Eschweiler/Düren - Lehrer massiv bedroht: Schüler festgenommen

Lehrer massiv bedroht: Schüler festgenommen

Von: red/pol
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Eschweiler/Düren. Mit der vorübergehenden Festnahme, einer Wohnungsdurchsuchung und der Sicherstellung eines Computers endete am Montag ein Fall von „Gewalt an Schulen”.

Ein wegen eklatantem Fehlverhalten von der Schulleitung suspendierter 20-jähriger Schüler hatte per E-Mail mehreren Lehrern gedroht, sie „bei Gelegenheit” erheblich zu verletzen, wenn nicht gar zu töten.

Die Schule alarmierte die Polizei. Die stufte den vorgetragenen Sachverhalt als absolut ernst ein. Während zum Schutz von Schülern und Lehrern sofort alle erforderlichen polizeilichen Maßnahmen eingeleitet wurden, wurden richterliche Beschlüsse zur Festnahme des jungen Mannes und der Durchsuchung der Wohnung beantragt.

In Düren, in der elterlichen Wohnung, kam es zur Festnahme. Sein Computer und mehrere Speichermedien wurden beschlagnahmt. Waffen fanden die Kripoleute nicht.

Der junge Mann, der bereits wegen mehrerer Eigentums- und Körperverletzungsdelikte vorbestraft ist, wurde erkennungsdienstlich behandelt. In seinen Vernehmungen stritt er ab, die Drohungen verfasst zu haben. Die Auswertung der sichergestellten Speichermedien dauert noch an.

Im vergangenen Jahr hat die Polizei in der Städteregion insgesamt 42 sogenannter „Prüffälle Gewalt an Schulen” abgearbeitet. In 19 Fällen hatte es Amoklauf-Drohungen gegeben. Auf Toilettentüren oder Hauswänden waren seinerzeit entsprechende Kritzeleien entdeckt worden. Alle Fälle erwiesen sich nach sofortiger Abklärung als nicht ernsthaft.

Anders der vorliegende Fall, bei dem die Behörden von einer ernstzunehmenden Gefahr ausgingen. Seit dem Amoklauf von Winnenden im März 2009 wird nach einem landeseinheitlichen Konzept verfahren, das sich bislang bewährt hat. Schulen und Polizei arbeiten dabei eng zusammen.

Neben den strafrechtlichen Aspekten - Bedrohung und Nötigung - werden auf den 20-Jährigen auch zivilrechtliche Ansprüche der Behörden zukommen. „Die gehen oft in die tausend, gar zehntausend Euro”, sagte ein Sprecher der Polizei Aachen.
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