Eschweiler - Krawall und Remmidemmi auf dem verwaisten Hertie-Parkhaus

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Krawall und Remmidemmi auf dem verwaisten Hertie-Parkhaus

Von: Patrick Nowicki
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Ein Bild der Verwüstung: Auf
Ein Bild der Verwüstung: Auf dem Parkdeck zeigt Anwohner Karl-Heinz Krott, was von dem ehemaligen Hertie-Verwaltungstrakt übrig geblieben ist. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Es war eine Vorzeige-Einkaufsmeile, ein zukunftsweisendes Projekt und ein Publikumsmagnet, um den uns andere Kommunen beneideten: das City-Center. Nicht erst seit dem Abschied von Hertie ist es nur noch ein Schatten vergangener Jahre.

Weitere Geschäfte gingen ebenfalls, die verbliebenen Mieter sind nicht zu beneiden, denn sie haben nicht nur mit dem Kundenrückgang zu kämpfen, sondern auch mit Vandalismus. Unbekannte schmeißen Scheiben in der Nacht ein, das Parkdeck ist zum Treffpunkt randalierender Jugendlicher geworden.

Einer, der die Missstände bestens kennt, ist Klaus Bertling. Er schaut tagtäglich am Parkhaus nach dem Rechten, schließt es morgens auf und abends ab. Meistens erwartet ihn eine böse Überraschung: Betonpoller wurden umgestoßen, Pfeiler umgerissen und gegen Metalltore gerollt. Auf dem Dach des Parkhauses, das offiziell nicht mehr genutzt wird, zeigt sich ein Bild der Verwüstung: Keine Scheibe des ehemaligen Hertiegebäudes ist mehr heil. Hier toben sich Jugendliche aus, berichten Nachbarn. Auch Klaus Bertling hat schon welche erwischt und angesprochen. Als Antwort wurde er mit Steinen beschmissen. „Ich weiß nicht, was in den Köpfen dieser Jugendlichen vorgeht”, fragt er sich.

Seit Monaten geht das inzwischen so. Immer wieder müssen die Scheiben ausgetauscht und die Eingänge neu verbarrikadiert werden. Immer wieder wird auch die Polizei gerufen. „Meistens kommen die nicht oder erst Stunden später, wenn alles vorbei ist”, beschwert sich Anwohner Karl-Heinz Krott. Mit seiner Frau Christine kann er vom Balkon aus beobachten, was auf dem Parkdeck passiert. „Man fühlt sich nicht mehr sicher”, sagen beide. In der vergangenen Woche seien beide Zeugen geworden, wie ein Junge eine schwere Papprolle vom Oberdeck auf die Straße warf. „Dass dort unten auch ein kleines Kind ging, war dem wohl völlig egal”, schüttelt Christine Krott den Kopf.

Mehrfach war die Polizei vor Ort, alleine im vergangenen Monat sind fünf Einsätze registriert, wo es zu konkreten Auffälligkeiten kam. Auch potenzielle Täter wurden schon gefasst: Die beiden 13-jährigen Jungen sind allerdings noch nicht strafmündig, aber der Polizei schon häufiger aufgefallen, wie Sprecherin Sandra Schmitz vom Polizeipräsidium Aachen mitteilt. „Wir haben die Situation erkannt, aber es kann natürlich auch schon einmal vorkommen, dass wir nicht sofort reagieren können, weil die Einsatzkräfte anderweitig gebunden sind”, räumt sie ein. Man nehme aber die Sorgen der Anwohner selbstverständlich sehr ernst.

Nicht nur das Parkhaus ist betroffen, selbst im Rathaus gehen Scheiben zu Bruch. In jedem Fall werde Anzeige gegen unbekannt erstattet. „Uns gefällt die Situation im City-Center natürlich auch nicht”, teilt Heinz Rehan von der Stadtverwaltung mit. Das Ordnungsamt gehe regelmäßig dort vorbei. „Eine 24-Stunden-Überwachung ist natürlich nicht möglich”, schränkt Rehan ein. Der Stadt seien für weitere Maßnahmen die Hände gebunden: „Wir sind nicht Eigentümer und damit nicht Herr des Verfahrens.”

Die Geschäftsleute stehen der Situation hilflos gegenüber, mindestens jedes zweite Ladenlokal in der Geisterstadt ist ohnehin verwaist. „Wenn es solche Entwicklungen gibt, dann kann man als Geschäft machen, was man will, dann bleiben die Kunden weg”, weiß Peter Kamps, Mieter im City-Center. Er sei von Leuten schon angesprochen worden, die nach Dunkelheit das City-Center ungerne betreten würden. „Ich kann die Menschen verstehen”, zeigt er Verständnis.

Eine schnelle Lösung scheint nicht in Sicht, und so blicken Kunden und Nachbarn des City-Centers weiter auf zerplatzte Scheiben und Müll.

Interessenten für Kauf der Immobilie

Für den Kauf der Hertie-Immobilie gebe es Interessenten, bestätigt Heinz Rehan von der Stadtverwaltung. Die Stadt könne aber wieder nur als Vermittler auftreten und lediglich beratend zur Seite stehen.

Schon vor Monaten sprach der Technische Beigeordnete Hermann Gödde von einem Investoreninteresse - bisher ohne Ergebnis.

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