Eschweiler - „Kurzer Draht” zwischen Ämtern und Polizei macht die Stadt sicherer

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„Kurzer Draht” zwischen Ämtern und Polizei macht die Stadt sicherer

Von: Rudolf Müller
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Diese Pferde gehen notfalls für ihre Reiter(innen) durchs Feuer - im wahrsten Sinne des Wortes. Auch in diesem Jahr sollen Beamte der Landesreiterstaffel am Blausteinsee nach dem Rechten schauen. Foto: ddp

Eschweiler. Auch im neuen Jahr setzen Polizei und Stadt in Eschweiler auf enge Zusammenarbeit. Denn die - so zeigen die Erfahrungen - könnte kaum besser sein. Ordnungsamt, Jugendamt, Schulamt, Polizei - man kennt sich, man schenkt sich Vertrauen und kann mittels „kurzem Draht” vieles anstoßen, was auf dem üblichen Dienstweg weit länger dauern würde.

Auch wenn, so resümiert Bürgermeister Rudi Bertram, „natürlich nicht alles immer sofort erledigt werden kann”. Polizeidirektor Uwe Pasternak, Leiter der für Eschweiler zuständigen Polizei-Inspektion 2, sieht das ähnlich. Beim traditionellen Arbeitsfrühstück von Vertretern der Stadt und der Polizei zum Jahresbeginn zeigte er sich zufrieden mit der Entwicklung der Sicherheitslage in der Indestadt. Im vergangenen Jahr hatte die Polizei ihre Präsenz in Eschweiler deutlich verstärkt - ein entsprechendes Landesprogramm hatte den erhöhten Personalaufwand möglich gemacht, der neben Beamten des Bezirksdienstes unter anderen auch den Verkehrsdienst und die Landesreiterstaffel in Eschweiler hatte Dienst tun lassen. „Ich bin sehr zufrieden mit der Entwicklung der Kriminalitätszahlen”, betonte Pasternak, „auch wenn wir natürlich nicht alles auf Null gesetzt haben.” Das Präsenzkonzept für die Innenstadt, das auch gemeinsame Streifen von Polizei und Ordnungsamt vorsieht, soll in diesem Jahr fortgesetzt werden. Und auch der Antrag, die Landesreiterstaffel wieder am Blausteinsee einzusetzen, laufe bereits.

Was Pasternak Sorgen macht, ist die nach wie vor akute hohe Bedrohungslage durch islamistische Terroristen. „Seit den Warnungen durch den Bundesinnenminister Ende November hat sich daran nichts geändert. Wir als Polizei sind deshalb an vielen Orten sichtbar und auch unsichtbar im Einsatz. Und das wird auch noch Monate so bleiben.” Immerhin gebe es auch im Raum Aachen einige Objekte, die als Anschlagsziele in Frage kämen.

Dies allerdings ist nicht das einzige, was Kräfte binde und neue Aspekte in die übliche Tätigkeit bringe. Beispiel Großkonzerte und Karneval: „Alle großen Veranstaltunngen stehen jetzt im Schatten von Duisburg”, rief Pasternak die todbringende Loveparade in Erinnerung.

Städteregion kontrolliert

Das Thema Großveranstaltungen hatte auch Ordnungsamtsleiter Edmund Müller auf der Tagesordnung stehen: Noch steht nicht fest, wie eine „Großveranstaltung” definiert zu werden habe - fest steht dagegen, dass die Planung und Genehmigung von Großveranstaltungen künftig von der Kommunalaufsicht - sprich: der Städteregion - „abzusegnen” seien.

Ein weiterer Punkt auf Müllers Liste: Alkoholgenuss im Freien. Bislang hätten Ordnungsämter zu wenig gesetzliche Möglichkeiten, dagegen vorzugehen, beklagte Müller, dass „zeitlich und räumlich begrenzte Alkoholkonsum- und Mitführungsverbote” nur schwer durchsetzbar seien. Er plädierte für ein Alkohol-Verkaufsverbot in Tankstellen von 22 bis 6 Uhr.

Ingenieure suchen Lösungen

Müller brachte auch das leidige Thema Autobahnsperrungen aufs Tapet: „Es kann doch nicht sein, dass dann das nahezu gesamte öffentliche Leben in der Stadt lahmgelegt wird.” Gemeinsam mit der Polizei wird nun im Rathaus überlegt, bei Autobahnsperrungen auch die Innenstadt abzuriegeln und den Verkehr über nördliche Umfahrungsstrecken zu führen. Das allerdings würde zu Problemen mit Verkehrsteilnehmern führen, die von der Abfahrt West in Richtung Stolberg fahren wollen.

Auch Bürgermeister Rudi Bertram hatte eine Bitte an die Bezirksbeamten der Polizei Eschweiler, deren Chef, Erster Polizeihauptkommissar Wolfgang Robionek, ebenfalls das kameradschaftliche Verhältnis der Kollegen von Stadt und Polizei untereinander unterstrich: „Die Fußgängerzone, vor allem die Enhglerthstraße, wird häufihg nachts als Rennstrecke missbraucht. Dagegen sollten wir mal eine Aktion starten!”

Die Beamten des Bezirksdienstes selbst hatten erfreulich wenig Herausragendes zu berichten, sieht man von Verkehrsproblemen rund um den neuen Mediamarkt ab, mit deren Lösung aber bereits ein Ingenieurbüro beauftragt ist. Ärger gibt es auch in Ost: „Der Stadtteil Ost hat ein besonderes Problem: Immer häufiger kommen Jugendliche aus anderen Orten nach Ost, um dort Straftaten zu begehen”, stellt Hauptkommissar Hubert Specks fest und beklagt die nach der Sanierung des Viertels inzwischen wieder zunehmende Vermüllung.

Missstände, denen die Männer (und Frauen) von Polizei und Stadt auch im neuen Jahr gemeinsam entgegentreten wollen.
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