Kunst am Skateplatz kommt aus der Spraydose

Von: Stefan Herrmann
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Bei Jugendlichen in Eschweiler ein absoluter In-Treffpunkt: die Skateranlage an der Indestraße Foto: Stefan Herrmanns

Eschweiler. Wer in diesen Tagen die Indestadt Richtung Innenstadt befährt, dessen Blick schwenkt irgendwann automatisch nach rechts. Der Hingucker sind nigelnagelneue Graffiti am Skaterpark. Die Rückseiten der Rampen, die zuvor eher durch Schmutz und Schmierereien glänzten, erstrahlen jetzt in den buntesten Farben und mit tollen Motiven.

Auslöser für die Farbtupfer waren der Mobile Jugendarbeiter Olaf Tümmeler, Praktikantin Melanie Lehnhoff und der Graffitikünstler Marcel Prescher, die einen legalen Graffiti-Workshop für Jugendliche angeboten haben.

„Die Jugendlichen, die hier ihre Freizeit verbringen, haben mich vor wenigen Wochen angesprochen, ob es nicht möglich sei, die Skate-Elemente mit schönem Graffiti zu bemalen”, erläutert Olaf Tümmeler.

Gesagt, getan: Mit ein paar Telefonaten und der Bestellung der Farben nutzte man die Ferienzeit. Und die Jugendlichen zeigten durchaus ihr kreatives Geschick. Bis zu zwölf Nachwuchskünstler arbeiteten den ganzen Tag über mit.

Zunächst gab es eine kurze Einführung des Profis. „Die Technik kann man natürlich nicht an einem Tag erlernen”, sagt Tümmeler. Marcel Prescher, im „normalen Leben” Maler und Anstreicher von Beruf, ist bereits seit 15 Jahren als Graffitikünstler unterwegs. „Geduld und eine ruhige Hand”, fasst Tümmeler die Grundvoraussetzungen zusammen.

Doch nicht nur den Umgang mit den Spraydosen erlernten die Jugendlichen, auch rechtliche Folgen illegaler Graffitis an Häuserwänden oder öffentlichen Gebäuden wurden besprochen. Wer sich ungefragt - ob nun mit Schmierereien oder aufwendigen Bildern - an fremden Eigentum vergeht, dem droht vielleicht sogar eine Haftstrafe. Diese Ansage überraschte dann doch den einen oder anderen.

Dann ging´s los: An die Dose, fertig, los! Nur daneben stehen und zuschauen war nicht. Die Jugendlichen halfen eifrig mit. Die groben Konturen der vorher gemeinsam ausgewählten Motive (vornehmlich handelt es sich dabei um Bilder aus dem Skatesport) wurden durch Prescher an den Wänden vorgemalt, das Sprayen der Konturen übernahmen dann die Jugendlichen. Bei den Feinarbeiten übernahm der Experte dann wieder das Kommando und die Spraydose. Erst nach einer Zwölf-Stunden-Schicht war spät nachts das Werk vollbracht.
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