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Lydie Auvray ist eins mit ihrem Akkordeon

Von: vr
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„Son copain, son compagnon, c
„Son copain, son compagnon, c´est l´accordeon”: Lydie Auvray begeisterte mit ihrem virtuosen und sehr vielseitigen Akkordeonspiel das Publikum im ausverkauften Talbahnhof. Foto: Volker Rüttgers

Eschweiler. Ihr Akkordeon weint, die Melancholie eines herbstlichen Spaziergangs an der Seine entlang hüllt dich ein. Ihr Akkordeon lacht und springt, du befindest dich in einem Pariser Bistro der 20er Jahre auf einer ausgelassenen Fete.

Ihr Akkordeon stampft, vibriert und schaukelt im Upbeat des Reggae, du findest dich in der Schwüle Südamerikas beim Tango und am Strand unter Palmen wieder. Die „Grande Dame des Akkordeons” Lydie Auvray macht keine Musik, sondern kreiert mit Musik Gefühle, direkt und Eins-zu-Eins erlebt bei ihrem Konzert im Talbahnhof.

„Ich bin etwas traurig”, verriet die Akkordeonistin ihrem Publikum im ausverkauften Talbahnhof: „Das kommende Lied habe nämlich nicht ich geschrieben, aber es muss für uns beide geschrieben worden sein.”. Lydie Auvray meinte Serge Gainsbourgs „L´accordeon” und mit „uns beide” sich und ihr heiß geliebtes und alleine am Freitagabend gut ein Dutzend Male in die Arme geschlossenes Musikinstrument, mit dem sie seit über 30 Jahren gemeinsam auf der Bühne steht.

Überhaupt scheint die begnadete Musikerin, die nach ihrem Abitur von Frankreich nach Deutschland ging und dort zwei Jahre später, 1976, in Berlin ihre ersten Auftritte hatte, eine regelrechte Symbiose mit dem Akkordeon und dessen Musik einzugehen, wenn sie im Takt mit wiegt und mit geschlossenen Augen die Noten still vor sich her singt.

Mit volkstümlichem „Schiffersklavier”-Gedudel hat die Musik der Künstlerin, die in diesem Jahr mittlerweile ihr 19. Album „Trio” veröffentlicht, nichts zu tun, viel mehr mit der „Musette”, jenem typisch französischen Unterhaltungswalzer, oder mit dem „Java”, einem Modetanz aus dem Paris der 20er Jahre.

Tango à la „Julia”, Swing wie im Song „Camanu” oder mexikanische Rhythmen wie in „El cidre”, übrigens in Anlehnung an ihre Herkunft aus der Normandie, der Heimat des Apfelschaumweins.

Unterstützt wird Lydie Auvray dabei von zwei weiteren Virtuosen an ihren Instrumenten, nämlich Eckes Malz am Keyboard und der Perkussion sowie Markus Tiedemann an Gitarre und Bass.

Eigentlich ist Lydie Auvray nie alleine, denn wie heißt es doch in Gainsbourgs „L´accordeon”: „Dieu que la vie est cruelle, au musicien des ruelles, son copain, son compagnon, c´est l´accordeon.” Und das Akkordeon ist ihr Freund und Gefährte seit über drei Jahrzehnten nun schon.

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