Langanhaltende Trockenheit macht dem Stadtwald zu schaffen

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
Kahlgefressen, welk oder vertr
Kahlgefressen, welk oder vertrocknet: So sehen derzeit viele Bäume im Stadtwald aus. In der Trockenheit haben viele Bäume keine Chance. Der Schaden ist schon jetzt erheblich.

Eschweiler. Im Stadtwald riecht es nach verbrannter Natur. Ein Duft, wie man ihn sonst im Hochsommer in den Pinienwäldern der südlichen Länder einatmet. Die Natur ist knochentrocken. Försterin Susanne Gohde bereitet dieser Zustand Sorgen. Dem Wald tut die Trockenheit nicht gut. Die Bäume verdursten.

Die Douglasien hat es besonders hart getroffen. Wer durch den Wald streift sieht schnell, dass viele Nadeln nicht mehr grün, sondern rot sind. Ein deutliches Zeichen für den Tod des Baumes. 1400 Douglasien hat die Försterin mit ihrem Team gepflanzt. „Ich schätze, dass 60 Prozent es nicht überstehen”, so Gohde. Für die engagierte Försterin kommt das einem „Totalausfall” nahe. Mit zehn Prozent Verlust rechnen die Fachleute immer, wenn sie im Wald Bäume anpflanzen. Aber meist wachsen mehr Pflanzen an.

Auch die Buchensetzlinge sehen übel aus. Beim Blick auf viele junge Buchen fühlt man sich eher in den Herbst versetzt, denn in den Frühling. Die Blätter sind welk, viele kleine Bäume haben ebenso viele grüne wie braune Blätter. Andere Buchen haben noch gar kein Laub. Viele Knospen, sind vertrocknet. Die jungen Eichen treiben gerade erst aus.

Die extreme Trockenheit bringt die Pflanzen in eine Stresssituation. Pflanzen, die ihre Blätter früh bekommen haben, verdunsten bei derzeitigen Wetter große Mengen Wasser, die sie in der Erde aber nicht mehr finden. Ihre Wurzeln sind noch zu kurz. „Bei Trockenheit werfen sie dann ihre Blattmasse ab um Kraft zu sparen”, erklärt Gohde.

Etwa 17.000 Pflanzen hat die Försterin gepflanzt. Gerade war alles fertig. Und nun so ein Rückschlag. Die Försterin rechnet damit, etwa 8500 Pflanzen erneuern zu müssen. Abschließend beurteilen lässt sich die Situation erst im Spätsommer. Die Hoffnungen liegen auf dem Nottrieb der Pflanzen. Aber die Chancen schätzt Gohde als gering ein. „Die Prognose ist schlecht”. Zum Glück seien die Pflanzen nicht allzu teuer, sagt Ghode. Mit etwa 4000 Euro müsse man aber rechnen.

Bewässerung nicht möglich

In der badischen Gemeinde Friesenheim hat die Feuerwehr eine Aktion gestartet, um die Pflanzen vor dem Verdorren zu retten. Solche Aktionen hat es auch in der Region schon gegeben, aber für Försterin Susanne Gohde können sie nicht mehr sein, als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein: „Es muss dringend regnen”, sagt sie. Wie viele Bäume im Stadtwald das noch retten könnte, bleibt ungewiss. Es ist schon zu lange zu trocken.

Viele Schädlinge

Und auch die großen Bäume, deren Wurzeln in tiefere Schichten reichen, leiden unter der Trockenheit. Die frühe Wärme hat nämlich den Schädlingen optimale Bedingungen geboten. Kein Frost hat sie gestört und die Population verkleinert. Jetzt machen sich die Raupen über das zarte Grün und die Knospen her. Ahorn, Kastanien, Eichen und Buchen - wer in die Kronen der Bäume blickt, sieht, mit welchem Heißhunger die Schädlinge unterwegs sind. Von manchen Blättern ist nur noch ein zartes Gerippe übrig, durch viele Blätter kann man durchschauen.

„Eichenwicklerfraßgesellschaften” nennen die Fachleute diese Schädlingskolonien. Allerdings sind im Eschweiler Stadtwald weniger die Eichenwickler, als die kleinen und großen Frostspanner das Problem. Sie haben sich auch viele der kleinen Flatterulmen schmecken lassen, die in den weißen Röhren eigentlich prächtig wachsen sollten. In vielen Röhren sind nur noch dürre Ästchen zu erkennen, Bäume werden daraus wohl nicht mehr.
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