Kinder zeigen den Rasern die Rote Karte

Von: ran
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Eschweiler. Das Pastoralkonzept der Katholischen Pfarrgemeinde St. Peter und Paul sieht nicht zuletzt das „Engagement im öffentlichen Bereich” vor. Dass dieses Vorhaben ernst genommen wird, zeigt der „Runde Tisch Eschweiler West”, der vor rund einem Jahr erstmals zusammenkam.

Mehr als 30 Einrichtungen, Institutionen und Gruppen verfolgen nun gemeinsam unter anderem das Ziel, die Lebensverhältnisse im Bereich Gutenbergstraße und Umgebung zu verbessern.

Beim Kinder- und Familienfest am 23. September des vergangenen Jahres wurden Kontakte geknüpft und vertieft sowie positive und negative Aspekte des Wohnbereichs beleuchtet. Eines der häufigst genannten Probleme: die Verkehrssicherheit rund um die Gutenbergstraße. Dort soll nun der Hebel angesetzt werden. Unter der Überschrift „Kids im Viertel sicher unterwegs” planen die Verantwortlichen des runden Tischs zwei Aktionen. Zunächst werden am Freitag, 25. Mai, Kinder und Jugendliche des Viertels zwischen 15 und 17 Uhr im Gemeindezentrum St. Michael in der Steinstraße zusammenkommen, um Plakate und Holzfiguren zu bemalen, Schablonen für Fußabdrücke zu basteln und „Lob- und Tadelkarten” für Autofahrer herzustellen.

Eine Woche später, am Freitag, 1. Juni, geht es dann ins Viertel selbst: Von 15 bis 17 Uhr werden die Plakate und Figuren in der Gutenbergstraße und Umgebung aufgehängt, die Fußabdrücke auf Bürgersteige und Straßen gemalt, sowie die „Lob- und Tadelkarten” an vorbildliche und weniger vorbildliche Autofahrer verteilt.

„Wir wollen mit dem Projekt Runder Tisch Eschweiler West die Menschen vor Ort bestärken, selbst aktiv zur Verbesserung ihrer Lebensumstände beizutragen. Wichtig dabei ist, dass sich die Initiative auf einer breiten Basis bewegt, in der sowohl katholische und evangelische Christen als auch Muslime zusammenarbeiten”, erklärt Diakon Bernhard Habermeyer.

Mariethres Kaleß, als Vorsitzende des Eschweiler Ortsverbands des Kinderschutzbundes und als Mitglied des Gemeindezentrums St. Michael gleich doppelt involviert, ergänzt: „Unser Vorhaben zielt nicht darauf ab, etwas für die Menschen, sondern gemeinsam mit ihnen zu tun, und dabei auch die vorhandenen Ressourcen kennen zu lernen.” Wer darüber hinaus Kinder und Jugendliche ins Boot hole, habe auch leichteren Zugang zu den Eltern.

Hemmschwelle aufbrechen

Dies unterstreicht auch Ulrike Hochheim-Toporowski, stellvertretende Leiterin des Kindergartens Jahnstraße und Koordinatorin des Familienzentrums: „Wir kennen die Bedürfnisse der Bewohner unseres Sozialbereichs und sind sehr dankbar, dass es den Runden Tisch gibt. Denn was dieser möglich macht, kann keine Institution alleine leisten.”

Vor allem das Wort „Gemeinsam” stehe dabei im Vordergrund. „Unsere Einrichtung wird von 80 Kindern aus 21 Nationen besucht”, nennt sie eine beeindruckende Zahl. Allerdings sei bei immer noch zu vielen Bewohnern des Viertels eine Hemmschwelle vorhanden, Angebote des Familienzentrums wie die Erziehungs- oder die allgemeine soziale Beratung anzunehmen. Auf Stadtteil-, Gemeinde- und Netzwerkarbeit setzt auch Rainer Krebsbach vom Caritasverband für die Regionen Aachen-Stadt und -Land, der federführend am Projekt beteiligt ist.

Die Erfahrungen der Aktionen sollen am Dienstag, 26. Juni, ab 20 Uhr im Gemeindezentrum St. Michael bei der dritten Auflage des „Runden Tischs Eschweiler West” ausgewertet werden.
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