächtig der Ausführungen des 49-Jährigen, wagten es aber dennoch, durch laute Lachsalven und Beifall ihre Zustimmung kundzutun.

Zum Beispiel, als das Ensemble-Mitglied der ZDF-Kabarett-Sendung „Neues aus der Anstalt”, die Vorteile, Vater eines einseitig begabten Kindes zu sein, aufzählte. „In einem solchen Fall kauft man dem Jungen zu Weihnachten eine Eisenbahn”, machte er deutlich. Allerdings nicht wie früher in einem Laden, sondern in einem Einkaufsparadies. So habe sich seine Wahlheimatstadt Bochum inzwischen zu einem „Toys„r„us mit Rand” entwickelt.

Auf die Frage des Fachverkäufers „Was machen Sie eigentlich mit einer Eisenbahn ohne Bahnhof?” musste Jochen Malmsheimer die Antwort jedoch schuldig bleiben. „Also habe ich mich von einigen Immobilien getrennt und auch noch diesen Karton mitgenommen.”

Nach der Pause führte der gelernte Buchhändler sein Publikum in die Zeit, „in der die Telefone orange waren”, zurück. Also in den Lebensabschnitt, in dem Jochen Malmsheimer Feten besuchte.

„Diese Ereignisse fanden höchstens einmal pro Woche und immer in Kellern verreister Eltern statt”, erinnerte er sich. „Es herrschte eine biblische Finsternis, und in den Kellern lagen Federkernmatratzen, die bewohnt waren und genau wie ihre Bewohner bereits die Flucht aus Krakau mitgemacht hatten.

Die Musik kam aus einem Grundig-Cassettenrekorder, und die Aufnahmen begannen und endeten mit dem Verkehrshinweis.” Einziger Lichtblick: Nachdem das Bier ausgegangen war, konnte der Weinkeller des Vaters in Augenschein genommen werden.
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