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Klimaschutz: Eschweiler geht in die Offensive

Von: Patrick Nowicki
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Strom aus Braunkohle oder Wind
Strom aus Braunkohle oder Wind? Die Stadt Eschweiler will das Energiebewusstsein der Bürger wecken und beim Energiesparen mit gutem Beispiel vorangehen. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Beim Klimaschutz will die Stadt mit gutem Beispiel vorangehen. Mehr noch: Sie will die Bürger mit ins Boot holen und ihr Bewusstsein wecken. Allerdings will sie diesen Weg nicht alleine beschreiten, schließlich soll oder darf in Zeiten knapper Kassen ein solches Engagement nichts kosten.

Also bittet die Verwaltung einen Kooperationspartner an ihre Seite, nämlich die Energie- und Wasser-Versorgungs-GmbH (EWV). Mit zahlreichen Projekten sollen in den nächsten Monaten alle Möglichkeiten angepackt werden, den Energieverbrauch zu senken.

Vorbildfunktion

Die Stadt Eschweiler hat nämlich auch von Rechts wegen eine Vorbildfunktion. Auch die Energieversorger sind nach dem Energiedienstleistungsgesetz, das im vorigen Jahr in Kraft trat, gehalten, Energiedienstleistungen zu fördern. So lag es nahe, eine Kooperation einzugehen, wohl wissend, dass das Haushaltssicherungskonzept, das noch genehmigt werden muss, einen engen Handlungsrahmen steckt.

Die Verwaltung und die EWV wollen beim städtischen Personal beginnen. So sollen die Hausmeister geschult werden, die in städtischen Gebäuden ihren Dienst verrichten. In wenigen Wochen will man damit beginnen. Allerdings werden nicht nur Fachvorträge auf dem Unterrichtsplan stehen: Die Hausmeister können dabei auch ihre Erfahrungen einfließen lassen. Unter dem Strich sollen die Bediensteten der Stadt motivierter sein, Energie zu sparen. Zur Sprache kommen in den Seminaren de Heizungssysteme und ihre Regelung. Die Gebäude sollen auch aus energetischer genauer beleuchtet werden, um Schwachstellen aufzudecken. Natürlich werden die Hausmeister auch über neueste Gesetzestexte und Formen der regenerativen Energiegewinnung informiert.

Anfang des 2012 sollen die Schüler angesprochen werden, und zwar schon in jungen Jahren, also in den Grundschulen. Die Lehrer sollen sich verschiedener Unterrichtseinheiten bedienen können, die sich mit dem Verständnis von Umwelt auseinandersetzen. Bei den Jugendlichen in den Weiterführenden Schulen geht es schon ins Detail: Sonnenenergie, Windparks, Gasstationen können besucht werden. Verschiedene Experimente können im Unterricht den Treibhauseffekt und den Klimawandel beschreiben. Für die älteren Schüler steht auch ein Energieberatungsmobil zur Verfügung. Natürlich sind auch Jobs in der Energiebranche ein Thema.

Vortrag im November

Zu guter Letzt sollen auch die übrigen Bürger Gelegenheit erhalten, sich ausreichend zu informieren: Der erste Vortrag, der sich aber besonders an Unternehmer richtet, ist für den 14. November vorgesehen. Informationen über die Funktionsweise und die Finanzierungsmöglichkeiten regenerativer Energien sind für das 2. Quartal in 2012 geplant. Zuvor, nämlich noch in diesem Jahr werden die Fördermöglichkeiten beleuchtet. Auf dem Programm soll auch weiterhin der Energiespartag stehen, allerdings soll die Form überarbeitet werden, da sich die sicherlich informative Veranstaltung in der Vergangenheit nicht gerade als Publikumsmagnet erwies. Er soll dann im Frühjahr des nächsten Jahres stattfinden.

Die Kooperation mit der EWV wurde von den Kommunalpolitikern bereits im Sommer des vergangenen Jahres auf den Weg gebracht.

Verbrauch könnte um ein Drittel gesenkt werden

Petra Bühner von der Deutschen Energieagentur geht davon aus, dass bereits heute wirtschaftliche und technisch machbare Einsparpotenziale beim Energieverbrauch der Kommunen von 30 Prozent bestehen.

Die 12.000 Kommunen in Deutschland produzieren 42,8 Millionen Tonnen Kohlendioxid - 70 Prozent der Öffentlichen Hand.

Für die Beschaffung energierelevanter Produkte geben die Städte und Gemeinden 32 Milliarden Euro jährlich aus, die Energieversorgung kommunaler Gebäude kostet 2,25 Milliarden Euro.

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