Eschweiler/Aachen - Licht aus, Musik an: Und das ohne Schnickschnack

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Licht aus, Musik an: Und das ohne Schnickschnack

Von: Tobias Röber
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Lichter aus, Musik an: Kevin Bernardo (links) und Kim Carlos Gaubies stehen als Lights Out auf der Bühne.

Eschweiler/Aachen. Sie kamen, sangen und siegten. Klingt ein wenig abgedroschen, aber im Fall von Kevin Bernardo, 24 Jahre alt, und Kim Carlos Gaubies, 21, trifft es exakt zu. Der Eschweiler Bernardo und der Aachener Gaubies sind als Band Lights Out erfolgreich unterwegs.

Kürzlich hat das Duo seine neue EP herausgebracht, und einige Konzerte stehen ebenfalls an. So spielt die Band unter anderem bei der Verleihung des Karlspreises am 29. Mai.

Es ist im Sommer 2012, als die Band Ben Fortune einen neuen Gitarristen sucht. Sänger Kevin Bernardo ist bereits Teil von Ben Fortune, Kim Carlos Gaubies stellt sich vor – und überzeugt. Es dauert jedoch nicht allzu lange, da ist das Quartett Geschichte. Es folgt eine Pause von rund neun Monaten, und erst der Zufall bringt Kevin Bernardo und Kim Carlos Gaubies wieder gemeinsam auf die Bühne. Ein Freund des Aacheners sucht kurzfristig Musiker für einen Auftritt, die beiden sagen zu.

„Wir haben improvisiert und schnell etwas auf die Beine gestellt“, blickt der Eschweiler zurück. Das Duo spielt an dem Abend Lieder von Ben Fortune. „Wir haben ein überragendes Feedback bekommen“, sagt Kim Carlos Gaubies. Das sei so bei Ben Fortune nicht der Fall gewesen.

Auf jeden Fall ist es Ansporn genug für die beiden, wieder gemeinsam zu spielen. Und das nicht zu viert (wie bei Ben Fortune), sondern als Duo. Kevin Bernardo singt und spielt Synthesizer, sein Bandkollege spielt Gitarre. Die Band experimentiert jedoch auch viel. So könnten Schlagzeug und Klavier durchaus bald zum Einsatz kommen.

Der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten. „Wir sind einfach mal hingefahren“, sagt Kim Carlos Gaubies und meint den Simmerather Music Contest im Mai des Vorjahres. Kommen, singen, siegen eben. Weitere Erfolge schließen sich an. Lights Out gewinnt den Stawag Music Award und steht auch beim Wettbewerb Aachenfenster ganz oben. „Wir sind kein Singer-Songwriter-Duo“, betonen die beiden Musiker.

Und wie erklären sie sich den plötzlichen Erfolg? „Klar, dynamisch, tanzbar“ – so soll die Musik sein. „Vielleicht kommen wir jetzt im Vergleich zu Ben Fortune klarer rüber“, versucht Kevin Bernardo eine Erklärung und Kim Carlos Gaubies ergänzt: „Es ist Musik ohne großes Verzerren und ohne Schnickschnack.“ Dass sie zu zweit auf der Bühne stehen, war ein Stück weit aus der Not heraus geboren. Jetzt sagen die beiden: „Es ist unkomplizierter.“ Als Acoustic-Indie-Pop bezeichnen sie ihre Musik.

Das Duo, das als Hobby vor allem „auf Konzerte gehen“ angibt, will nach eigener Aussage nun noch mehr investieren. „Wir wollen auch aus Aachen raus“, sagt Kevin Bernardo. Will heißen: Auftritte in Köln & Co. soll es vermehrt geben. Gar nicht so einfach, wie die beiden inzwischen feststellen, da es mehr Ab- als Zusagen hagelt. Wobei die meisten Veranstalter sich erst gar nicht melden.

Geprobt wird in einem kleinen Raum in einem ehemaligen Bunker in Aachen. Den Raum teilt sich Lights Out mit zwei anderen Bands. Geprobt werden unter anderem die fünf Titel, die sich auf der neuen EP befinden. Geschrieben wird gemeinsam an den Liedern. Meistens hat Kim Carlos Gaubies Gitarrenriffs im Gepäck, Kevin Bernardo packt den Text dazu. „Die Lieder sind sehr autobiografisch“, sagt der Eschweiler. Herzschmerz wird ebenso verarbeitet wie andere Themen. Eines steht für die Band aber in jedem Fall im Vordergrund: „Wir wollen feiern. Das Publikum soll mitmachen.“ Neue Lieder sind bereits in Arbeit, und es wird wohl bald erneut ins Studio gehen.

Keine tiefere Bedeutung

Der Bandname hat übrigens keine besondere Bedeutung. Er ist quasi aus der Not entstanden. „Wir haben einfach nach etwas gesucht, das gut klingt und idealerweise aus zwei Worten besteht, weil wir eben ein Duo sind“, erklärt Kevin Bernardo. Lights Out habe von Anfang an gut geklungen. Der Name hat keine tiefere Bedeutung oder besondere Geschichte.

Geduld und Hartnäckigkeit sind nun gefragt, genau wie finanzielle Vorleistungen. Eine CD-Produktion kostet Geld. Bei der ersten EP stand die Stawag Gewehr bei Fuß, normalerweise jedoch kostet alleine die Produktion von fünf Songs 2000 bis 3000 Euro. Dazu kommen noch rund 500 bis 600 Euro fürs Pressen der Silberlinge. Eine Grafik für das Cover ist da noch gar nicht eingerechnet.

Kevin Bernardo arbeitet als Steuerfachangestellter in Aachen, Kim Carlos Gaubies studiert im sechsten Semester Steuerrecht. Der große Traum sei schon, von der Musik leben zu können, sagen die beiden Musiker. Ein erster kleiner Schritt dazu ist gemacht...

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