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Kopfüber ist der Hubschrauber ein Rasenmäher

Von: pes
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Zwei Personen sind notwendig,
Zwei Personen sind notwendig, um diesen Nachbau eines US-amerikanischen Armeehubschraubers auf den Startplatz tragen. Foto: pes

Eschweiler. Unter Modellfliegern wünscht man sich eigentlich „Holm- und Rippenbruch”, was in der Erwartungshaltung natürlich das Gegenteil bedeutet. Beim großen Modellflug-Wochenende des MFC Eschweiler kam ironischerweise noch der Hintergedanke „Wolkenbruch” dazu, denn am Samstag und Sonntag mussten die Zuschauer die grauen Regenwolken am Himmel ebenso in ihrem Blickwinkel behalten wie die wunderschönen Modellflugzeuge.

Dr. Frank Portheine als Vorsitzender des rührigen Clubs konnte daher seine Enttäuschung über die Wetterentwicklung nicht verbergen. „Ja, es ist sehr schade, dass das Wetter so manchen Besucher davon abgehalten hat, unsere Veranstaltung zu besuchen. Unseren Spaß an der Fliegerei und die Werbung für den Modellflug lassen wir uns aber dadurch nicht nehmen”, sagte Portheine.

Einige der angereisten Piloten hatten ihre oft kostspieligen Modellflugzeuge erst gar nicht ausgepackt, weil der Nieselregen die Funktionen der sensiblen Funksteuergeräte stören kann und man mitunter den Absturz des Modells riskiert. Andere wiederum schützten ihre mit Lithium-Polymer-Akkus bestückten oder mit Methanol betankten Modelle so lange unter einer Plastikplane, bis ein kurzzeitiges Aufreißen der Wolkendecke die eine oder andere Vorführung erlaubte.

Platzsprecher Jürgen Schulz erwies sich als Glücksgriff des Veranstalters, denn er hielt nicht nur in den Regenpausen mit seinen umfassenden Kommentaren zu den Flugleistungen und Materialeigenschaften der Modelle den erwünschten Spannungsbogen für die Zuschauer hoch. Durch seine ständigen Online-Beobachtungen des Wetterradars waren die nächsten Starts zeitlich absehbar.

Mehr als 350 km/h

Das Spektrum der vorgeführten Modellflugzeuge war trotz aller witterungsbedingten Einschränkungen sehr groß, denn man sah Eigenbauten im Bereich der Segler ebenso wie komplett gekaufte Objekte, wobei die surrenden Hubschraubermodelle mit Loopings und „Rasenmähen” (Flug auf dem Rücken) besonders die jüngeren Besucher begeisterten.

Der OPUS-V Jet von Peter Adolfs aus Erftstadt erhielt schon wegen seiner Geschwindigkeitseigenschaften die größte Aufmerksamkeit. In diesem Modell werden alle Vorzüge eines bewährten Seglers mit einem Turbinenantrieb kombiniert. Mit einer Miniatur-Gasturbine schafft es das Modell je nach Lust und Laune auf mehr als 350 km/h und kann ebenso mit niedriger Geschwindigkeit und kleiner Sinkrate dahingleiten. Die Schubeigenschaft von 24N bei einer Drehzahl von maximal 245 000 Umdrehungen pro Minute lassen dabei das Herz eines jeden Modellbau-Technik-Fans höher schlagen.

Glaubt man der Werbung, dann sind viele Modellflugzeuge auch für Anfänger geeignet. Wer aber ein Modellflugzeug zusammenbauen kann, muss es noch lange nicht steuern können - und umgekehrt. Ein Anfänger hat grundsätzlich andere Erwartungen an ein Modellflugzeug als ein Fortgeschrittener oder gar ein Profi. Viele der anwesenden Piloten betreiben ihr Hobby schon über viele Jahre und warnen Einsteiger eher vor zu viel Technik. Ein Anfänger sollte zuerst ein technisch weniger komplexes Modell fliegen lernen und sich kontinuierlich in die Materialkunde, die Funktechnik und Elektronik einarbeiten, die mit dem modernen, hochwertigen Modellflug verbunden sind. Vor allem die Elektrofliegerei mit ihren leistungsfähigen Lithium-Polymer-Akkus hat die Fluganfänger mittlerweile wie Magnete angezogen.

2,50 Meter Spannweite

Peter Adolfs aus Erftstadt bezeichnet die schnellen Jetmodelle und das Fliegen damit folgerichtig als „die Spitze des Eisbergs”. Wer dort hin will, braucht langjährige Erfahrung - und Geld. Ein einziges Flugzeug kann heutzutage mehrere Tausend Euro kosten. Der große Fachmann unter den Modellfliegern hält daher ebenso wie Frank Portheine einen Einstieg in die Modellfliegerei mit einem einfachen Modell für die bessere Variante.

Auf der 250 Meter langen Start- und Landebahn war es dann Heinz Heus aus Hürth, der die Zuschauer mit einer „Wild Hornet” (Wilde Hornisse), einem Düsenjet mit 1,80 Meter Spannweite und einer Turbine mit bis zu 165.000 Drehungen begeisterte. Das Modell kann auf mehr als 300 km/h beschleunigen und präsentierte sich dabei fast angenehm surrend am grauen Himmel.

Juan Ruiz aus Erkelenz brauchte gar eine zweite Person, um seinen originalgetreuen Nachbau eines amerikanischen Armee-Hubschraubers („Nähmaschine”) an den Startplatz zu tragen. Mit einer Rotorenspannweite von 2,50 Meter und dem typisch tiefen Sound sorgte er für einen weiteren Höhepunkt des Nachmittags. Wer sich - nicht zuletzt wegen eines Besuches am Wochenende - für die Modellfliegerei interessiert, findet auf der Internetseite des Vereins alle wichtigen Informationen.
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