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Knapp verloren: Rosen als Trost für Kämmerling

Von: Rudolf Müller und Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:
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Trotz des Lächelns steht ihm die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben: Wenige hundert Stimmen trennen Stefan Kämmerling vom Einzug in den Landtag. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Das hoffnungsfrohe Lächeln, das einem seit Wochen von ungezählten Plakaten des Echweiler SPD-Landtagskandidaten entgegenstrahlte, schien ihm im Gesicht festgefroren. Da hatte Stefan Kämmerling über viele Wochen hindurch einen Wahlkampf hingelegt, wie ihn Eschweiler an Engagement und Professionalität bis dato noch nicht erlebt hatte.

Ein Einsatz, der sich rechnete: Tausende Stimmen, die CDU-Amtsinhaber Axel Wirtz seiner SPD-Konkurrentin Helen Weidenhaupt bei der vergangenen Landtagswahl voraus war, holte Kämmerling für die SPD. In Eschweiler baute er den Vorsprung der SPD deutlich aus. Und nicht nur das: Auch in Axel Wirtz´ Heimatstadt Stolberg bekam er mehr Stimmen als der CDU-Kandidat. Ein hervorragendes Ergebnis für einen jungen Erst-Kandidaten. Und dennoch: Es reichte nicht. Letztlich scheiterte Kämmerling an knapp 500 Stimmen, die Wirtz ihm insgesamt voraus blieb.

Trotzdem: Als Stefan Kämmerling, der die langsam eintrudelnden Ergebnisse gemeinsam mit Bürgermeister Rudi Bertram und weiteren Genossen in dessen Amtszimmer verfolgt hatte, gegen 21 Uhr in den proppenvollen SPD-Sitzungssaal des Rathauses kam, erwarteten ihn Rosen und minutenlanger Applaus. Bertram: „Gefühlter Sieger ist für mich Stefan!” Der sagte Dank: vor allem seinem jungen Wahlkampfteam. „Ohne euch wäre der Vorsprung der CDU weitaus größer geblieben. Jetzt sind wir in unmittelbarer Schlagweite.”

Weshalb es nicht ganz gereicht hat, will der bitter enttäuschte Kämmerling mit seinem Team in Kürze detailliert feststellen. Eines weiß er jetzt schon: Dass die Eschweiler Grünen im Gegensatz zu allen anderen nicht auf eine Zweistimmen-Kampagne setzten, hat ihn hunderte von Stimmen gekostet. Mal ganz abgesehen von denen, die die Linke von der SPD weg auf sich gezogen hat. Zunächst aber ist Durchatmen angesagt: ein paar Tage Nordsee mit Lebensgefährtin Steffi Sommer. „Aber ich verspreche euch: Ich komme zurück!”

Während die Genossen ihren Kandidaten trotz der Niederlage feierten, war von Siegeslaune wenige Meter weiter im CDU-Fraktionszimmer nichts zu spüren. „Wir haben unser Minimalziel erreicht”, meinte der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Willi Bündgens. Und das lautet: Axel Wirtz hat das Direktmandat geholt. Bis zum Schluss zitterte die Eschweiler Union mit. Das Ergebnis aus Düsseldorf allerdings saß: „Das war eine Backpfeife des Wählers.” Allerdings habe man das nicht in Eschweiler zu verantworten. Im Gegenteil: „Wir haben im Gegensatz zur Landes-CDU nur sechs Prozent im Vergleich zur letzten Landtagswahl verloren”, gewann Bündgens dem schlechten Abschneiden etwas Positives ab.

Mit im Boot der Verlierer saßen die Liberalen, deren Eschweiler Vorsitzender Ulrich Göbbels der Landespartei eine gute Politik in den letzten fünf Jahren bescheinigte. FDP und CDU waren sich einig: Man hätte mehr die Erfolge der schwarz-gelben Koalition im Wahlkampf herausstellen müssen. Und so feierte am Sonntagabend niemand im Rathaus.
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