Eschweiler - Kleiner Mann aus Hastenrath freut sich auf den Schulbeginn

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Kleiner Mann aus Hastenrath freut sich auf den Schulbeginn

Von: Sonja Essers
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Kann‘s kaum abwarten, dass die Schule endlich beginnt: Nico Jansen. Foto: Sonja Essers

Eschweiler. In dieser Woche geht für 486 I-Dötzchen in der Indestadt der „Ernst des Lebens“ los: Der erste Schultag steht vor der Tür. Am Donnerstag ist es auch für Nico Jansen soweit. Der Sechsjährige wird dann gemeinsam mit 44 weiteren Kindern die Katholische Grundschule (KGS) Bohl besuchen und darauf freut er sich schon sehr.

„Dann kann ich bald auch endlich lesen und schreiben“, sagt er. So wie seine große Schwester Paula. Die Achtjährige ist ihrem Bruder nämlich auf diesem Gebiet ein ganzes Stück voraus und das nervt den kleinen Nico manchmal ganz schön, wie seine Mutter Kerstin Jansen verrät. Die Texte, die von der Spielkonsole angezeigt werden, kann Nico nämlich noch nicht lesen. Da muss die große Schwester helfen. „Aber bald kann ich das auch“, sagt Nico, der sich auf ein Schulfach ganz besonders freut. „Ich möchte Englisch lernen. Dann rede ich zu Hause mit Mama und Papa nur noch Englisch“, sagt er und das Grinsen in seinem Gesicht verwandelt sich in ein lautes Lachen.

Ein bisschen Gel muss sein...

Kurz vor seinem großen Tag ist Nico ganz schön aufgeregt. Nicht nur seine Schwester Paula und seine Eltern Kerstin und Willi Jansen, sondern auch seine Großeltern und seine Patentante werden diesen wichtigen Tag mit ihm feiern. Dafür will sich der Sechsjährige ganz besonders schick machen. „Ich ziehe ein Hemd an“, verrät er stolz. Natürlich darf auch die richtige Frisur nicht fehlen. Ein kleiner Klecks Gel bringt die Haare in die richtige Form, damit sie auf dem Einschulungsfoto perfekt sitzen. „Die style ich dann auch so wie heute“, sagt Nico.

Besonders stolz ist der Kleine auf seinen neuen Schulranzen, den er sich selbst ausgesucht hat. Auf diesem sind zwei Rennwagen zu sehen. Am Rücken ist er gut gepolstert und im Innenraum ist viel Platz für Hefte, Bücher und Stifte. Wie wichtig ein perfekt sitzender Schulranzen ist, weiß Kinderarzt Dr. Helmut Müller. Er rät dazu, die i-Dötzchen zum Kauf mitzunehmen und hat noch einen guten Tipp parat: „Der obere Rand des Schulranzens sollte nicht über die Schultern reichen, der untere Rand sollte an der Taille des Kindes enden.“

Auch zu schwer sollte das gute Stück nicht sein. Doch dies sei nicht immer einfach. Der gefüllte Schulranzen sollte nicht mehr als zwölf bis dreizehn Prozent des Körpergewichts des Kindes wiegen. Bei der Einschulung wiegen Kinder rund 20 Kilogramm. „Das macht dann 2,4 bis 2,6 Kilogramm und die hat man schnell erreicht“, meint Müller und fügt hinzu: „Dann ist der Ranzen schnell überladen.“

Nico findet nicht nur seinen Schulranzen schön, sondern auch die dazu passende Schultüte, die am ersten Schultag natürlich auf keinen Fall fehlen darf. Und die ist ein ganz besonderes Exemplar, schließlich hat Nico sie gemeinsam mit den Erzieherinnen im Kindergarten gebastelt. Und was würde der Sechsjährige an seinem ersten Schultag gerne darin finden? „Schokolade“, sagt er und seine blauen Augen beginnen zu leuchten. Nach einer kurzen Sprechpause fügt er noch einige weitere Dinge hinzu: „Äpfel und Birnen.“ „Aber du isst doch gar keine Birnen, Nico“, gibt seine Mutter zu Bedenken. Natürlich hat der Kleine dafür eine Erklärung: „Aber jetzt schon, das hat sich geändert“, sagt er und nicht nur er selbst, sondern auch seine Eltern beginnen zu lachen.

Im Winter mit Warnweste

„Ich habe meine Schultüte auch schon im Kindergarten gebastelt“, sagt seine Schwester Paula. Sie besucht ab jetzt die dritte Klasse der KGS Bohl und gibt ihrem Bruder vor Schulbeginn bereits den ein oder anderen guten Tipp. Zum Beispiel zum Thema Schulweg. „Im Winter sollte man die gelben Warnwesten tragen, damit man von den Autofahrern gesehen wird“, sagt die Achtjährige. Um den Schulweg macht Nico sich keine Sorgen. Unzählige Male ist er die Strecke bereits mit seiner Mutter gegangen und hat seine große Schwester von der Schule abgeholt.

Schulweg einüben

Wie wichtig das Einüben des Schulwegs ist, betont auch Paul Kemen von der Pressestelle der Polizei Aachen. „Zwei Grundsätze sollte man stets befolgen: Der kürzeste und schnellste Weg ist nicht immer der sicherste und der Schulweg muss eingeübt werden.“ Nico und Paula werden die Strecke künftig gemeinsam mit ihren Klassenkameraden gehen. Die ersten Tage werden die Kinder jedoch noch von Mutter Kerstin begleitet.

Dieses Verhalten begrüßt auch die Polizei, wie Kemen mitteilt: „Wir finden es richtig, dass die Eltern die ersten Tage ihre Kinder auf dem Schulweg begleiten. Auch um festzustellen, ob sich Kinder durch Freunde oder Klassenkameraden ablenken lassen.“ Denn das sei oft der Fall. „Die Gefahren des Straßenverkehrs sind ihnen größtenteils nicht bewusst. Aufmerksamkeit und Konzentration sind noch nicht über einen längeren Zeitraum möglich.“

Eltern sollten sich außerdem über Folgendes im Klaren sein: „Kinder sind oft der Meinung, wenn sie einen Autofahrer sehen, sieht der sie auch. Das ist aber nicht so. Hier müssen wir bei den Kleinen ansetzen, ihnen Sicherheit und Vorsicht mit auf den Weg geben, sie stets wachsam halten.“ Das sei nicht nur die Aufgabe der Eltern, sondern auch der Lehrer und der Polizei, betont Kemen. In den kommenden Wochen werden die Polizeibeamten an den Schulwegen präsent sein und sowohl Kinder, als auch Eltern, Auto- und Busfahrer auf ihr Fehlverhalten aufmerksam machen.

Für Nico ist vor allem wichtig, dass er mit seinem besten Freund in dieselbe Klasse gehen kann. „Das finde ich toll“, sagt der Kleine, der bereits weiß, welche Klassenlehrerin er bekommt. Auf dem Tisch im Wohnzimmer hat er ein Blatt und Stifte ausgebreitet. Jeden Tag malt er einen Kreis mit dem aktuellen Datum aus. Sobald er beim letzten angekommen ist, geht die Schule los.

Dort steht dann neben dem Lesen und Schreiben auch Rechnen auf dem Stundenplan. Und wie klappt das? „Gut“, sagt der Sechsjährige und beginnt verschiedene Rechenaufgaben zu lösen. Für den kleinen Nico ist das ein Kinderspiel. „Ich kenne schon die Zahlen bis 100.“ Natürlich darf da auch eine kleine Kostprobe nicht fehlen. „Zehn plus Zehn sind Zwanzig und Zwanzig plus Zwanzig sind Vierzig.“ Dann wird es noch schwieriger, aber auch diese Aufgabe meistert Nico mit Bravour. „100 plus 300 sind 400“, sagt er stolz.

Und was steht nach der Schule auf dem Programm? Am liebsten Fußballspielen mit Papa Willi. Mit dem übt der Sechsjährige auch fleißig Schlagzeugspielen.

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