Eschweiler - „Kinderoper Papageno“: Die Liebe steht am Patternhof im Mittelpunkt

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„Kinderoper Papageno“: Die Liebe steht am Patternhof im Mittelpunkt

Von: ran
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„Der Vogelfänger bin ich ja“: Papageno mit „seiner“ Stimme Peter Kellner. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Ein junger und aufrichtiger Prinz, die undurchsichtige „Königin der Nacht“, der gutmütige, aber etwas zaghafte Vogelfänger Papageno, ein vermeintlich bösartiger Fürst, der sich als weiser Mann herausstellt, und natürlich die fantastische Musik von Wolfgang Amadeus Mozart – Zutaten, die die Oper „Die Zauberflöte“ seit mehr als zwei Jahrhunderten zu einem Erlebnis für die Sinne macht.

Und dies nicht ausschließlich für die Ohren eingefleischter Fans klassischer Musik. Auch Kinder können dem Singspiel in zwei Akten, dessen Uraufführung im Jahr 1791 im Wiener Freihaustheater stattfand, einiges abgewinnen. Vorausgesetzt, Vorbereitung und Aufführung werden kindgerecht umgesetzt. Am Dienstagvormittag gastierte nun ein aus drei Sängern bestehendes Ensemble der in Wien beheimateten „Kinderoper Papageno“ in der Realschule Patternhof, um mit den Schülern und für die Schüler der fünften und sechsten Jahrgangsstufe, darunter auch die Kinder der integrativen Klassen, dieses Meisterwerk auf die Bretter der Schulaula zu bringen.

Seit dem Herbst des vergangenen Jahres hatten die beiden Musiklehrerinnen Monika Hartung und Gabriele Wall das Projekt im Auge. Im Zusammenspiel mit dem Förderverein der Schule sowie der Schulpflegschaft wurden die Voraussetzungen geschaffen, das Vorhaben, die Kinderoper in die Indestadt zu holen, in die Tat umsetzen zu können. In den zurückliegenden vier Wochen stand dann für die Schüler innerhalb des Musikunterrichts „Die Zauberflöte“ auf dem Programm. „Wir haben die Kinder langsam an das Thema herangeführt. Sie mit der Handlung, aber auch der Musik vertraut gemacht. Ihnen zum Beispiel verdeutlicht, dass es verschiedenartige Stimmlagen gibt“, erklärt Gabriele Wall.

„Zunächst war dies alles für die Schüler befremdlich, doch sie haben sich schließlich darauf eingelassen“, ergänzt Monika Hartung. „Wichtig ist, dass die Kinder heute Musik live erlebt haben“, spricht Angela Mitterhofer aus Erfahrung. Gemeinsam mit Tenor Thomas Althammer und Bass Peter Kellner übernahm die Sopranistin alle Rollen in der natürlich verkürzten „Zauberflöten“-Version der „Kinderoper Papageno“.

Dabei führten die drei Profis ihre jungen Mitstreiter der Realschule Patternhof, die im Vorfeld von Gabriele Wall und Monika Hartung ausgesucht worden waren, einfühlsam über die Bühne und durch die Handlung. So kamen die Jungdarsteller in den Genuss, das Abenteuer von Prinz Tamino und von Vogelfänger Papageno, die auf Geheiß der „Königin der Nacht“ deren Tochter Pamina aus den Fängen des Fürsten Sarastro retten sollen, aus nächster Nähe nacherleben zu können.

Die Gesangspartien übernahmen dabei natürlich Angela Mitterhofer, Thomas Althammer und Peter Kellner. Wobei es sich die „Königin der Nacht“ während der weltberühmten Arie „Die Hölle Rache kocht in meinem Herzen“ sowie Vogelfänger Papageno es sich nicht nehmen ließen, (leise) mitzusingen. Zwischendurch gab es von den drei Sängern wissenswerte Informationen zur Zauberflöte.

So startete das Trio in die Aufführung mit Zitaten von Aristoteles, Jack London, Johann Wolfgang von Goethe, Mahatma Gandhi sowie aus dem Neuen Testament und dem Koran, die alle das Thema „Liebe“ in den Mittelpunkt stellen. „Die Liebe in ihrer ganzen Vielschichtigkeit ist ein zentrales Thema der Zauberflöte. Wobei es sich dabei nicht nur um die romantische Liebe zwischen Mann und Frau, in der Zauberflöte personifiziert durch Pamina und Tamino oder auch Papagena und Papageno, dreht. Auch die Liebe zwischen Mutter und Tochter, die ‚göttliche Liebe‘ des Sarastro sowie die etwas profane Liebe von Papageno zum Essen spielen wichtige Rollen“, ließen Angela Mitterhofer und Thomas Althammer ihre jungen Zuhörer wissen.

„Wobei sich die Erziehung des Menschen durch Beispiel und Belehrung wie ein roter Faden durch die Handlung der Zauberflöte zieht“, unterstrich Peter Kellner. Nach rund 60 mitreißenden Minuten hatten Pamina und Tamino schließlich auch die letzte der ihnen von Fürst Sarastro auferlegten Prüfungen bestanden. Und auch der verzweifelte Papageno fand noch in die Arme seiner Papagena. Lautstarker Applaus und vereinzelte „Zugabe“-Forderungen zeigten den jungen Darstellern sowie ihren bühnenerfahrenen Lehrmeistern, dass das Projekt „Kinderoper Papageno in der Realschule Patternhof“ ein voller Erfolg war. Und vielleicht gibt es ja eine Fortsetzung. Das Repertoire des insgesamt 40 bis 50 Sänger starken Ensembles der „Kinderoper Papageno“ und ihres Intendanten Peter Pacher hält jedenfalls noch einiges bereit.

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