Lebenswichtig: Seit 1972 gibt es in Eschweiler ein Dialysezentrum

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Dr. Rolf Dario Frank, leitender Oberarzt der Dialyse, und Hospitalchef Elmar Wagenbach sind stolz auf die hochmoderne Technik im Dialysezentrum. Foto: I. Röhseler

Eschweiler. Es gibt Menschen, deren Blut regelmäßig „gewaschen“ werden muss. Die Rede ist von Dialyse-Patienten. Diese Menschen leiden an Nierenversagen – das Dialyseverfahren übernimmt die Funktion der Niere. Heute ist diese Therapie zum Alltag in vielen Krankenhäusern geworden.

1972, als im Eschweiler St.-Antonius-Hospital (SAH) ein Dialysezentrum eingerichtet wurde, war das noch eine kleine Sensation. „Wir sind mit vier Behandlungsbetten gestartet, mussten aber aufgrund des schnell steigenden Bedarfs schon bald auf sechs Betten und zusätzliche Schichten aufstocken. Damals dauerte jede Behandlungseinheit mit der Dialyse – also der künstlichen Niere – mit acht bis zehn Stunden in der Regel fast doppelt so lange wie heute“, erinnert sich der später niedergelassene Internist Dr. Düttmann.

Doch immer wieder kam es zu Problemen bei oder nach der Blutwäsche. Denn Dialysemaschinen, die durch Mikroprozessoren gesteuert wurden, gab es Anfang der 70er Jahre noch nicht. Dennoch waren die Patienten aus einem großen Umkreis – weit bis in den Kreis Düren hinein – froh, überhaupt diese für sie lebenswichtige Einrichtung nutzen zu können. Die stetig steigende Nachfrage machte innerhalb weniger Jahre sogar einen Fünf-Schichten-Betrieb erforderlich.

Sowohl die steigenden Zahlen der Dialysepflichtigen als auch die Fortschritte in der Nephrologie führten dazu, dass 1983 neben der internistischen Intensivstation eine neue, zeitgemäße Zentrumsdialyse bezogen wurde, die kurze Zeit später mit rechnergesteuerten Geräten auf den damals modernsten technischen Stand gebracht wurde. Nachdem sich in den 80er Jahren der Dialysebedarf weiter deutlich erhöhte, konnte 1987 durch die Einrichtung einer Limited-Care-Einheit mit sechs Plätzen am SAH eine Erleichterung erzielt werden.

In dieser LC-Einheit wurden entweder zeitweise oder dauerhaft relativ stabile Patienten dialysiert. Im Jahr 1985 öffnete im Aachener Klinikum ein Nierentransplantationszentrum. Seitdem wurden mehr als 50 Dialysepatienten des St.- Antonius-Hospitals dort erfolgreich transplantiert.

Aktuell stehen 10 Patienten auf der Warteliste. „In den Anfangsjahren der Dialyse gab es aufgrund der eingeschränkten Kapazitäten strenge Auswahlkriterien – beispielsweise das Alter der Patienten. Das war die Geburtsstunde der Ethikkommissionen“, erklärt Dr. Rolf Dario Frank, seit 2006 leitender Arzt der Abteilung Nephrologie (Nierenlehre) führt.

Noch vor 30 Jahren bewegte sich das Altersspektrum der Dialysepatienten zwischen 40 und 55 Jahren, heute werden Männer und Frauen zwischen 38 und 87 Jahren im St.-Antonius-Hospital dialysiert. Seit der Eröffnung des neuen Dialysezentrums im Jahr 2011 steht eine Einrichtung zur Verfügung, die vor allem wegen ihrer familiären Atmosphäre überzeugt. Neben der Langzeitbehandlung dialysepflichtiger Patienten besteht am St.-Antonius-Hospital rund um die Uhr die Möglichkeit zur Notfalldialyse, auch Gastdialysen sind möglich.

„Grundsätzlich gelten Dialysepatienten durch ihre Erkrankung als 100 Prozent erwerbsgemindert. Dennoch haben wir auch berufstätige Patienten, die von unseren Abendschichten profitieren“, sagt Frank. Die Ursachen für eine Dialysepflicht sind unterschiedlich, bei etwa einem Drittel ist eine Zuckerkrankheit Grund für das Nierenversagen, mehr als ein Viertel der Patienten leidet an entzündungen der Nieren. Häufig führt auch Bluthochdruck an die Dialyse.

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