Eschweiler - Kreuze und Kapellen wecken Erinnerungen

Kreuze und Kapellen wecken Erinnerungen

Von: Daniel Gerhards
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Mit viel Liebe zum Detail: Leo Braun gibt einen umfassenden Überblick über die Kleindenkmäler in Eschweiler. Foto: Daniel Gerhards

Eschweiler. Wegekreuze, Kapellen, Gedenksteine – die kennt Leo Braun schon sehr lange. Noch vor seiner Arbeit bei der Stadtverwaltung und im Geschichtsverein blieb Braun immer stehen, wenn er an einem Kreuz vorbeikam. Das gehörte sich so – zumindest im Hause Braun. Als Leo Braun ein kleiner Junge war, sagte seine Mutter ihm, er müsse am Kreuz anhalten und ein kurzes Gebet sprechen. „Und ich musste das Käppchen abziehen“, sagt Braun.

Nun hat sich Leo Braun weit intensiver mit den Kreuzen beschäftigt, die heute längst nicht mehr so viel fromme Beachtung finden wie in seinen Kindertagen. Der 82-Jährige hat ein Buch über die „Kleindenkmäler in Eschweiler“ geschrieben. Das sind immerhin 90 Wegekreuze, Bildstöcke, Kapellen, Missionskreuze und Gedenksteine. 30 davon stehen unter Denkmalschutz.

Braun hat mit viel Akribie zusammengetragen, was man zu den einzelnen Kleindenkmälern wissen muss. Dazu hat er Unterlagen durchforstet, die er seit den 1970er Jahren aufbewahrt hat. Er hat außerdem viele Gespräche mit Leuten vor Ort geführt. Die haben ihm Geschichten zu den Denkmälern erzählt und Daten bestätigt. „Ich wollte nicht wissenschaftlich arbeiten, keine Statistiken und Tabellen mit akademischen Abkürzungen und Bezeichnungen aufführen. Ich habe das Buch so geschrieben, dass es jeder versteht“, sagt Braun.

Viele der noch existierenden Kleindenkmäler sind bereits mehrere hundert Jahre alt. Die Antoniuskapelle in Bergrath ist von 1553, das Röher Kreuz (auch Hehlrather Kreuz genannt) ist von 1727. Letzteres markierte einst die Grenze zwischen Eschweiler und Hehlrath. Was von dem Kreuz erhalten ist, steht heute zwischen Hehlrath und Dürwiß.

An seinem Buch geschrieben hat Leo Braun nun etwa ein halbes Jahr. Sein Interesse wurde aber schon in den 1970er Jahren geweckt. Zu dieser Zeit arbeitete er mit Volkskundlern des Landschaftsverbands zusammen. „Die haben damals schon gesagt, dass man erfassen sollte, was da ist“, sagt Braun.

Nun hat er das Geschafft. Und zwar mit der Akribie, die er aus seinem Berufsleben kennt. Leo Braun war Vermesser bei der Stadt Eschweiler. Das Maßband konnte er auch bei seinen Recherchen für sein Kleindenkmäler-Buch nicht zu Hause lassen. Er hat die Maße aller Denkmäler genommen – also etwa von Kreuz und Korpus. Neben den Angaben zu den Größen liefert Braun Alter und genauen Standort der Denkmäler – und alles, was man sonst noch wissen muss.

Großes Lob bekommt der Autor von Bürgermeister Rudi Bertram und René Hahn, Vorsitzender des Geschichtsvereins, der das Buch herausgegeben hat. „Wenn man in Eschweiler wohnt, kennt man viele Kleindenkmäler, aber man weiß oft nicht, was dahinter steckt“, sagt Bertram. Das Buche kläre in dieser Hinsicht einiges auf. Für Hahn sind mit den Kleindenkmälern, besonders mit den Findlingen an der Straße Duffenter, die auf die vom Blitz erschlagene Magd Josepha Bauer hinweisen, viele Kindheitserinnerungen verbunden: „Als Kind empfand ich die Stelle als mystisch, als irgendwie gruselig. Heute erinnere ich mich jedes Mal, wenn ich dort vorbeikomme, an meine Kindheit und halte einen Moment inne.“

 

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