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Label ist erst der Anfang der Demenzarbeit

Von: ran
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Nahmen das „Demenz-Label” aus den Händen von Heinz Müller (3. v. r.), Leiter des Amts für Altenarbeit, entgegen: die Projektgruppe des Senioren- und Betreuungszentrums der Städteregion Aachen mit Einrichtungsleiter Bernhard Müller (2. v. r.). Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Die Menschen werden immer älter. Eine grundsätzlich positive Entwicklung. Tatsache ist jedoch auch, dass auf Grund dessen bestimmte altersbedingte Krankheiten zunehmen. Nicht zuletzt die Demenz.

Auf die steigende Anzahl demenzkranker Menschen müssen sich vor allem Einrichtunngen einstellen, in denen alte Menschen betreut und gepflegt werden.

Das Senioren- und Betreuungszentrum der Städteregion Aachen (SBZ) war seit 2008 Teil des vom Amt für Altenarbeit begleiteten Projekts „Demenz-Label Städteregion Aachen”.

Eine Initiative, die hohe Anforderungen an alle Beteiligten stellt. Doch die Mitarbeiter des SBZ wurden diesen gerecht und erhielten nun den verdienten Lohn: Am Montagabend nahmen Einrichtungsleiter Bernhard Müller sowie die Projektgruppe „Demenz-Label” mit Doris Weishaupt-Stocken, Monika Büttgen, Peter Gaida, Elke Lauffs, Diana Reitler, Elisabeth Linkens, Manfred Hanf und Hubert Rosarius im Rahmen einer kleinen Feierstunde aus den Händen von Heinz Müller, Leiter des Amts für Altenarbeit, eine Urkunde mit dem „Demenz-Label” entgegen.

60 Prozent Bewohner betroffen

Rund 60 Prozent der etwa 240 Bewohner des Senioren- und Betreuungszentrums leiden an Demenz. „Den Bedürfnissen dieser Menschen besser gerecht werden zu können, war die Hauptmotivation zur Teilnahme am Projekt”, erklärt Bernhard Müller.

So war die Verbesserung der Qualifikation der Mitarbeiter im Hinblick auf Demenz wesentlicher Bestandteil der Initiative. Insgesamt 3270 Stunden wurden in die Fortbildung investiert, die Gesamtkosten des Projekts beliefen sich auf 110.000 Euro.

Zu den Maßnahmen, die zu einer verbesserten Betreuung der betroffenen Bewohner führen sollen, gehören unter anderem eine neue Milieu-Gestaltung auf den Pflegestationen, die Reflektion sowohl der Ess- als auch der Heimaufnahme-Kultur, die Abschaffung freiheitsentziehender Maßnahmen, die Betreuung durch sogenannte Alltagsbegleiter, eine vermehrte Einzelbetreuung sowie die Nutzung tiergestützter Therapien.

„Die Weiterentwicklung der Pflege und Betreuung genießt bei uns höchste Priorität”, verdeutlichte Bernhard Müller in seiner kurzen Ansprache. „Klar ist, dass wir noch lange nicht am Ziel sind. Die Verleihung des Demenz-Labels ist für uns ein besonderes Ereignis, doch dieses symbolisiert nicht das Ende, sondern den Anfang eines Prozesses.”

Dies unterstrich auch Heinz Müller: „Hinter ihnen liegt eine bislang zweieinhalbjährige Reise, auf der sie nun eine Zwischenstation erreicht haben”, so der Leiter des Amts für Altenarbeit, der den Verantwortlichen des SBZ dankte, das Risiko eingegangen zu sein, an diesem neuen Verfahren teilzunehmen. „Ein ähnliches Projekt werden sie in der Bundesrepublik so schnell nicht wiederfinden”, betonte er abschließend.

Dass neben dem Senioren- und Betreuungszentrum der Städteregion Aachen nur noch zwei weitere der insgesamt sechs am Projekt beteiligten Einrichtungen zertifiziert wurden, zeigt die hohen Anforderungen des „Demenz-Labels”, das für zwei Jahre verliehen wurde. Nach Ablauf dieser Zeit muss sich auch das SBZ einer neuen Prüfung unterziehen. „Es gibt sicherlich noch Bereiche, in denen wir uns weiter verbessern können. Kleine Baustellen sind sicherlich vorhanden”, ist Bernhard Müller bewusst, dass Stillstand Rückschritt bedeutet.
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