Eschweiler - Kinzweiler: Die Internet-Steinzeit soll bald ein Ende finden

Kinzweiler: Die Internet-Steinzeit soll bald ein Ende finden

Von: Andreas Bongartz
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Cyrus Kube
Keine Spur von High-Speed-DSL, da ist noch der Wurm drin: Die Anbindung an die Datenautobahn per Netzwerkkabel läuft bei Cyrus Kube in Kinzweiler mehr als schwerfällig. Foto: Andreas Bongartz

Eschweiler. Kinzweiler ist ein weißer Fleck auf der Landkarte, oder, wie es Cyrus Kube formulieren würde, abgetrennt von der zivilisierten Welt. Fragt man den 61-jährigen Sozialpädagogen nach seiner Internetverbindung, findet er noch weitere deutliche Worte: „Eine einzige Katastrophe” oder „eine üble Quälerei” sagt er dann.

Bis vor kurzem war der Kinzweiler noch drauf und dran, eine Bürgerinitiative zu gründen. Eine Bürgerinitiative für DSL in Eschweiler, denn der Zugang der Ortschaft am Rande Eschweilers zur Datenautobahn gestaltet sich mitunter als beschwerlich.

In Zeiten von High-Speed-DSL befinde man sich in Kinzweiler noch auf einem Stand wie vor 15 bis 20 Jahren, sagt Cyrus Kube. „Die Telekom bietet DSL mit 438 an, zum gleichen Preis von ausreichend schnellem DSL 1000, aber grottenlangsam. Das ist wie ein altes Modem.”

So verzweifelt der 61-Jährige regelmäßig, wenn es darum geht, die fünf Webseiten, die er betreut, zu aktualisieren. Downloads nehmen für den ehemaligen Informationselektroniker Tage in Anspruch. „Seit drei Tagen bin ich derzeit dabei, ein neues Betriebssystem für ein Netbook zu laden, es wird wohl noch einen weiteren Tag dauern....”

Auch Dirk Polte, Kundenbetreuer beim Kinzweiler Versicherungsbüro Meiß & Classen, kennt diese Probleme: „Wir sind hier im Steinzeitalter”, sagt er. Bei der Allianz Agentur stehen ständig Datenabgleiche mit dem Mutterunternehmen und Aktualisierungen der Kundendaten an, was über das Internet allerdings nur im Schneckentempo von sich gehe und öfters zu Systemabstürzen führe.

Eine Kabeltrasse steht noch aus

„Das ist darauf zurückzuführen, dass die Telekom es versäumt hat, Ende der 80er Jahre Glasfaserkabel zu verlegen”, weiß Heinz-Peter Frings, technischer Angestellter des Tiefbau- und Grünflächenamts der Stadt Eschweiler. Kinzweiler soll nun Glasfaser bekommen.

Bereits Anfang 2008 nahm die Telekom, die für das Kabelnetz zuständig ist, eine Erweiterung in Angriff, die eigentlich bis zum Ende des vergangenen Jahres abgeschlossen werden sollte. Derzeit steht aber noch eine Kabeltrasse zwischen Kambachstraße/Ecke Mühlenweg und Wardener Straße/Kinzweiler Burg aus: die Zuleitung, mit der die neue Anlage erst in Betrieb genommen werden kann.

Leicht genervt reagiert Dieter Schmitz, der die Maßnahme bei der Telekom betreut, wenn man ihn nach dem Stand der Dinge fragt. Genehmigungen, Planverfahren, Ausschreibungen - das ganze Prozedere sei eben zeitaufwendig. „Wir wollten jetzt mit der Verlegung beginnen, aber dann fing das schlechte Wetter an.”

Laut Schmitz soll Kinzweiler allerdings schon bald schnelles Internet haben. Lediglich das Wetter müsse jetzt mitspielen; wenn der Boden wieder auftaue, könne es sofort losgehen. „Bis Ende März wird Kinzweiler mit Glasfaser verstärkt”, verspricht Schmitz.
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